In den USA bekommen Käufer von Elektroautos insgesamt 7.500 Dollar an Steuern erlassen, und das unabhängig vom Kaufpreis des Fahrzeuges. Die Republikanische Partei unter Trump will diese Vergünstigungen streichen. Was bedeutet das für Autohersteller wie General Motors oder Tesla und für die Verbreitung von Elektroautos?

Die Förderung gilt nur, bis ein Hersteller 200.000 Elektrofahrzeuge verkauft hat

Elektroautos verkaufen sich nach wie vor nur mit staatlicher Hilfe, die USA machen da keine Ausnahme. Seit 2010 erhalten Käufer von Plug-In-Hybriden oder batterieelektrischen Fahrzeugen mit mindestens fünf Kilowattstunden Akkukapazität dort eine Einkommenssteuer-Gutschrift von 2.500 Dollar. Diese Summe steigt mit zunehmender Batteriekapazität schrittweise auf bis zu 7.500 Dollar an. Geht es nach den Plänen der Republikaner, die kürzlich einen Entwurf ihrer Steuerreform vorgestellt haben, soll diese Förderung wegfallen.

Allerdings sehen die Regelungen ohnehin vor, dass die Gutschrift nur so lange gewährt wird, bis ein Hersteller insgesamt 200.000 E-Fahrzeuge in den USA verkauft hat. Diese Zahl hat bisher noch kein Hersteller erreicht, doch Tesla war zu Jahresbeginn immerhin bei der Hälfte und würde, wenn die Massenproduktion vom Tesla Model 3 richtig anläuft, die Obergrenze sicher bald überschreiten. Doch auch danach könnte der kalifornische Hersteller weiterhin von der Subvention profitieren. Würden die Regelungen beibehalten, dann würde die Förderung erst ab dem Ende des Folgequartals nach Erreichen der Grenze schrittweise auslaufen.

GM will mit dem Kongress verhandeln

Auch GM hat in den USA mittlerweile fast 100.000 Fahrzeuge mit Elektroantrieb verkauft und ist mit dem Chevrolet Bolt auf Erfolgskurs. Beide Hersteller dürften mit einem kompletten Wegfall der Subventionen also alles andere als glücklich sein. GM setzt auf Verhandlungen mit dem Kongress, um Möglichkeiten zu finden, die Kaufanreize zu erhalten. Innerhalb der beiden Kammern des US-Kongress, dem Senat und dem Repräsentantenhaus wird über die Änderung gestritten. Meldungen zufolge will der Senat die Vergünstigungen beibehalten.

Welche Auswirkungen hätte ein Subventionsstopp?

Elektroautos verkaufen sich vielerorts nur mit staatlichen Beihilfen, auch wenn die Kaufprämie in Deutschland keine spürbare Verbesserung der Verkaufszahlen brachte. Kritiker von staatlichen Anreizen bemängeln, dass solche Maßnahmen den Markt verzerrten und sich die Technologie ohnehin langfristig ohne Kaufanreize durchsetzen müsse. Außerdem seien Autohersteller in der Pflicht, ihre Modelle für Käufer attraktiv zu machen, nicht der Staat. In Dänemark brach der Absatz allerdings um zwei Drittel ein, nachdem Steuererleichterungen zurückgefahren wurden. In Hongkong hatte vor allem Tesla unter der Streichung von Subventionen zu leiden, die Marke war dort vorher unter Elektroautokäufern besonders beliebt gewesen. Es ist also anzunehmen, dass die Verkaufszahlen von E-Autos auch in den USA leiden, wenn Käufer nicht mehr mit Steuervergünstigungen rechnen können – jedenfalls so lange, wie Elektroautos in der Anschaffung teurer sind als Autos mit Diesel- oder Benzinmotor.

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Quellen / Weiterlesen:
Trump will Förderung für Elektroautos stoppen | golem.de
Republican tax plan kills electric vehicle credit | ars Technica
Electric vehicle tax credit preserved in Senate’s revised tax bill, says senator | electrek
$7,500 electric car tax credit goes away under GOP plan. Not good for Tesla. | USA Today
Bildquelle: flickrNiall Kennedy


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Stephan Hiller

Stephan Hiller ist erfahrener Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

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