Nikola Motors arbeitet an zwei elektrischen LKW mit Brennstoffzellenantrieb. Der Hersteller aus Michigan ist einer der größten Konkurrenten und schärfsten Kritiker von Tesla bzw. von Teslas Sattelschlepper Semi. Jetzt hat das Unternehmen allen Vorbestellern seiner Trucks ihre Anzahlung zurück überwiesen – ein neuer Seitenhieb auf Tesla.

Viele Ähnlichkeiten zu Tesla

Erst Ende des Jahres hatte Nikola Motors in einer Reihe von Tweets die Leistungswerte des Tesla Semi angezweifelt und Elon Musk sogar Betrug und Aktionärstäuschung unterstellt. Die Reichweite und Beschleunigungswerte seien unrealistisch. Trotz der Kritik ahmt Nikola Motors Tesla durchaus auch nach: Der Firmenname Nikola Motors bezieht sich wohl auf den Elektroingenieur und Erfinder Nikola Tesla, von dem auch Tesla seinen Namen hat. Außerdem hat Nikola Motors ebenso wie Tesla eine eigene Energiesparte gegründet. „Nikola Energy“ hat den Solarinstallateur Alternative Power gekauft und will Batteriespeichersysteme, Solarsysteme und Produktionsanlagen für Wasserstoff vertreiben. Das erinnert stark an Elon Musks Bestreben, Tesla zum Energiekonzern umzubauen und Elektroautos, Speicher und Solaranlagen gemeinsam anzubieten. Tesla hat ebenfalls schon mehrere stationäre Großspeicher in Betrieb genommen, zuletzt in Südaustralien.

„Wir verwenden Ihr Geld nicht für unseren Geschäftsbetrieb“

Nun hat Nikola bekanntgegeben, allen Vorbestellern seiner Trucks ihre Anzahlung zu erstatten. Der Platz in der Warteschlange bleibe erhalten, verspricht das Unternehmen. „Wir verwenden Ihr Geld nicht wie andere Unternehmen für unseren Geschäftsbetrieb“, hieß es. Man habe Vorbestellungen im Wert von 8 Milliarden Dollar vorliegen, wer brauche da noch Anzahlungen, prahlt Nikola. Mit „anderen Unternehmen“ ist Tesla gemeint. Der Autobauer nimmt aktuell 20.000 Dollar pro Vorbestellung für den Tesla Semi entgegen, verbrennt mit dem laufenden Geschäft aber nach wie vor Geld.

Die Brennstoffzellen-LKW kommen 2021 auf den Markt

Ursprünglich hatte Nikola eine Anzahlung von 1.500 Dollar verlangt. Dafür sollten Käufer auch einen 72-monatigen Leasingvertrag erhalten, mit dem sie in den USA unbegrenzt Wasserstoff tanken können. Diese Vorteile sollen bestehen bleiben. Nikola Motors beginnt nächstes Jahr mit dem Bau einer Fabrik für eine Milliarde Dollar in Arizona, wo ab 2021 die Elektro-LKW Nikola One und Nikola Two vom Band rollen sollen. Beide Modelle bekommen einen Antrieb von über 735 Kilowatt und sollen mit einer Wasserstoffladung zwischen 1.300 und knapp 2.000 Kilometer weit kommen. Schon Ende 2016, nachdem der Nikola One vorgestellt wurde, hatte Nikola nach eigenen Angaben 7.000 Vorbestellungen im Wert von 2,3 Milliarden Dollar vorliegen.

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Quellen / Weiterlesen:
Nikola Motor takes swipe at Tesla Semi as it refunds all deposits for its electric-hydrogen truck | electrek
Nikola Motor goes full Tesla copycat mode with new energy division | electrek
Nikola erstattet Vorbestellern ihre geleistete Anzahlung | electrive.net
Bilderquelle: © Nikola Corporation

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Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

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