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25Das Strom-Ökosystem von Tesla verbindet Solaranlage, Heimspeicher und Elektroauto miteinander. Eine ähnliche Vision hat auch Stephen Fitzpatrick vom britischen Energieversorger OVO Energy. Nur, dass man für seinen neuen Heimspeicher gar keine Solaranlage braucht und er mit seiner bidirektionalen Ladestation für zuhause Elektroautos erstmalig zu einem Teil des Stromsystems macht.

Intelligenter Heimspeicher nutzt günstige Strompreise

Der intelligente Heimspeicher von OVO Energy soll künftig auch Solarstrom speichern, doch das ist nicht seine Hauptaufgabe. Er soll den Strom für britische Haushalte günstiger machen, indem er automatisch Netzstrom aufnimmt, wenn die Preise gerade niedrig sind. In Ländern wie Großbritannien, in denen es tageszeitabhängige Strompreise gibt, eine sinnvolle Sache. Abends, wenn die Nachfrage und die Preise steigen, können Haushalte dann den tagsüber gespeicherten Strom nutzen. Der OVO-Speicher wird mit Kapazitäten zwischen 4,2 und 10 Kilowattstunden angeboten und kann drinnen und draußen aufgestellt werden. In der Testphase, die diesen Sommer beginnt, können zunächst nur Kunden des Energieversorgers den Speicher bestellen.

OVO Vehicle-to-Grid Charger: Ein bidirektionales Ladegerät für zuhause

Noch viel bahnbrechender ist der Vehicle-to-Grid-Lader für Elektroautos, den OVO zeitgleich vorgestellt hat. Dieses Ladegerät, das OVO gemeinsam mit Nissan entwickelt hat, ist eins der ersten seiner Art. Es funktioniert bidirektional, kann also das Elektroauto aufladen, aber auch Strom aus dem Akku ins Netz abgeben. Über Vehicle-to-Grid oder V2G können Besitzer von Elektroautos also in Zeiten großer Nachfrage ungenutzten Strom verkaufen. Sie verdienen damit Geld und stabilisieren gleichzeitig das Stromnetz – eine immer wichtigere Aufgabe in Zeiten von wetterabhängigem Strom aus Sonne und Windkraft. Der Lader leistet 6 KW und wird diesen Sommer zunächst kostenlos an 1.000 Besitzer des Nissan Leaf in Großbritannien verteilt, die laut OVO dadurch 274 Pfund (etwa 314 Euro) im Jahr verdienen können. Die britische Regierung fördert das Projekt.

Steuerung über smarte Plattform VCharge

Zeitgleich stellte OVO einen weiteren, „normalen“ Lader für Elektroautos mit 7 KW Leistung vor. Alle drei Produkte werden über die KI-Plattform VCharge gesteuert, die automatisch „smart“ lädt. Also nicht nur dann, wenn es am günstigsten ist, sondern auch, wenn es am ökologischsten ist, wenn also gerade viel Energie aus sauberen Quellen ins Netz fließt. Zugleich sorgt die Plattform dafür, dass die Netze in nachfragestarken Zeiten nicht überlastet werden und passt das Ladeverhalten entsprechend an. Dafür verarbeitet sie Informationen zum Stromangebot, Nachfrage, Preis, und Wetterprognosen. Der Nutzer hat über eine App jederzeit die Kontrolle über den Ladezeitpunkt und den Mindestladestand und kann die automatischen Einstellungen natürlich jederzeit überstimmen – etwa, wenn eine längere ungeplante Fahrt ansteht.

Auf dem Weg in eine Zukunft der dezentralen Stromversorgung

„In 20 Jahren wird es auf dem Energiemarkt viel mehr um Software als um Strom gehen“, sagt Geschäftsführer Stephen Fitzpatrick. Er hat OVO 2009 gegründet und führt den Energieversorger nun in eine Zukunft der dezentralen Energieversorgung. Eine Entwicklung, die seiner Meinung nach der gesamte Sektor nehmen muss. Das klassische Geschäftsmodell mit großen Kraftwerken läuft aus, die Bedeutung vernetzter, dezentraler Erzeuger wird stark zunehmen. Entweder die Energieriesen passen sich an, oder sie gehen unter.

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Quellen / Weiterlesen:
It’s time to power your life differently | OVO Energy
Ein britisches Startup bläst zum Angriff auf Tesla | finanzen.net
Britain’s Ovo Is Taking On Tesla To Forge | Forbes
OVO präsentiert V2G-Lader für den Heimgebrauch | electrive.net
Bildquelle: OVO Energy

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1 KOMMENTAR

  1. So funktioniert das mit der Energiewende: Der Bürger wird belohnt dafür, dass er Speicherkapazität bereithält.

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