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Es gibt wieder spektakuläre Neuigkeiten von nanoFlowcell: Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben eine Milliardenbestellung für über 25.000 Flusszellenfahrzeuge erhalten. Im April hatte das Schweizer Unternehmen mitgeteilt, die Serienproduktion des lange angekündigten revolutionären Fahrzeuges stehe nun kurz bevor. Jetzt soll schon vor Beginn der Produktion eine Bestellung im Wert von umgerechnet 3,1 Milliarden Euro eingegangen sein.

Seltsame Preisgestaltung bei nanoFlowcell

Der neuen Mitteilung zufolge hat ein internationales Investorenkonsortium 500 Quant 48Volt und 25.000 Quantino 48Volt-Flusszellenfahrzeuge gekauft, jeweils Testfahrzeuge. Dabei scheint schon die Preisgestaltung merkwürdig, die überdies nicht zum angegebenen Gesamtvolumen von 3,1 Milliarden Euro passt: Der Verkaufspreis für den Quant wird umgerechnet mit stolzen 3 Millionen Euro angegeben, der des Quantino mit „nur“ 65.000 Euro. Der Quant sei bereits als Kleinserienmodell fertig homologiert, der Quantino soll der Mitteilung gemäß in etwa zwei Jahren in die Serienproduktion gehen.

Ist das Flusszellenfahrzeug wirklich serienreif?

Die Endkunden im Netzwerk des Investorenkonsortiums sollen meist Flottenbetreiber sein, aber auch Privatpersonen seien darunter. Sie bekommen das Fahrzeug inklusive Tankinfrastruktur, um den Quant 48VOLT mit der geheimnisvollen bi-ION-Elektrolytflüssigkeit betanken zu können. Flusszellenfahrzeuge haben statt einer herkömmlichen Batterie eine Flussbatterie an Bord, die aus zwei Elektrolytflüssigkeiten Strom erzeugt. Dieser fließt dann in Hochleistungskondensatoren, sogenannte Supercaps. Bisher gibt es jedoch noch keine serienreife Anwendung für Flusszellenbatterien im Elektroauto. NanoFlowcell macht seit Jahren damit Schlagzeilen, durch eine neue Zusammensetzung dieser Elektrolytflüssigkeit genau das geschafft zu haben. Bis zu 1.000 Kilometer Reichweite soll die sichere und günstige Technologie ermöglichen. Der Beweis dafür steht allerdings nach wie vor aus. Solange dieser nicht erbracht ist, sollte man jede neue Meldung der Schweizer mit Skepsis betrachten.

Baubeginn sollte schon 2016 sein

Die Investoren handelten aus Begeisterung für einen weltweit einzigartigen Sportwagen mit Flusszellenantrieb, aber dennoch aus wirtschaftlichem Kalkül, teilte nanoFlowcell-CEO Nunzio LaVecchia mit. Mit dem Geld will LaVecchia nun die im April angekündigte „QUANT-City“-Pilotanlage aufbauen. Mit der Baubewilligungsphase will man noch in diesem Jahr beginnen, die erste Ausbaustufe soll in etwa zwei Jahren fertig sein. Kurz danach will nanoFlowcell die ersten Quant-Flusszellenfahrzeuge ausliefern. Allerdings hatte LaVecchia die Quant City schon 2016 mit Fertigstellung 2018 angekündigt – passiert ist nichts. Im April hatte nanoFlowcell mitgeteilt, dass man europaweit nach einem geeigneten Standort für die QUANT-City auf einer zu 500.000 Quadratmeter großen Gewerbefläche suche. Für den Betrieb sei eine Belegschaft von 250 bis 350 Angestellten vorgesehen. Das Unternehmen strebt außerdem einen Börsengang an.

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Quellen / Weiterlesen:
Bestelleingang für die ersten QUANT-Niedervolt-Elektrofahrzeuge mit einem Auftragsvolumen von über 3,1 Milliarden Euro | nanoFlowcell
„Neues Zeitalter“: Investoren bestellen 25.500 Flusszellen-Elektroautos für 3,1 Milliarden Euro | Focus Online

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Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

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