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Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier drückt beim Thema Verkehrswende aufs Tempo. Beim Mobilitätskongress des Tagesspiegels in Berlin sagte er, die Bundesregierung unterstütze den Aufbau einer Batteriezellenproduktion in Europa. Dafür sei man auch bereit, Geld in die Hand zu nehmen. Außerdem zeigte sich Altmaier enttäuscht, dass die Kaufprämie für Elektroautos nur auf verhaltenes Interesses stößt. Es fehle an attraktiven Modellen der Hersteller, sagte der Minister.

Investitionen im zwei- bis dreistelligen Milliardenbereich nötig

Die Batteriezellen sind das Herz jedes Elektroautos, doch in Europa gibt es bisher keine großen Zellfabriken. Stattdessen ist die Autoindustrie auf Importe angewiesen, meist aus Asien. Altmaier sagte nun, Europa brauche an drei bis vier Standorten eine eigene Batteriezellproduktion. Dafür müsse man einen zwei- bis dreistelligen Milliardenbetrag investieren – Geld, das bisher kein deutscher Autohersteller in die Hand nehmen will. Auch Zulieferer Bosch gab kürzlich bekannt, nicht in die Batteriefertigung einsteigen zu wollen.

Wird der Strom für die Batteriefabriken von der EEG-Umlage befreit?

Altmaier sieht die Verantwortung für den Aufbau einer Zellfertigung allerdings nicht nur bei den Herstellern. Er sagte: „Und da ist die Bundesregierung dabei, im Rahmen der beihilferechtlich zulässigen Grenzen das zu tun, was sie tun kann und dafür auch Geld in die Hand zu nehmen.“ Da die Zellfertigung sehr energieintensiv sei, gehe es um die Frage, ob der dafür nötige Strom von der EEG-Umlage befreit werden könne. Dies würde eine Ansiedlung in Europa wesentlich erleichtern. Das Thema müsse nun mit der EU-Kommission abgesprochen werden. Die EU will ebenfalls eine konkurrenzfähige Zellproduktion in Europa etablieren und hat dafür die Initiative European Battery Alliance ins Leben gerufen.

Alternative Antriebe sollen in den nächsten vier Jahren entscheidend vorankommen

Der Bundeswirtschaftsminister sagte außerdem, das Thema Elektromobilität müsse schneller angegangen werden. „Ich glaube, dass wir die alternativen Antriebe und die Elektromobilität in den nächsten vier Jahren zu einem entscheidenden Ergebnis führen müssen“, sagte Altmaier. Es gehe um rein elektrische Fahrzeuge, Hybridautos, Brennstoffzellenantriebe sowie effiziente und umweltfreundlich optimierte Verbrenner. Altmaier verwies auf Fördermittel der der Bundesregierung für Forschung und Entwicklung. Er räumte weiterhin ein, die Politik habe das Thema Stickoxide in großen Städten lange zu leicht genommen. Erst durch Bürgerbegehren und ein drohendes Vertragsverletzungsverfahren der EU sei man aufgewacht und arbeite jetzt daran, sagte er.

VKU fordert mehr Engagement

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) forderte mehr Engagement von der Bundesregierung. Er sei angesichts der drohenden Fahrverbote über das zögerliche Auftreten Berlins zunehmend frustriert, sagte VKU-Präsident Michael Ebling. Für die Förderprogramme für schadstoffarme Busse, die auf dem Dieselgipfel versprochen worden seien, sei noch kein Euro geflossen. „Und es kostet viel Zeit, sich durch die verschiedenen Förderanträge und Ausschreibungsrichtlinien der unterschiedlichen Ministerien zu kämpfen, um an das dringend benötigte Geld zu kommen“, sagte Ebling. Der Bund will Fahrverbote für Diesel vermeiden und hat ein Milliardenprogramm beschlossen, das die Luft in den Städten sauberer machen soll.

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Quellen / Weiterlesen:
Wirtschaftsminister will Tempo bei alternativen Antrieben: Altmaier deutet Unterstützung für Batteriezellen-Fertigung an | Automobilwoche
Altmaier will Aufbau von Zellproduktion aktiv anschieben | electrive.net
Altmaier will mehr Tempo bei Verkehrswende | Welt
Bildquelle: Wikipedia – Von Olaf KosinskyEigenes Werk, CC BY-SA 3.0

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Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

4 KOMMENTARE

  1. @Andrus: Sehr präzise Einschätzung!

    @RCP: Nanoflowcell ist ein Mehrfaches schwerer als Li-Akkus gleicher Kapazität, taugt damit eher für stationäre Speicher.
    Und heute wird schon längst an weiteren Akku-Alternativen geforscht (Feststoff, Zink-Luft, Natrium etc.). Und das ist auch dringend nötig. Konkurrenz belebt das Geschäft.

  2. Das Problem ist nicht das Intresse der Kunden, sondern dass die Automobilindustrie die e-Autos nur in homöopathischen Dosen Produziert. Die Stückzahlen der aktuellen Modelle liegen etwa bei 20.000-40.000 Stk./pro Jahr für den ganzen Globus…. Auf jedes halbwegs vernünftige neue e-Auto das aktuell auf den Markt kommt, ist im Schnitt schon mit etwa 1 Jahr Wartezeit zu rechnen. Für den bald erscheinenden Kona EV hat z.B. schon ein totaler Run eingesetzt. Es wird versucht den irgendwie schon vorzureservieren, obwohl weder ein Preis noch ein Produktionsbeginn bekannt ist….
    Wenn die Hersteller gute Autos in annehmbarer Stückzahl liefern würden, würden die ihnen alle aus den Händen gerissen werden. Allerdings ist dies nicht in deren Interesse, da man lieber weiter die Melkkuh Verbrenner bedienen möchte, da sie (noch) bei weitem mehr Gewinn abwerft.
    Unglaublich sind auch die Autoverkäufer. Da wird mit aller Macht versucht, einem willigen e-Auto Käufer dies auszureden. Man merkt da die Existenzängste, denn in Zukunft wird sich der Verkauf immer mehr zu Online-Reservierungen ins Internet verlagern.

  3. Dass Herr Altmaier kein Problem damit hat, das Geld der Anderen zum Fenster raus zu schaufeln, glaube ich ihm gerne.
    Wenn er sich schon öffentlich über das „verhaltene Interesse“ beschwert, muss wohl auch die Frage erlaubt sein, womit sich der Herr Altmaier von A nach B transportieren lässt. Mit einem Pedelec oder wenigstens einem Elektroauto? Oder doch lieber mit einem Diesel-Straßenschiff, Hubschrauber bzw. Flugzeug?

    Dass ausgerechnet die Firmen von der EEG-Umlage befreit werden sollen, die sich die blödsinnige „Energiewende“ berufen, um den ahnungslosen Leuten einzureden, dass Elektrofahrzeuge emissionsfrei wären, ist ja wohl der Gipfel der Unverschämtheit, wenn gleichzeitig jeder kleine Bürger den Unfug finanzieren muss, selbst wenn er diesen längst als solchen erkannt hat.
    Und die armen Kommunen, die nicht einmal die Zeit oder die Kompetenz haben, einen Förderantrag auszufüllen, tun mir ja sooo leid. Vielleicht sollten die sich mal von einem Hartz-IV-Antragsteller schulen lassen – denn die sind es ja gewohnt, Berge von Formularen auszufüllen, um dann vielleicht ein paar Euros zu erhalten, von denen sie selbstverständlich einen deutlichen Teil für die Förderung von Windindustrieparks, Solar-Äckern und Lebensmittelverfaulanlagen überweisen dürfen – denn das Leben eines Hartz-IV-Empfängers ist ja nicht energieintensiv…

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