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Kalifornien will bis 2025 anderthalb Millionen Elektroautos auf die Straße bringen. Die ehrgeizige Zahl ist Teil der Strategie des US-Bundesstaates, seine Treibhausemissionen bis 2030 um 40 Prozent zu senken. Im Moment sind etwa 340.000 E-Fahrzeuge in Kalifornien zugelassen, doch schon jetzt wird fast jedes zweite Elektroauto in den USA dort verkauft. Die kalifornische Regierung lässt sich eine Menge einfallen, um die Elektromobilität voranzubringen.

Kostenlose Ladesäulen und Carsharing mit Elektroautos

Die Maßnahmen konzentrieren sich vor allem auf Städte, wo die Luftverschmutzung am größten ist. Los Angeles und San Francisco haben sogar eigene Pläne zur Reduzierung von Treibhausgasen, die über die Zielsetzung des Bundesstaates hinausgehen. Ab nächstem Jahr werden in San Francisco bei Neubauten Ladesäulen für Elektroautos für Parkplätze  verpflichtend. Das Gesetz schreibt eine Quote von mindestens zehn Prozent vor. In einkommensschwachen Gegenden in Sacramento und Los Angeles werden gerade Carsharing-Programme mit Elektroautos eingeführt. Diese können dann auf Minutenbasis oder gegen eine monatliche Gebühr gemietet werden. An Straßenrändern und in Parkhäusern entstehen außerdem immer mehr Ladesäulen zur kostenlosen Nutzung.

Ein deutliches Signal an die Autoindustrie und die Regierung Trump

Los Angeles gehört auch zu einer von 30 amerikanischen Städten, die sich zusammengeschlossen haben und gemeinsam Autohersteller zum Bau von emissionsfreien Nutzfahrzeugen auffordern. Die 30 Städte haben Autoherstellern ihr grundsätzliches Interesse bekundet, insgesamt 114.000 emissionsfreie Polizeifahrzeuge, Kehr- und Müllfahrzeuge und Elektrobusse im Wert von 10 Milliarden US-Dollar zu kaufen. Sie wollen der Autoindustrie damit beweisen, dass die Nachfrage nach diesen Fahrzeugen besteht: Die Industrie beruft sich noch auf mangelnde Nachfrage und fordert eine Lockerung der Emissionsvorschriften für konventionelle Fahrzeuge. Die Regierung Trump hat bereits eine Überprüfung der Vorschriften angekündigt. Auch wenn die Initiative der 30 Städte noch im Anfangsstadium ist, sendet sie ein deutliches Signal nach Washington: Amerikanische Städte nehmen den Kampf gegen den Klimawandel ernst, egal was die Regierung Trump entscheidet.

Die Regierung des Bundesstaates Kalifornien selbst hat ebenfalls eine ganze Reihe von Anreizen zum Kauf von Elektroautos geschaffen. Nicht nur Privathaushalte, sondern auch Schulbezirke und Unternehmen bekommen Kaufprämien und andere Beihilfen beim Kauf von E-Autos und Hybriden. Einkommensschwache Personen und Familien erhalten dabei höhere Zuschüsse. Für Unternehmen gibt es auch Gutscheine zum Kauf von sauberen E-Trucks, Traktoren, Bulldozern oder Gabelstaplern.

Kalifornien finanziert die Maßnahmen teilweise aus dem Emissionsrechtehandel

Hinzu kommt das kalifornische Cap and Trade Program, das den Handel mit Emissionsrechten für Unternehmen regelt. Damit bekommen CO2-Emissionen einen (steigenden) Preis. Als Folge sind die Benzinpreise leicht gestiegen, was Elektroautos ein wenig attraktiver macht, und es bringt dem Staat Geld für die Förderung der Elektromobilität. Die Einnahmen aus den Auktionen zum Erwerb von Emissionsrechten bringen dem Staat Kalifornien jährlich fast 2 Milliarden US-Dollar ein.

Ein Verkaufsverbot für Verbrennungsmotoren könnte ebenfalls kommen

Wie erfolgreich die Maßnahmen in Kalifornien sind, ist von großem Interesse nicht nur dort, sondern auch für den Rest der USA. Für den Fall, dass gar nichts mehr hilft, hat Gouverneur Jerry Brown bereits die Möglichkeit in den Raum gestellt, den Verkauf konventioneller Fahrzeuge ab einem bestimmten Zeitpunkt komplett zu verbieten – nach dem Vorbild von China, Frankreich und Großbritannien.

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Quellen / Weiterlesen:
California’s Electric-Car Future | Bloomberg
Cities Shop for $10 Billion of Electric Cars to Defy Trump | Bloomberg
California Considers Following China With Combustion-Engine Car Ban | Bloomberg
Bildquelle: flickrRichard Kelly

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Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

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