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Die Zahl der Elektroautos in Deutschland wächst, wenn auch nur langsam. Bis 2020 könnten sie jedoch einen zweistelligen Marktanteil erreichen. Die Zahl der Ladestationen wird sich jedoch nicht im selben Tempo erhöhen – zu diesem Ergebnis kamen zumindest die Gründer von Chargery Christian Lang, Philipp Anders und Dr. Paul Stuke, die das Startup im Herbst 2017 ins Leben riefen. Ideale Voraussetzungen also für ihre Idee, Ladestrom per Fahrradkurier zu verkaufen.

>>> Ein ausführliches Interview mit Christian Lang, CEO von Chargery, haben wir in unserem 10. Energyload Podcast geführt <<<

Der erste Kunde ist DriveNow

Zu den ersten Kunden des Startups gehört der Carsharing-Dienst DriveNow, der in Berlin 150 Elektroautos in seiner Flotte hat. Das Prinzip ist einfach: Steht irgendwo ein Elektroauto mit leerem Akku, sendet DriveNow das Kennzeichen sowie die GPS-Koordinaten an Chargery. Ein Chargery-Fahrer macht sich dann mit einem Fahrradanhänger auf den Weg zum Fahrzeug. Auf dem Anhänger hat er einen großen Kasten,  in dem sich wechselbare Batteriepacks mit insgesamt 24 kWh Kapazität befinden. Damit ist das Elektroauto in vier Stunden wieder voll geladen.

Ein rundum nachhaltiges Konzept

Gerade in einer Stadt wie Berlin ist dieses Konzept sinnvoll. Ein Radfahrer ist unabhängig von der Verkehrssituation am schnellsten vor Ort, er ist nachhaltig unterwegs, und ein Fahrradanhänger kann in der Hauptstadt legal überall abgestellt werden. Während des Ladens ist das Kabel am Hänger und am Fahrzeug zum Schutz gegen Diebstahl verriegelt. Außerdem ist der Anhänger mit einem GPS-Chip versehen, so dass er sich leicht orten lässt. Damit es für den Fahrer nicht allzu anstrengend wird, hat der 150 Kilo schwere Anhänger einen eigenen Antrieb, der den Fahrer beim Treten unterstützt. Die mobilen Akkus werden übrigens mit Ökostrom geladen – wichtig, damit Elektroautos wirklich langfristig eine besser Energiebilanz haben als herkömmliche Fahrzeuge.

Bald auch für Privatkunden

Zur Zeit bietet Chargery seinen Service nur in Berlin und nur für Geschäftskunden an. Auch die Zahl der mobilen Ladestationen – Chargery besitzt aktuell fünf, die im Wechsel auf drei Anhängern unterwegs sind – ist noch überschaubar. Es handelt sich dabei um Prototypen, die nach Aussage des Startups noch entsprechend teuer sind. Doch die Idee soll auf andere Städte ausgeweitet und nächstes Jahr auch für Privatkunden angeboten werden. Diese sollen die mobile Ladestation per App rufen können und der Fahrer dann innerhalb von 30 Minuten vor Ort sein. Die Ladezeit soll mit der Nachfolgerversion des aktuellen Anhängers auf eine Stunde sinken. Was der Service genau kostet, verraten die Gründer noch nicht. Er liegt allerdings unter den Kosten, die aktuell für DriveNow anfallen, wenn der Carsharing-Anbieter seine Fahrzeuge selbst lädt.

Geldgeber gesucht

Um zu expandieren, sucht Chargery derzeit Geldgeber. Mit einem niedrigen Millionenbetrag sollen das Wachstum finanziert und Mitarbeiter eingestellt werden – zur Zeit rücken die Gründer noch für jeden Auftrag selbst aus. Neben DriveNow hat das junge Unternehmen schon einen weiteren Kunden hinzugewonnen, nämlich den von Matthias Schweighöfer gegründeten Streamingdienst Pantaflix. Für eine Filmproduktion nutzt dessen Tochtergesellschaft Pantaleon Films elektrische Smarts, die von Chargery mit Strom versorgt werden.

>>> Ein ausführliches Interview mit Christian Lang, CEO von Chargery, haben wir in unserem 10. Energyload Podcast geführt <<<

Chargery profitiert also davon, dass es zu wenige Ladesäulen für Elektroautos gibt. Doch die Gründer hoffen trotzdem nicht darauf, dass dieses Problem noch möglichst lange bestehen bleibt. Sie gehen vielmehr davon aus, dass sich umso mehr Elektroautos verkaufen, je mehr Ladesäulen es gibt. Das bedeutet am Ende auch mehr Nachfrage für Chargery, hoffen sie. Ursprünglich wollte Chargery übrigens kleine autonome Roboter zu den Autos fahren lassen und diese drahtlos per Induktion laden. Auch wenn das noch Zukunftsmusik ist: Ein Patent auf die Idee ist schon angemeldet.

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Quellen / Weiterlesen:
Der mobile Ladeservice für Ihre Elektroflotte | Chargery
150 Kilo Watt auf drei Rädern | golem.de
E-Autos: Das Foodora für Ladestrom | NGIN Mobility
Dieser Fahrradanhänger setzt Elektroautos unter Strom | Elektroauto-News
Berliner Start-up lädt E-Autos mit mobilem Akku | auto motor und sport
Chargery: GreenTec-Startup bietet mobilen Ladeservice für E-Autos | Home & Smart
So skurril profitiert ein Berliner Unternehmen von einem der größten Probleme bei E-Autos in Deutschland | Business Insider
Bilderquelle: © Chargery GmbH

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Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

1 KOMMENTAR

  1. Ich hab’s durchschaut: Das ist ein (leicht verspäteter) Aprilscherz! Richtig?

    Falls doch nicht: Warum bieten die nicht stattdessen einfach an, das liegengebliebene Auto mit ihrem Lastenfahrrad zur nächsten Ladesäule zu schleppen?
    Warum das Problem „Fahrer von Elektroautos gerade in Großstädten jederzeit ereilen“ können soll, leuchtet mir auch nicht ein. Als ob ausgerechnet auf dem „flachen Land“ die Ladesäulen-Dichte höher wäre…

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