Verbrennungsmotoren verursachen eine ganze Reihe von Schadstoffen. Die Zeiten dicker Rußwolken aus dem Auspuff sind zwar vorbei, trotzdem enthalten Autoabgase eine ganze Reihe gesundheitsgefährdender Stoffe. Die wichtigsten sind Stickoxide und Feinstaub. Die größte Gesundheitsgefahr wird jedoch ignoriert.

Die Zusammensetzung hängt vom Motortyp ab

Abgase enthalten neben Stickstoff und Wasserdampf auch CO2 und daneben eine ganze Reihe von Schadstoffen. CO2 in Abgasen schädigt zwar nicht die Gesundheit, ist aber für die Erderwärmung verantwortlich. Weiter enthalten sind Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoffe. Diese sind für Menschen zwar gesundheitsschädlich, können jedoch durch Katalysatoren unschädlich gemacht werden. Wirklich gefährlich sind aber Stickoxide und Feinstaub, deren Konzentration in Benzin- und Dieselmotoren unterschiedlich ist. Der Diesel stößt zwar weniger CO2 aus, dafür aber dreimal so viele Stickoxide wie Benziner. Bei diesen wiederum verursachen gerade die modernen Modelle mit Direkteinspritzung die viel gefährlicheren ultrafeinen Feinstaubpartikel. Ältere Modelle haben oft keinen Partikelfilter.

Dazu kommen größere Feinstaubpartikel, die durch Reifen- und Bremsenabrieb und durch aufgewirbelten Staub entstehen. Hier entstehen besonders viele große Partikel der Größe PM 10, für die genau wie für Stickoxide in der EU Grenzwerte gelten. Bei den Stickoxiden und für Feinstaubpartikel der Größe PM 10 gilt ein Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, jeweils im Jahresmittel. Für kleinere Feinstaubpartikel (PM 2,5) liegt der Grenzwert bei 25 Mikrogramm/Kubikmeter. In vielen Kommunen wurden 2017 die Grenzwerte für Stickoxide und Feinstaub überschritten. Für den besonders feinen Ultrafeinstaub gibt es noch keine Grenzwerte, weshalb er nicht systematisch erfasst wird. Experten warnen jedoch, dass diese besonders feinen Artikel die Gesundheit in jeder Konzentration schädigen können.

Wie machen Abgase krank?

Bei den Stickoxiden unterscheidet man zwischen Stickstoffdioxid (NO2) und Stickstoffmonoxid (NO). Stickstoffdioxid ist ein Reizgas, das bei Kontakt mit den Atemwegen oder der Augen Reizungen auslöst. Dabei können Gewebe und Zellen Schaden nehmen. Mediziner machen Stickstoffdioxide für eine ganze Reihe von Atemwegserkrankungen verantwortlich, Menschen mit Vorerkrankungen wie Asthmatiker sind besonders gefährdet. Stickstoffmonoxid dringt tiefer in den Körper ein und führt in Großstädten bei erhöhten Werten regelmäßig zu einer höheren Rate von Schlaganfällen und Herzinfarkten. Deshalb dürfen Städte nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes im Februar zur Einhaltung der Grenzwerte als letztes Mittel auch Fahrverbote verhängen.

Gesundheitsgefahr Ultrafeinstaub

Als noch weitaus gefährlicher als Stickoxide gilt Feinstaub, der ebenso für Atemwegserkrankungen verantwortlich gemacht wird und Herzleiden sowie Kreislauferkrankungen begünstigt. Ultrafeinstaub hingegen gelangt durch die Lungenwand in die Blutbahn und soll sogar über den Geruchsnerv bis ins Gehirn eindringen. Er verursacht Krebs, Diabetes, Asthma und Herzinfarkte und schädigt schon Ungeborene. Manche Studien legen auch einen Zusammenhang mit Demenzerkrankungen nahe. Die Politik ignoriert das Thema Ultrafeinstaub bisher. Doch ohne langfristige Messungen können keine vergleichenden Gesundheitsstudien durchgeführt werden. Und ohne diese kann die EU keine Grenzwerte festlegen.

Zehntausende Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen von Abgasen

Einer Studie des Umweltbundesamtes zufolge gibt es in Deutschland jedes Jahr 47.000 vorzeitige Todesfälle durch Feinstaub. Die EU geht sogar von 60.000 Fällen aus. Für die Stickoxide liegen die Schätzungen bei rund 10.000 Todesfällen. Feinstaub entsteht übrigens nicht nur im Straßenverkehr. Auch die Industrie ist für fast 40 Prozent der Feinstaub-Emissionen verantwortlich. Hinzu kommen Öfen, Heizungen und offene Kamine.

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Quellen / Weiterlesen:
Feinstaub | Umwelt Bundesamt
So gefährlich ist Ultrafeinstaub | SWR
Woraus Abgase bestehen und wie sie wirken | Stuttgarter-Zeitung
Bildquelle: Pixabay

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Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

7 KOMMENTARE

  1. Na sicher doch, Alex1, die Erde ist das Zentrum des Universums, Ovid war Grieche und Sie haben Ahnung von wissenschaftlichem Arbeiten…

  2. Och jo, wie üblich versteht Klimatroll Hentinger nichts von Wissenschaft, beliebt aber darüber zu meckern.

    Quamquam sunt sub aqua, sub aqua maledicere temptant. Sagt der Grieche dazu. Man könnte auch Dunning und Kruger bemühen…

  3. Unter dem angegebenen Link befindet sich keine Studie, sondern lediglich das Dokument „Beitrag im UMID: Gesundheitliche Belastung durch Feinstaub.“ Darin wird erklärt, wie das Umweltbundesamt zunächst aus den nur rudimentär vorhandenen Feinstaub-Punktmessdaten mit Hilfe von Computerspielen die angebliche mittlere Belastung in einem 1×1-km-Raster interpolierte. Verkehrsbedingte Feinstaubemissionen wurden dabei nicht berücksichtigt, denn dies wird erst für zukünftige Weiterführungen dieses Theaters angekündigt.

    Für das selbe Raster wurde dann ermittelte, wie viele Leute dort wohnen und aus beiden Daten berechnet, wie viele Personen angeblich welcher Belastungsstufe ausgesetzt waren (Tabelle 2). In einem weiteren Schritt hat man dann daraus das „bevölkerungsbasierte Expositionsrisiko“ geschätzt, indem man alle Fälle von Kindern unter 5 Jahren, die an Atemwegserkrankungen gestorben sind und alle Fälle, in denen Erwachsene über 30 Jahre an Lungenkrebs oder an einer Erkrankung von Herz oder Lunge gestorben sind, in einen Topf geworfen hat, einmal kräftig umrührte und aufgrund der vorher geratenen Belastungswerte den Prozentsatz würfelte, bei dem der Tod durch den Feinstaub verursacht wurde.

    Es wurde also unter anderem gar nicht berücksichtigt, ob die Verstorbenen überhaupt in einem übermäßig belasteten Gebiet lebten – oder ob die Sterberate an den berücksichtigten Ursachen wenigstens in irgend einem Zusammenhang mit den (angeblichen) Belastungswerten stand (also bei angeblich sauberer Luft auch weniger Leute starben). Zur Rechtfertigung hat man folgendes Märchen eingebaut:

    „Grundsätzlich gilt, dass gesundheitliche Effekte sowohl bei Langzeitexposition als auch bei Exposition gegenüber kurzzeitigen Belastungsspitzen von Feinstaub auftreten können. Da bisher keine Wirkungsschwellen bekannt sind, folgt daraus, dass auch mittlere PM10­-Konzentrationen unterhalb von 7 µg/m³ einen negativen Einfluss auf die Gesundheit haben können.“

    Wenn dieser Satz zutreffen würde, wären die Grenzwerte im Arbeitsbereich vorsätzliche Körperverletzung.

    Wenn keine Wirkungsschwellen bekannt sind, dann könnte das aber auch daran liegen, dass die behauptete Wirkung gar nicht vorhanden ist. Man müsste also erst einmal belegen, dass diese Vermutung nicht zutreffen kann.

    Völlig unberücksichtigt blieb aber u.a. auch, ob der Verstorbene z.B. Alkoholiker oder Raucher war, in einem Raucherumfeld lebte, oder an einem besonders exponierten Arbeitsplatz tätig war.

    Dass das ganze Dokument eine Lachnummer ist, ergibt sich aber bereits aus der Zusammenfassung am Anfang – und das nicht nur, weil die englische Aussage „Morbidity data could not be considered due to the lack of representative data for the German population“ seltsam ins Deutsche übersetzt wird: „Repräsentative Morbiditätsdaten sind für die deutsche Bevölkerung bisher nicht frei verfügbar und können daher nicht berücksichtigt werden.“

    Insgesamt ist die so geratene „Krankheitslast“ also etwa so aussagekräftig, wie Zukunftsszenarien von sogenannten Klimaforschern. Aber sie liefert halt eine hübsche Zahl, mit der Kleingeister dann in Foren um sich werfen können.

  4. Oh je, Hentinger weiß wieder nix. Wie üblich. Und fragt auch noch, wie man was im Netz findet.

    Und von Epidemiologie hat er natürlich überhaupt keine Ahnung. Wie allgemein von Wissenschaft. Aber immer meckern.

    Wenn er es ja wirklich ernst meinen würde mit Wissenserwerg, könnte man ihm ja noch helfen, aber er will es ja gar nicht wirklich wissen, sondern nur trollen. Aber auch das ist nix Neues.

  5. Die Studie des UBA finden Sie hier:

    https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/feinstaub-stickstoffdioxid-belasten-auch-2013

    Zitat:

    Thomas Holzmann: „Nach Berechnungen des Umweltbundesamtes gibt es jährlich im Schnitt rund 47.000 vorzeitige Todesfälle infolge der zu hohen Feinstaubbelastung – durch akute Atemwegserkrankungen, kardiopulmonale Erkrankungen oder Lungenkrebs. Wir plädieren für eine rasche Verschärfung der geltenden EU-Grenzwerte auf Basis der wissenschaftlichen Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO.“

    Viele Grüße

    Stephan Hiller

  6. „CO2 in Abgasen schädigt zwar nicht die Gesundheit, ist aber für die Erderwärmung verantwortlich. … Wirklich gefährlich sind aber Stickoxide und Feinstaub“
    Ernsthaft? Von all dem Zeug, das aus Verbrennungsanlagen austritt, sind nur CO2, Stickoxide und Feinstaub wirklich gefährlich?

    Warum gibt es bezüglich der Todesursachen nur Schätzungen? Ich dachte bisher immer, die wird auf dem Totenschein angegeben. Und wie erfolgt so eine Schätzung dann konkret?

    Wo findet man die im Artikel erwähnte Studie des Umweltbundesamtes?

    Und wo findet man die Angabe, wie viele Patienten aktuell wegen Feinstaub- und/oder Stickoxid-Schädigung in deutschen Krankenhäusern liegen?

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