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Eigentlich wollte Nikola Motors ausschließlich Brennstoffzellen-LKW bauen. Jetzt hat das Unternehmen plötzlich auch vollelektrische Versionen seiner beiden Sattelschlepper Nikola Two und Tre angekündigt. Woher kommt die Kehrtwende?

Nikola Two und Nikola Tre: wahlweise mit Batterie oder Brennstoffzelle

Es geht aus einem Tweet hervor: Die beiden Elektrolaster Nikola Two und Nikola Tre wird es nicht nur mit Brennstoffzellen, sondern auch als BEV-Versionen mit batterieelektrischem Antrieb geben. Die Sattelschlepper werden Mitte April auf der Nikola World in Scottsdale im US-Bundesstaat Arizona vorgestellt. Sie werden mit 500, 750 und 1.000 kWh Akkukapazität angeboten, teilte Nikola mit. An den Plänen, Wasserstoff-LKW für die Langstrecke inklusive des dazugehörigen Tankstellennetzes zu bauen, hält Nikola weiter fest.

Vor drei Jahren hatte Nikola LKW mit Hybrid-Elektro- und Hybrid-Erdgas-Antrieben angekündigt und war später auf die Brennstoffzelle umgeschwenkt. In der Zwischenzeit hat Tesla seinen Elektro-Sattelschlepper Semi vorgestellt, den Nikola bereits mehrfach öffentlich kritisierte. Möglicherweise will Nikola nun Tesla, Daimler, Thor und Volvo doch nicht allein das Feld bei Elektrolastern überlassen.

Nikola setzt für die Langstrecke weiter auf Brennstoffzellen

Über Twitter teilte Nikola mit, die BEV-Versionen seiner Sattelschlepper seien für die Kurzstrecke gedacht. Auf langen Strecken wären Wasserstoff-LKW nicht zu schlagen, weil sie leichter seien und deshalb dort günstiger betrieben werden könnten. Das Problem mit Batterie-LKW ist, dass sie sehr große Batterien brauchen, um lange Strecken ohne Zwischenladen bewältigen zu können. Das senkt die Nutzlast. Je kleiner die Batterie, desto geringer aber die Reichweite. Nikola bewirbt seit Jahren seine Brennstoffzellen-Trucks als Lösung. Dazu braucht es aber ein ausgebautes Netz an Wasserstoff-Tankstellen, von denen Nikola in den USA und in Kanada bis 2028 hunderte bauen will.

Nikola verklagt Tesla wegen Designpatenten

Die Modelle Nikola One und Nikola Two werden für Nordamerika mit vorstehender Motorhaube angeboten. Der Nikola Tre soll europäischen Standards entsprechen. Die Produktion der LKW soll in den nächsten drei bis vier Jahren beginnen. Übrigens wirft Nikola seinem Hauptkonkurrenten Tesla vor, das Design seines Semi bei Nikola geklaut zu haben. Dafür hat Nikola 2018 Klage gegen Tesla eingereicht und will 2 Milliarden Dollar Schadensersatz. Es ging dabei vor allem um das Design der Windschutzscheibe. In der Zwischenzeit bekam Tesla allerdings eigene Designpatente für den Semi zugesprochen, womit die Klage eher keine Aussicht auf Erfolg haben dürfte.

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Quellen / Weiterlesen
Nikola Motors kündigt E-Lkw ohne Brennstoffzelle an | golem.de
E-Mobilität: Nikola will E-Trucks mit bis zu einer Megawattstunde anbieten | heise online
Nikola will auch batterie-elektrische Lkw anbieten | heise online
Elektro-Lkw: Nikola wirft Tesla Design-Klau vor und fordert Milliarden | heise online
Design patents attest Tesla Semi is unique | electrive.com
Bilderquelle: © Nikola Corporation
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Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

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