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Was passiert mit den Batterien von Elektroautos, wenn sie nicht mehr genug Power haben? Reif für den Schrott sind sie auf keinen Fall, denn sie lassen sich noch jahrelang in stationären Stromspeichern verwenden. Genau das haben Daimler und BJEV in China vor: Die beiden Partner errichten den ersten Second-Life-Batteriespeicher in Peking.

Wie Second-Life-Batterien die Energiewende unterstützen

Die Daimler-Tochter Mercedes-Benz Energy und der Elektroauto-Hersteller BJEV haben dazu eine Entwicklungspartnerschaft vereinbart. Sie wollen alte Fahrzeugbatterien von BJEV nutzen, um daraus große Batteriespeicher zu bauen. BJEV hat nach eigenen Angaben bereits über 420.000 Elektroautos in China verkauft.

Wenn die Kapazität dieser Batterien auf 70 bis 80 Prozent gesunken ist, haben sie fürs Auto nicht mehr genug Leistung. Ihre Kapazität reicht aber voll und ganz für stationäre Anwendungen aus. Diese können zum Beispiel Strom aus erneuerbaren Energien zwischenspeichern und das chinesische Stromnetz unterstützen, weil sie Schwankungen und Stromausfälle ausgleichen. Um das aufzuzeigen, werden die Ingenieure von Mercedes-Benz Energy nun umfangreiche Tests und Simulationen durchführen, teilte Daimler mit.

Weitreichende Chancen für stationäre Stromspeicher

Mercedes-Benz Energy-Chef Gordon Gassmann sieht weitreichende Chancen für stationäre Stromspeicher und damit auch für Second-Life-Batterien. In Deutschland betreibt das Unternehmen schon drei Großspeicher aus alten Elektroauto-Batterien mit insgesamt 40 Megawattstunden Kapazität. Weltweit steige der Ausbau regenerativer und damit schwankender Energieerzeugung rapide, sagte Gassmann. Zudem stelle die tendenziell wachsende Entfernung zwischen dem Ort der Energieerzeugung und dem Ort des Verbrauchs die heutigen Stromnetze vor große Herausforderungen.

Für Mercedes Benz-Energy sind Second-Life-Stromspeicher der zweite Anlauf, um mit Stromspeichern Geld zu verdienen. Ursprünglich hatte die Daimler-Tochter Solar-Heimspeicher verkauft, sich dann aber aus diesem Markt zurückgezogen.

Nachhaltiger Umgang mit wertvollen Rohstoffen

Mit der Verwendung von Second-Life-Batteriespeichern setze man zudem wertvolle Rohstoffe nachhaltig ein, betonte Gordon Gassmann. Schließlich ist die Herstellung der Batterie sehr energie- und rohstoffintensiv, weshalb sie mit Abstand das teuerste und wertvollste Bauteil jedes Elektroautos ist. Der Markt für Second-Life-Anwendungen ist noch klein, kann aber stark wachsen, wenn immer mehr Elektroauto-Batterien in die Jahre kommen. Damit verbessert sich auch die Ökobilanz von Elektroautos.

Second-Life-Batterien in China

Daimler ist seit letztem Jahr mit einer Minderheitsbeteiligung an BJEV beteiligt und kooperiert auch mit der Muttergesellschaft BAIC. Das Staatsunternehmen BAIC ist einer der größten Autohersteller in China, dem wichtigsten Markt für die Elektromobilität. Die chinesische Regierung hat die Stromer in den letzten Jahren massiv gefördert, deshalb bietet sich China als Markt für die Errichtung von Second-Life-Batterien an.

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Quellen / Weiterlesen

Mercedes-Benz Energy und Beijing Electric Vehicle starten Entwicklungspartnerschaft zu 2nd-Life-Batteriespeichern | Daimler AG
Mercedes-Benz Energy and Beijing Electric Vehicle start development partnership on 2nd-life battery storage | Gasgoo
Daimler To Partner With BJEV On 2nd-Life Battery Storage | Inside EVs
Mercedes-Benz Energy, Beijing Electric Vehicle start development partnership on 2nd-life battery storage | Green Car Congress
Daimler und BAIC entwickeln Second-Life-Batteriespeicher | electrive.net
Mercedes-Benz Energy kooperiert mit BJEV | freenet.de
Bildquelle: © Daimler AG

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