3 Mrd. Dollar für Elektromobilität – Kalifornien plant riesige Subventionen

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elektromobilitaet-kalifornien-subventionKalifornien ist ein Musterland der Energiewende. Neben Solarenergie und Stromspeichern investiert der Bundesstaat auch stark in die Elektromobilität. Ein neuer Gesetzesentwurf sieht weitere 3 Milliarden Dollar vor, die Elektroautos noch stärker als bisher vergünstigen sollen.

Seit 2010 hat Kalifornien elektrische Antriebe mit insgesamt 420 Millionen Dollar gefördert, teilweise in Form von Steuervergünstigungen. Das neue Gesetz soll Elektroautos nun schon direkt beim Kauf verbilligen. Außerdem sind im Entwurf der Ausbau der Ladeinfrastruktur, Car-Sharing-Programme für Gemeinden mit niedriger Einkommensstruktur sowie Anreize zum Kauf von gebrauchten Elektrofahrzeugen vorgesehen.

Kleinere Elektroautos profitieren von der neuen Förderung

Obwohl das Gesetz Autos mit E-Antrieb insgesamt fördert, scheint ein Schwerpunkt die Förderung von Stromern im niedrigeren Preissegment zu sein. Mithilfe der geplanten Anreize und Rabatte könnten elektrische Kompaktwagen dann nur noch so viel kosten wie die beliebtesten herkömmlichen Fahrzeuge derselben Klasse in Kalifornien. Das bedeutet, dass E-Autos wie der Chevrolet Bolt und das Tesla Model 3 dann zum Preis eines Honda Civic oder Toyota Prius zu haben wären. Ohne Nachlass kosten die beiden E-Modelle jetzt zwischen 35.000 und 37.000 Dollar.

Besonders Tesla würde von dem neuen Gesetz profitieren

Kombiniert man den aktuellen Steuernachlass des Staates Kalifornien mit einer Steuergutschrift, die für alle Bundesstaaten gilt, dann können solche Modelle zwar schon jetzt preislich mit konventionellen Kompaktfahrzeugen mithalten. Doch der volle Steuernachlass der US-Regierung über 7.500 Dollar gilt nur für die ersten 200.000 Autos, die ein Hersteller produziert. Falls Tesla den angestrebten Zeitplan hält, dann würde der E-Autobauer diese Zahl nächstes Jahr erreichen. Das geplante Programm in Kalifornien würde Tesla in seinem Heimatstaat und größten Markt dann weiterhin hohe Kaufrabatte sichern.

Für Plug-in-Hybride sollen bald gar keine Rabatte mehr gelten

Der Gesetzentwurf sieht darüber hinaus niedrigere Rabatte für Plug-in-Hybride vor. Deren genaue Höhe soll von der Speicherkapazität der Batterie „im Verhältnis zur Speicherkapazität der Batterie des meistverkauften Elektroautos mit einer Reichweite von 200 Meilen oder mehr“ abhängen, heißt es. Demnach würde sich der Plug-in-Hybrid Chevrolet Volt mit seiner 18,4 kW-Batterie für ein Viertel des Rabattes qualifizieren, der für ein Tesla Model S mit einer 75 kW-Batterie gilt. Das neue Gesetz strebt auch an, dass die Rabatte für Plug-in-Hybride Ende 2023 auslaufen.

Der Entwurf wird aktuell vom kalifornischen Senat geprüft. Sollte es den Schreibtisch von Gouverneur Jerry Brown erreichen, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass er ihn unterzeichnet. Brown will versuchen, bis 2030 fünf Millionen Elektroautos auf die kalifornischen Straßen zu bringen.

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Quelle / Weiterlesen:
$3 Billion Electric Car Subsidy Bill Working Its Way Through California Legislature | The Drive
Bildquelle: Wikipedia – By User: KF6OAK (Richard Kelly) [CC BY-SA 2.0]

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Ajaz Shah

Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

1 KOMMENTAR

  1. Ich hab’s vor längerer Zeit schonmal vorgeschlagen: Elektroautos sollten verschenkt werden. Die Herstellungskosten werden einfach auf alle anderen Verkehrsteilnehmer (von Fußgängern über Nutzer des öffentlichen Verkehrs bis zu Flugreisenden) umgelegt. Vielleicht führt das ja endlich zu einem nennenswerten Anteil der Pkw-Zulassungen durch Elektrofahrzeuge.

    Bei der „Energiewende“ in Deutschland, also der Errichtung von möglichst vielen sinnfreien Sonnenspiegel, Windindustrieanlagen und Lebensmittelvergasern, hat dieser Ansatz doch auch wunderbar funktioniert.

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