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In Brunsbüttel in Schleswig-Holstein ist ein Batteriespeicher mit 2,5 Megawatt ans Netz gegangen. Er wurde vom Speicherspezialisten Ads-Tec errichtet und soll Regelleistung zur Netzstabilisierung erbringen. Außerdem wird er zur Erforschung von Smart Grids beitragen. Der Speicher ist Teil des Forschungsprojekts „Norddeutsche Energiewende 4.0″.

Der Betreiber will auch die Marktoptimierung von Batteriespeichern vorantreiben

Der Großspeicher ist einer der ersten Speicherkraftwerke zur Netzstabilisierung in Schleswig-Holstein. Betreiber ist das Start-up Wind to Gas Energy, das einen Windpark mit 15 Megawatt Leistung betreibt und Windenergie über Power-to-Gas in Gas umwandeln will. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen mit dem Übertragungsnetzbetreiber Tennet zusammen, um die Marktoptimierung von Speichertechnologien voranzutreiben. Netzbetreiber benötigen Regelleistung, um in Zeiten der Energiewende die Stromversorgung stabil zu halten. Batteriespeicher wie dieser können innerhalb von Millisekunden auf Netzschwankungen reagieren, weshalb die Teilnahme am Regelenergiemarkt ein zusätzliches Geschäftsmodell für Betreiber ist.

Die Anschaffungskosten für das Lithium-Ionen-Speichersystem bezifferte Wind to Gas Energy auf zwei Millionen Euro, die Kosten für die Power-to-Gas-Anlage auf vier Millionen Euro. Die Anlage soll Windstrom über Elektrolyse in Wasserstoff umwandeln, der dann ins Erdgasnetz eingespeist wird. Wind to Energy strebt außerdem den Bau einer Wasserstofftankstelle in Brunsbüttel an.

Anteil an Windstrom in Schleswig-Holstein besonders hoch

Das Forschungsprojekt „Norddeutsche Energiewende 4.0.“ wird vom Bundeswirtschaftsministerium als Schaufensterprojekt gefördert. Untersucht wird dabei, wie Speicherlösungen Engpässe und Überlastungen im Stromnetz verhindern können. In Schleswig-Holstein ist der Anteil von volatilem Windstrom besonders hoch: Onshore-Windenergie deckte 2016 rund 95 Prozent des dortigen Bruttostromverbrauchs.

Außerdem wird der Batteriespeicher in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut ISIT aus Itzehohe im Smart Grid eingesetzt. Dabei werden alternative Betriebskonzepte für Batteriespeicher erforscht.

Ein weiterer Großspeicher ist in Planung

Der neue Batteriespeicher bleibt nicht der Einzige seiner Art in Schleswig-Holstein: RES Deutschland will bis Anfang 2019 einen 10-Megawatt-Speicher in Bordesholm errichten. Die Kommune deckt 75 Prozent ihres jährlichen Strombedarfs aus erneuerbaren Energien. Der neue Großspeicher soll dann ebenfalls zur Netzstabilisierung eingesetzt werden und bei Stromausfällen im Inselbetrieb die Stromversorgung nahtlos aufrechterhalten.

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Quellen / Weiterlesen:
ADS-TEC Hochleistungsbatterie mit 2,5 MW in Schleswig-Holstein am Netz | ads-tec GmbH
Ads-Tec realisiert Großspeicher in Schleswig-Holstein | pv magazine
NEW 4.0: 2,5 MW Batteriekraftwerk von ADS-TEC geht in Brunsbüttel ans Stromnetz – EUWID
WIndenergie | Schleswig-Holstein
Bildquelle: © ads-tec GmbH

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Prof. Dr. Johann Nagengast
Nach Abschluss seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und Promotion zum Thema „Outsourcing von Dienstleistungen“ an der Universität Regensburg war Johann Nagengast in verschiedenen internationalen Unternehmen in führenden Positionen tätig. Seit 2001 ist er Professor für Internationales Management und Project Management an der Technischen Hochschule Deggendorf. Als Trainer, Coach und Berater ist er intensiv in verschiedenen internationalen Projekten tätig. Seine Schwerpunkte liegen in der praxisnahen und pragmatischen Vermittlung und unternehmensspezifischen Anwendung aller Aspekte des Projektmanagements.

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