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Drei große Treiber sind für die Verbreitung von Elektroautos entscheidend: 1) eine große Auswahl an Fahrzeugen, 2) eine flächendeckende Infrastruktur und 3) einfache und attraktive Angebote zum Laden des E-Autos. Während bei den ersten beiden Punkten Fortschritte zu verzeichnen sind*, sieht es im Markt der Ladetarife für Elektroautos anders aus.

Auswahl an Elektroautos und flächendeckende Ladeinfrastruktur vorhanden

Laut VDA steigern allein die deutschen Hersteller in den kommenden drei Jahren ihr Angebot von aktuell rund 30 auf über 100 E-Modelle. Aktuell sind rund 13.500 öffentliche und teilöffentliche Ladepunkte an rund 6.700 Ladesäulen für Deutschland erfasst – davon 13 Prozent Schnelllader. Das geht aus dem neuen Ladesäulenregister des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervor.

Zuhause preiswert und grün laden

Laut Bundesverband Elektromobilität laden 80 Prozent der Elektroautobesitzer ihr Fahrzeug am liebsten zuhause. Das kann schnell teuer und schmutzig werden, denn spezielle Ökostromtarife für Elektroautos sind selten.

Bisher werden Ökostromtarife für E-Autos vor allem von regionalen Energieversorgern und reinen Ökoenergieversorgern angeboten. Schaut man sich beispielsweise die bundesweiten Energieversorger an, die zuletzt vom Magazin ÖkoTest für ihr Ökostromprodukt ausgezeichnet wurden, hat rund jeder Vierte einen grünen Ladetarif. Meist sind es Angebote kombiniert mit einer intelligenten Ladestation sprich mit zusätzlicher Hardware. Einen speziellen Autostrom-Ladetarif hat nur etwa jeder Zehnte von ihnen. Darunter zu verstehen sind Stromtarife, bei denen die Stromkosten niedriger sind als beim klassischen Ökostromtarif des Anbieters. Meist handelt es sich dabei um Prämienmodelle. Hier sind die Kilowattstunden vergleichbar mit klassischen Tarifen, aber durch Prämien sind die Stromkosten am Ende günstiger. Spezielle Tarife, bei denen der Preis je Kilowattstunde selbst günstiger ist, sind hingegen selten. So ein Tarif ist zum Beispiel Wirklich Autostrom Plus von Polarstern.

Am besten ist selbst erzeugter Strom

Auch weil Elektroautos viel Strom benötigen und attraktive Tarife oft selten sind, ist das Interesse an einer eigenen PV-Anlage bei E-Autobesitzern groß. Nach einer Forsa-Umfrage des Bundesverbands Solarwirtschaft bevorzugen über 90 Prozent erneuerbaren Strom zum Laden ihre Autos. Besonders viele Fürsprecher gibt es für Solarenergie.

Um möglichst viel Solarstrom zu nutzen, braucht es eine große PV-Anlage, einen Stromspeicher und idealerweise eine intelligente Ladestation. Sie unterstützt ein intelligentes, dynamisches Lade- und Lastmanagement und sorgt so dafür, dass das E-Auto mit überschüssigem Solarstrom effizient und nachhaltig geladen wird. Durch dieses optimierte Laden wird der Eigenverbrauch des Solarstroms erhöht und die Stromkosten sinken.

Bei der Installation einer E-Ladestation in Kombination mit einer Photovoltaikanlage und einem Batteriespeicher lohnt es sich, von Anfang an das Gespräch mit seinem Energieversorger und dem lokalen Verteilnetzbetreiber suchen. Oft gibt es noch keinen Standardvorgang bei der Anmeldung entsprechender Messkonzepte.

Die Bundesregierung plant außerdem, den Absatz der Elektrofahrzeuge mit Änderungen im Miet- und Wohnungseigentumsrecht zu fördern, sprich die Installation von Ladestellen in Gebäuden zu erleichtern. So sollen Mieter zum Beispiel künftig vom Vermieter die Erlaubnis zum Einrichten von Lademöglichkeiten verlangen können.

Irrgarten beim Laden unterwegs

Wer sein Fahrzeug unterwegs laden will, der muss sich in einem Irrgarten an Ladeangeboten zurechtzufinden. Laut Bundesverband der Energie und Wasserwirtschaft gibt es aktuell 13.500 Ladepunkte, das ist innerhalb eines Jahres ein Viertel mehr. An sich ist das erfreulich, nur leider sind auch die Ladeangebote gestiegen. Neben verschiedenen Steckern erschweren vor allem die unterschiedlichen Tarifstrukturen, Zugangsvoraussetzungen und Abrechnungsarten das Laden. Das widerspricht klar dem Wunsch der Fahrer, sein E-Auto einfach und schnell zu laden.

Mit dem Aufbau eines europaweiten Schnellladenetzes, das markenunabhängig und durch das Combined Charging System (CCS) mit den meisten Elektrofahrzeugen funktioniert, will das Unternehmen Ionity das E-Autofahren auch auf der Langstrecke attraktiv machen – von vorherein in Deutschland mit Wirklich Ökostrom von Polarstern. Allerdings dauert es noch ein paar Jahre, bis schnelles Laden flächendeckend möglich ist.

Egal ob zuhause oder unterwegs, Ökostrom ist ein Muss, um klimabewusste unterwegs zu sein. Welche Öko-Qualität ein Ladetarif hat, das ist leider bisher nur selten auf den ersten Blick erkennbar.

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Autoren: Manuel Thielmann und Norman Elmers (beide Polarstern)

Bildquelle: flickrJakob Härter

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Manuel Thielmann
Manuel Thielmann arbeitet in der Geschäftsentwicklung von Polarstern. Er ist Ansprechpartner für die konzeptionelle Entwicklung und die praktische Umsetzung von Eigenstrom- und Mieterstromprojekten in ganz Deutschland. Sein Schwerpunkt ist die Integration verschiedener Energie- und Speichertechniken in dezentrale Energiekonzepte. Zuletzt hat er u.a. am Lehrstuhl für Elektrische Energiespeichertechnik der TU München die Integration von Batteriespeichern in Mehrfamilienhäusern erforscht.

5 KOMMENTARE

  1. Ich fahre nun seit gut 6 jahren einen Plugin Hybrid
    Der Verbrach an Benzin ist bei knapp 70000 grfahrn Km nicht einmal 500 Lieter!
    Als Zweitwagen würde ich mir heute evtl schon für die Kurzstrecken an einem reinelktrischen Auto herann
    Wagen ?
    Für länger Strecken würde ich nach meiner jetzt 6 jährigen Erfahrungen mit den Lotterispiel mit der Verfügbarkeit, und dem barrierefreien?? Zugang zu den Tanksäulen immer nicht heran wagen
    Ich könnte ein Buch schreib, wie oft wir nach langen Bemühungen um eine Aufladung, letzendlich. doch mit Sprtt nach Hause gefahren sind !!!
    Weil entweder ich, nicht die richtig Ladekarte hatte , ich nicht das richtige Ladekabel, dabei hatte, oder mein Smartfon keine Verbindung bekam, oder das Akku leer war
    Die Geldbörse war meist übervoll, und unser Bankkarten, und lesbare Personalausweise, konnten alle, nicht angwand werden!
    bei solchen Umständen, wird es schwer für die reine E Mobilität

  2. Nun Alex1, was hat Ihnen denn der von Ihnen erwählte Ökostrom-Händler geantwortet, wie der „extra für Sie persönlich im norwegischen Wasserkraftwerk erzeugte“ Strom zu Ihrer Steckdose gelangt? Oder vertrauen Sie einfach jedem blind, der eine Rauschebart hat und auf Werbefotos einen Strickpullover trägt?

    Was ändert denn das Stromdurchleitungsgesetz an der Tatsache, dass die Stromverbindung zwischen Deutschland und Norwegen „NordLink“ noch gar nicht fertiggestellt ist – und selbst nach Fertigstellung eine maximale Übertragungsleistung von popeligen 1,4 GW haben wird? Und soll ich mal raten, wer „Ihre“ Stromleitung bezahlen darf?

    Stutzig machen würde mich ja die Aussage von TenneT, dass die Leitung so viel Leistung bereitstellt, wie 466 Windindustrieanlagen mit je 3 MW. Wir erinnern uns ja noch an deren Stromproduktion am 19. Februar dieses Jahres… Aber dass TenneT von der Zufallsstromerzeugern offenbar keine Ahnung hat, muss einen ja nicht stören.

    Das Stromdurchleitungsgesetz ermöglicht stattdessen Ihrem regionalen Stromversorger, für den Strom, den der sowieso zu ihrem Haus transportieren würde, Ihrem Ökostromanbieter eine Rechnung zu stellen. Gerade in ländlichen Gebieten soll das wegen der verhältnismäßig großen Entfernungen zwischen den einzelnen Verbrauchern dem Hörensagen nach dazu führen, dass so macher Stromversorger an den abgesprungenen Strombeziehern mehr verdient, als an den eigenen Kunden.

    Bemerkenswert ist an Ihrer Wortmeldung aber was anderes: Erst kläffen Sie, ich hätte wohl die falschen Fragen an die falschen Anbieter gestellt oder die ursprünglich intelligenten Antworten ins Gegenteil umformuliert – anschließend geben Sie aber selbst zu, dass aus Ihrer Steckdose gar kein Ökostrom kommt.

    Und dann formulieren Sie auch noch, dass es gar nicht darauf ankommt, ob Sie selbst nun CO2 einsparen oder nicht – wichtig ist lediglich, dass irgendwo auf der Welt irgendwer (in Ihrem Namen) seinen CO2-Ausstoß reduziert.

    Das, was Sie zur Weltrettung beitragen, kann ich also auch: In China steht ein Windrad, das erzeugt pro Jahr deutlich mehr Strom, als ich im selben Zeitraum verbrauche. Nach Ihrer Definition ist somit mein gesamter Stromverbrauch Ökostrom. Noch besser: Ich tanke Benzin, das zu 5 % mit Bioethanol versetzt ist. Die Bioethanol-Menge im Tank der Tankstelle ist erheblich größer, als die Menge, die ich in meinen Tank abfülle. Also fahre ich zudem auch noch zu 100 % mit Biokraftstoff. Und da ich im Gegensatz zu Ihnen mein Haus nicht mit einer alten Ölheizung beheize ist mein ökologischer Fußabdruck bereits deutlich kleiner, als Ihrer.

    Schön finde ich auch, wie Sie nebenbei alle zu Deppen erklären, die tatsächlich einen Teil des eigenen Stromverbrauchs mittels PV-Anlage erzeugen…

    So langsam könnte ich Sie doch noch sympathisch finden.

  3. Es ist tatsächlich so, dass die Abdeckung mit eZapfen inzwischen ziemlich gut geworden ist. Es gibt kaum noch Lücken, nur noch in gewissen Gebieten.

    Die Karten- und Tarifvielfalt ist viel nerviger. Obwohl man in Deutschland mit den Karten von Maingau und New Motion fast überall gut zurecht kommt.

  4. Dann hast Du in alter Trollmanier vielleicht nicht die Richtigen angeschrieben.

    Wahrscheinlicher aber ist, dass Du ihre Antworten bösartig verzerrt hast.

    Das Entscheidende ist doch nicht, welcher Strom aus der Steckdose kommt, sondern welcher Strom für mich ins Netz eingespeist wird. Und da ist es ja schließlich egal, ob der Strom von meiner eigenen Solaranlage kommt oder von der meines Nachbarn. Auch egal, wenn der Nachbar in einer anderen Straße wohnt. Oder in einer anderen Stadt. Oder in einem anderen Land.

    Es geht schließlich um die CO2-Emissionen bei der Erzeugung. Und CO2 ist bekanntlich global unterwegs und schert sich nicht um Grenzen.

    Durch das Stromdurchleitungsgesetz ist das Ganze ja auch juristisch wasserdicht.

    Aber das kapiert unser Tröllchen ja wieder nicht.

  5. „Egal ob zuhause oder unterwegs, Ökostrom ist ein Muss, um klimabewusste unterwegs zu sein.“

    Bisher hat mir noch jeder Ökostrostrom-Anbieter, den ich angeschrieben habe, sinngemäß das gleiche geantwortet:

    „Strom ist weder grau noch grün, auch wenn in den Medien zuweilen von ‚Grünstrom‘ die Rede ist. Denn egal, ob Ökostrom- oder konventioneller Stromtarif – rein physikalisch betrachtet kommt aus der Steckdose des Ökostrom-Kunden der gleiche Strom wie beim Nachbarn. Strom gezielt zu bestimmten Abnehmern zu lenken, ist nicht möglich.“

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