Die EU will bei neuen Batterietechnologien vorn mit dabei sein und fördert deshalb unter anderem das Projekt COBRA. Dabei geht es um Batterien ohne Kobalt. Einige Schwächen heutiger Lithium-Ionen-Batterien sollen überwunden werden.

19 Partner aus Industrie und Forschung

In Deutschland sind die Technische Hochschule Ingolstadt, zwei Fraunhofer-Institute sowie die Unternehmen Infineon, Liacon und Aentron beteiligt. Weitere Partner stammen aus Schweden, Norwegen, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, der Türkei und Spanien.

Das Ziel von COBRA (CObalt-free Batteries for FutuRe Automotive Applications) ist es, die nächste Batteriegeneration zu entwickeln. Heutige Lithium-Ionen-Batterien enthalten viele umweltschädliche und ethisch bedenkliche Rohstoffe, wobei vor allem Kobalt im Fokus steht. Mit steigender Nachfrage nach Elektroautos und Stromspeichern werden umweltfreundliche Batterien dringend benötigt.

Hohe Leistung, Nachhaltigkeit und Sicherheit

Die neuen Batterien sollen eine Energiedichte von mindestens 750 Wh/Liter aufweisen und über 2.000 Ladezyklen überstehen. Außerdem hat sich COBRA zum Ziel gesetzt, die Batteriekosten auf Paketebene bis zum Start der Serienproduktion auf höchstens 90 Euro je Kilowattstunde zu senken. Schnellladefähigkeit mit 3C gehört ebenfalls zu den Zielen, sowie eine Gewichtsreduktion um 50 Prozent.

Beim Thema Nachhaltigkeit steht nicht nur der Verzicht auf Kobalt im Vordergrund, sondern auch die Recyclingfähigkeit der Batterien: 95 Prozent der verwendeten Metalle sollen wiederverwertet werden. Zudem wollen die Projektpartner die Entflammbarkeit im Temperaturbereich -40 bis 100 Grad Celsius verringern. Das Gehäuse soll für mindestens 30 Minuten einem Feuer mit 800 Grad Celsius standhalten können.

Das Projekt läuft bis Anfang 2024 und erhält 11,8 Millionen Euro Fördergelder aus dem EU-Programm Horizon 2020. Durch die Beteiligung mehrerer führender Batteriehersteller geht COBRA davon aus, dass die neuen Batterien leicht auf bestehende Herstellungsprozesse angepasst und die Produktion hochskaliert werden kann. Das verbessert die Markteinführung und soll damit helfen, Europas Rolle in der Batterieproduktion zu stärken.

Quellen / Weiterlesen

Forschungsprojekt COBRA arbeitet an kobaltfreien Batterien | electrive.net
European project to develop cobalt-free EV batteries awarded €11.8M | Green Car Congress
TNO and Partners Are Awarded 11.8M Euro Grant To Develop Next Generation Cobalt-Free Batteries | TNO
Developing the next generation of Cobalt-free Li-ion batteries for electric vehicles | COBRA
Bildquelle: flickrAndy Armstrong

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here