Eigentlich gelten Festkörperbatterien als die aussichtsreichsten Nachfolger von Lithium-Ionen-Akkus. Nun hat ein Schweizer Unternehmen einen Batterietyp angekündigt, mit dem Elektroautos traumhafte Reichweiten erzielen könnten. Die Basis ist ein anorganischer Elektrolyt.

1.000 Kilometer Reichweite dank viermal so hoher Energiedichte

Bisher hat das Unternehmen Innolith aus Bruchsal bei Karlsruhe, dessen Hauptsitz in Basel liegt, nur einige vielversprechende Eckdaten herausgegeben. Demnach erreicht der neue Lithium-Ionen-Akku eine viermal höhere Energiedichte als bisher möglich, ist sicher und basiert nicht auf knappen Materialien. Möglich macht dies eine günstige anorganische Flüssigkeit, die Innolith statt brennbarer organischer Verbindungen als Elektrolyt einsetzt.

Mit dieser Zusammensetzung erreicht Innolith eine Energiedichte von 1.000 Wattstunden pro Kilogramm. Das ist drei- bis viermal so viel wie bei aktuellen Li-Io-Akkus auf dem Markt. Zudem soll die Batterie zehnmal so viele Ladezyklen überstehen. Elektroautos sollen damit bis zu 1.000 Kilometer weit kommen, ohne nachladen zu müssen. Hält die Batterie, was sie verspricht, würden Elektroautos nicht nur endgültig alltagstauglich, sondern auch günstiger und sicherer.

Serienreife in zwei bis fünf Jahren

Die Technologie könnte in zwei bis fünf Jahren serienreif sein, heißt es von Innolith. Das Unternehmen will in Bruchsal eine Kleinserienproduktion aufbauen, später die Batterien aber nicht selbst herstellen. Stattdessen will man später Lizenzen für die Produktion vergeben und sich selbst auf Forschung, Entwicklung und Produktion des neuartigen Elektrolyten konzentrieren.

„Dieser technologische Durchbruch beruht auf einer langjährigen, intensiven Erforschung aller Aspekte von anorganischen Elektrolyten und deren Anwendung für wiederaufladbare Batterien“, sagte Alan Greenshields, Verwaltungsratspräsident Vorstandsvorsitzender von Innolith. Nach eigenen Angaben hat Innolith im US-Bundesstaat Maryland seit 2017 eine Großbatterie am Netz, die dort das Stromnetz stabilisiert.

Was ist dran an den Ankündigungen?

Der Elektrochemiker Walter van Schalkwijk, der bei Microsoft tätig ist, sagte gegenüber der „Welt“: „Das ist eine der größten Einzelinnovationen, die ich gesehen habe.“ Van Schalkwijk begleitet Innolith seit mehreren Jahren und spricht von einem Durchbruch. Die Technologie sei auch grundsätzlich für Anwendungen in mobilen Kommunikationsgeräten geeignet. Was nun an den Ankündigungen dran ist, werden die nächsten Jahre und die Praxistests bei Innolith zeigen. Andere Experten wie die Batteriespezialisten an der ETH Zürich halten sich mit einem Urteil noch zurück und verweisen darauf, dass noch zu wenig bekannt ist.

Immer wenn von einem Durchbruch die Rede ist, ruft dies natürlich auch Skeptiker auf den Plan. So berichten Schweizer Medien, dass auch Dmitri Rybolowlew an Innolith beteiligt sei. Der russische Investor sei schon mehrmals mit anderen Firmen in der Batterieszene aufgetaucht. Einige der Unternehmen seien pleite gegangen. Leider wurden gerade in der Batterieentwicklung in der Vergangenheit schon öfter große Durchbrüche angekündigt, aus denen letztendlich nichts wurde. Ein bekanntes Beispiel ist das Schweizer Unternehmen NanoFlowCell, das seit Jahren eine Flüssigbatterie für Elektroautos ankündigt. Bisher ist allerdings nichts passiert.

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Quellen / Weiterlesen

Innovative Energietechnologie von Innolith ermöglicht Fahrzeugbatterien für EV-Reichweiten von 1000 km | Inolith
Verhilft die deutsche Superbatterie dem E-Auto zum Durchbruch? | Welt
Innolith Lithium-Ionen-AkkuNeuer Super-Akku ermöglicht angeblich 1000 Kilometer Reichweite | Focus Online
Schweizer Unternehmen entwickelt sehr leistungsfähigen Akku | golem.de

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