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Der Markt für Lithium-Ionen-Batterien hat sich in den letzten drei Jahren rasant verändert. Dabei geht der Trend zu Megafabriken mit einer jährlichen Produktionskapazität von 1 Gigawattstunde oder mehr. Der Output dieser Fabriken könnte schon 2021 bei 344,5 GWh pro Jahr liegen.

Weltweit sind 26 Megafabriken in Planung

Nachdem anfangs nur Tesla in den USA sowie LG Chem und Foxconn in China solche Fabriken planten, sind laut Recherchen von Benchmark Mineral Intelligence inzwischen weltweit 26 Stück in Planung oder im Ausbau. Werden sie alle realisiert, ist der weltweite Jahresoutput dann mehr als dreimal so groß wie die Nachfrage im Jahr 2017.

Europa holt bei der Zellproduktion auf

Besonders in China wurde in den letzten drei Jahren stark in große Batteriefabriken investiert. Knapp 50 Prozent der geplanten Kapazität, also 169 GWh, sollen aus chinesischen Fabriken kommen. Doch auch Europa holt inzwischen auf, denn hier steigt die Nachfrage nach Stromspeichern und Batterien für Elektroautos. 23 Prozent der geplanten Batteriekapazität bzw. 78,5 GWh sollen künftig aus europäischen Fabriken stammen. Noch vorletztes Jahr gab es abgesehen von der Batteriefabrik von LG Chem, die in Polen entsteht, keine konkreten Pläne für eine Batterieproduktion in der EU. Mittlerweile plant das Firmenkonsortium TerraE eine 34 GWh-Fabrik in Deutschland, Northvolt baut in Schweden eine Produktion ähnlichen Umfangs auf. In Ungarn will der südkoreanische Konzern SK Innovation eine Batterieproduktion mit 7,5 GWh errichten.

Tesla plant massiven Ausbau der Gigafactory

An dritter Stelle stehen die USA, wo 15 Prozent der weltweiten Batteriekapazität hergestellt werden sollen. Tesla hat allerdings schon angekündigt, die Gigafactory nach 2021 weiter ausbauen zu wollen und strebt dann einen Jahresoutput von 150 GWh an.

Was bringt das Jahr 2018?

Auch in diesem Jahr werden verschiedene Hersteller wohl neue Pläne für weitere große Batteriefabriken bekanntgeben. Bei Tesla warten wir noch auf Details im Hinblick auf die neue Fabrik in Shanghai. Vermutlich werden auch andere Autohersteller so die Grundlage für einen sicheren und erfolgreichen Ausbau der Elektromobilität schaffen wollen.

Hersteller müssen vor allem um die Rohstoffversorgung bangen

Dabei ist die sichere Versorgung mit Rohstoffen wie Lithium und Kobalt für die Batterieherstellung die wichtigste Voraussetzung. In naher Zukunft werden die Autohersteller erst einmal weiter von China abhängig sein, wo die meisten Batteriefabriken stehen werden. Europa beginnt gerade erst aufzuholen, und Nordamerika ist auf den Ausbau von Teslas Gigafactory angewiesen. Dort wird der Autobauer seine Batterien allerdings hauptsächlich für den eigenen Bedarf herstellen.

Benchmark prognostiziert bis 2026 eine 6- bis 7-fache Steigerung der Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien weltweit, wofür die aktuell geplanten Batteriefabriken nicht ausreichen werden. Die größte Herausforderung dabei ist der schnelle Abbau dringend benötigter Rohstoffe, die sich schon jetzt teilweise verknappen und die Preise in die Höhe treiben.

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Quelle / Weiterlesen: Rise of the Lithium-ion Battery Megafactories: What 2018 Holds | INN
Bildquelle: Pixabay

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1 KOMMENTAR

  1. Wie hat es der „Club of Rome“ 1972 so schön formuliert:

    „The earth’s interlocking resources—the global system of nature in which we all live—probably cannot support present rates of economic and population growth much beyond the year 2100, if that long, even with advanced technology.“

    Daran hat sich offenbar auch 46 Jahre später nichts geändert. Es geht also wohl nur darum, wer bis zum Jahr 2100 noch den größten Nutzen aus dem derzeit noch bestehenden System ziehen kann.

    Ist aber schon albern, wenn die angeblichen Retter der Menschheit die Nutzung von endlichen Ressourcen durch die Nutzung anderer endlicher Ressourcen ersetzen wollen – und keiner merkt’s (angeblich).

    Gar nicht mehr lustig wird die Sache aber, wenn man sich mal anschaut, was die angeblich ach so umweltfreundlichen Technologien, mit denen die ach so bösen fossilen Energieträger ersetzt werden sollen, im Lande „Weit weit weg“ verursachen – egal ob es nun die Palmölgewinnung in Asien, die Biospriterzeugung in Südamerika, oder der Lithiumabbau im annektierten Tibet (und demnächst in Südamerika) sind. Aber in solchen Fällen hilft natürlich die Kleinkinderweisheit: „Was ich nicht sehe, das gibt es nicht.“

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