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Die Erneuerbaren legen weiter zu: Weltweit wurden im letzten Jahr 167 Gigawatt neu installiert, wie die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) mitteilte. Damit liegt die installierte Gesamtkapazität inzwischen bei 2.179 GW. Am stärksten wuchs die Solarenergie, gefolgt von Windkraft. Beide Technologien profitieren von sinkenden Kosten. Die EU fällt allerdings immer weiter zurück, China hat die Vorreiterrolle übernommen.

Solarenergie wuchs um 32 Prozent

Die Zahlen stammen aus dem IRENA-Bericht Renewable Capacity Statistics 2018, der Daten aus über 200 Ländern und Regionen enthält. Demnach war die Solarenergie im letzten Jahr Spitzenreiter und konnte weltweit um 32 Prozent zulegen. Windkraft folgt mit 10 Prozent an zweiter Stelle. Das liegt vor allem an den starken Kostensenkungen: So ist der Preis für die Stromgestehungskosten von Solarstrom in den letzten sieben Jahren um 73 Prozent gefallen. Bei Onshore-Windstrom gingen die Kosten um fast ein Viertel zurück. Damit sind beide Technologien bei den Kosten inzwischen gleichauf mit fossilen Energieträgern. Im Schnitt haben erneuerbare Energien in den vergangenen sieben Jahren im Schnitt um 8,3 Prozent pro Jahr zugelegt.

“Die neuen Zahlen bestätigen, dass die globale Energiewende weiter schnell voranschreitet, dank schnell fallender Preise, technologischer Verbesserungen und dank einem zunehmend günstigen politischen Umfeld“, sagte IRENA-Generaldirektor Adnan Z. Amin. „Länder, die ihr Wirtschaftswachstum vorantreiben und Arbeitsplätze schaffen wollen, setzen jetzt auf erneuerbare Energien, genauso wie Länder, die CO2-Emissionen senken, den Zugang zu Strom ausbauen, die Luftverschmutzung reduzieren und die Energiesicherheit erhöhen wollen. Obwohl der Energieerzeugungssektor seine Stärke damit klar unter Beweis stellt, geht eine vollständige Energiewende über die Stromerzeugung hinaus. Sie schließt die Endverbrauchssektoren Wärme, Kälte und Transport mit ein, wo ein erhebliches Wachstumspotential für erneuerbare Energien besteht“, fügte Amin hinzu.

In China geht der Zubau am schnellsten

China liegt bei den Erneuerbaren weiterhin vorn, fast die Hälfte des weltweiten Zubaus fand letztes Jahr dort statt. Das Land hat die die wirtschaftlichen Vorteile der Wind- und Solarkraft erkannt und steckt deshalb massiv Geld in den Sektor. Bloomberg New Energy Finance (BNEF) zufolge hat das Land im letzten Jahr die Rekordsumme von 133 Milliarden Dollar investiert. Die Hälfte davon floss in die Solarenergie, der Zubau betrug hier 53 Gigawatt.

Die EU fällt weiter zurück

Zum Vergleich: Der einstige Vorreiter Deutschland installierte im gleichen Zeitraum nur knapp 2 Gigawatt Solarenergie. Laut BNEF haben sich die Investitionen der EU in erneuerbare Energien in den letzten sechs Jahren sogar mehr als halbiert. Sie lagen im letzten Jahr bei 57 Milliarden Dollar. Europa will hier wieder aufholen, aktuell diskutieren die EU-Kommission, das Parlament und die Mitgliedsstaaten über ein Maßnahmenpaket mit dem Titel „Clean Energy for All Europeans“. Darin wird unter anderem vorgeschlagen, den Anteil der Erneuerbaren am Gesamtenergieverbrauch bis 2030 auf 27 Prozent zu steigern. 2016 lag er bei 17 Prozent. Das EU-Parlament stimmte kürzlich für eine Anhebung auf mindestens 35 Prozent.

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Quellen / Weiterlesen:
Renewable Capacity Statistics 2018 | IRENA
Global Renewable Generation Continues its Strong Growth | modern diplomacy
IRENA: Photovoltaik verzeichnete 2017 die größten Zubauraten unter den Erneuerbaren | pv magazine
Erneuerbare Energien: China übernimmt Europas Vorreiterrolle | Deutsche Welle
Bildquelle: Wikipedia – By Hahaheditor12667 [CC BY-SA 4.0]

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22 KOMMENTARE

  1. Achja, Alex1: Ich finde es übrigens höchst amüsant, wie Sie das gute alte (und sinnfreie) „don’t feed the troll“ permanent selbst ad absurdum führen.

  2. Es geht doch schon lange nicht mehr um eine Energiewende. Als ob irgendwer einen Millionenschweren Wind- oder Solarpark in die Landschaft stellt, weil er das Klima retten will – oder gar, weil er die Energieversorgung sicherstellen will.

    Aber auch die alteingesessenen Energieversorger haben im Zuge der angeblichen Enegiewende eine neue Einnahmequelle entdeckt: Die Digitalisierung, die ja angeblich wegen der Energiewende zwingend notwendig sei – mit der die Energieversorger aber vor allem so ziemlich alles über ihre Kunden erfahren können (ganz ohne unzuverlässige Selbstauskünfte wie bei Facebook) – also „Big Data“.

    Und was man mit solchen Daten u.a. anstellen kann, beweist ja nicht nur Facebook.

    „Mit neuen Geschäftsmodellen und schnell zu implementierenden Lösungen kann die IT einen werthaltigen Beitrag für das Stadtwerk der Zukunft leisten. Deshalb arbeitet GISA gezielt an der Entwicklung innovativer Anwendungen, die erst durch die Digitalisierung möglich werden. Die Eigenentwicklung gisa.Costumer Insight ermöglicht es zum Beispiel, den Kundenwert anhand von aktuellen Verbrauchs- und Abrechnungsdaten zu identifizieren. Daraus leitet die Anwendung die Kündigungswahrscheinlichkeit ab und versetzt Energieversorger in die Lage, gezielt Marketing-Maßnahmen einzuleiten. Big Data wird so zur aktiven Marketing-Basis.“
    https://www.stadt-und-werk.de/meldung_28950_Auf+dem+Weg+zum+Stadtwerk+4.0.html

    Im Gegensatz zur Nutzung von Facebook kann sich aber niemand der Bespitzelung durch die Energieversorger entziehen. SmartMeter sind schon längst für einen großen Teil der Bevölkerung gesetzlich vorgeschrieben – der Rest wird natürlich noch dazu kommen. Das gilt selbstverständlich nicht nur für Deutschland.

    Noch heftiger wird die Rundum-Bespitzelung aber mittels dem „Internet der Dinge“, denn damit hat nahezu jedes Gerät seinen eigenen Internetzugang, der von den Nutzern nicht mehr kontrolliert werden kann.

    In neuen PKWs sind solche Spitzelsysteme seit kurzem auch Pflicht (getarnt als Unfallmelder) – die Nutzer von Elektroautos haben das ja schon vor dieser Vorschrift freiwillig mit sich machen lassen. Die sind ja auch stolz darauf, Vorreiter zu sein.

  3. Dieser weltweite Ausbau der erneuerbaren Energien ist eine gute Möglichkeit, die Energienutzung auszuweiten. Besonders unsere Gesellschaft braucht mehr wegen unserer Technologie. Sehr schöner Blog.

  4. Geiles Zeug! Woher hast Du das? Gib mir doch mal die Adresse Deines Dealers. Ich möchte auch mal so frei im Raum herum fantasieren.

  5. Weil es so schön zu der Diskussion hier passt, hier noch eine aktuelle Meldung von welt.de:
    https://www.welt.de/wirtschaft/article176196637/Strom-Jeder-fuenfte-Deutsche-befuerwortet-guenstigen-Atomstrom.html

    Aufgrund dieses Artikels stelle ich mir gerade die Frage, was eigentlich passieren würde, wenn man als Endkunde Strom einkaufen könnte, der ausdrücklich nicht von Zufallsstromerzeugern und Lebensmittelvergammlern stammt – und man deshalb für diesen auch keine EEG-Umlage zahlen müsste.

    Also quasi eine Abstimmung über die Unterstützung der „German Energiewende“ mit dem Geldbeutel. Die Leute, die für den Blödsinn sind, zahlen allein die EEG-Umlage – alle anderen haben damit nichts zu tun.

    Auch ohne diesen massiven Preisvorteil findet diese Abstimmung offenkundig längst statt:
    https://www.welt.de/wirtschaft/article174424232/Sieben-Jahre-nach-Fukushima-Deutsche-verlieren-Interesse-an-Oekostrom.html

    Ist aber schon bemerkenswert: Der Zubau steigt immer weiter – und die Nachfrage sinkt gleichzeitig immer mehr.

    Ich hab’s vor längerer Zeit schonmal vorgeschlagen: Auch Elektroautos sollten von den Autohändlern nur noch versteigert werden. Die Differenz aus dem Versteigerungsgebot und dem Einkaufspreis des Händlers tragen dann alle Verkehrsteilnehmer durch eine Nutzungsgebühr für Straßen, Radwege, Bürgersteige usw.
    Das würde den Erfolg der Elektroautos definitiv dramatisch steigern. Vielleicht würde selbst ich mir dann das eine oder andere ersteigern – und sei es, um es dann als billigen Kaninchenstall zu nutzen.

  6. Ach Alex1, wie soll man denn etwas leugnen, das gar nicht existiert – wie z.B. ein Weltklima?
    Sie können uns aber gerne trotzdem noch erklären, was Ihre Hypothese von der warmen Wand hinter dem CO2, aus der die Wirkung als Treibhausgas resultieren soll, mit einer angeblich erfolgreichen globalen Energiewende zu tun hat, die sich allerdings vor allem darin zeigt, dass der CO2-Ausstoß weiter zunimmt.

    Den Link auf den erfolgreichen Crashtest des StreetScooter haben Sie noch immer nicht gefunden? Nunja, wen wundert’s…

  7. Da kriegst Du Rumpelstilzchen ja auch kein Bein auf die Erde 😆

    Wie gesagt, Klimaleugner, die nicht einmal kapieren, dass CO2 ein Treibhausgas ist, kann man eigentlich nur bemitleiden.

  8. Eben, Alex1: Die deutsche Stromwende ist nur ein unbedeutend winziger Teil der globalen Energiewende. Und abgesehen von Ihnen weiß jeder, dass hier nunmal über die globale Energiewende diskutiert wird.

  9. Für unser Rumpelstilzchen (die Anderen wissen es ja längst): Die Stromwende ist ein Teil der Energiewende. Eigentlich nicht schwer zu kapieren. Außer für einen bösartigen Klimatroll.

  10. Na klar Alex1, man mache aus der Energiewende einfach eine Stromwende und schon ist die Märchenwelt wieder in Ordnung gebracht.

  11. Stimmt, die Energiewende hat es geschafft, 40% der Stromversorgung bereitzustellen. Ein Allzeit-Hoch. Trotz aller Bremsversuche der Fossil-Mafia. Es könnte – und müsste – besser sein, aber ein Grund zum Feiern ist es schon, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

    Natürlich muss man den Strom rausrechnen, der wegen der der von Hentinger-Troll so gefeierten Kohledreckschleudern, die nicht gebremst werden können, die Netze verstopft.

  12. Achja Nico, hab ich ja glatt übersehen – das Märchen vom bösen CO2 und der deshalb unbedingt notwendigen Energiewende zur Rettung der Weltklimata ist ja längst Schnee von gestern. Inzwischen brauchen wir die Energiewende unbedingt, weil die Menschheit sie nunmal braucht.

    Und wenn selbst wir Deutschen es vor 30 Jahren nicht geschafft haben, einen vernünftigen HTR zu bauen, dann schaffen das diese verdammten Schlitzaugen heute erst recht nicht.

    Aber all das ist ja eh nicht entscheidend. Denn entscheidend ist nicht, was in den nächsten Jahren geschehen wird, sondern einzig und allein, was im vergangenen Jahr geschehen ist. Und 2017 hat die Energiewende nunmal einen glorreichen Sieg errungen!

  13. Ist ein Argument widerlegt, wechseln Sie schnell zu einem anderen Sachverhalt? Durchschaubare Taktik 😉

    Bei dem neu aufgebrachten Punkt zu den CO2 Emissionen widerspreche ich Ihnen nicht. Da gibt es in Zukunft noch einiges zu tun.

    Bezüglich Kernenergie habe ich auch eine liberale Auffassung. Die allgemeine Verteufelung ist deutlich übertrieben und resultiert aus Unkenntnis von Physik.

    Aber Sie sollten hier nicht Ihren Fehler des ersten Posts wiederholen: es gibt einen groooßen Unterschied zwischen Ankündigungen/Plänen und tatsächlichen Realisierungen. Warten wir mal ab, inwiefern die großmütigen Kernenergiepläne auch in der Realität ankommen (hier zählen am Ende nur MWh). Wir haben in Deutschland auch noch einen THTR stehen, war im Praxisbetrieb aber ein Reinfall…

  14. Herrlich Nico – wenn man genau genug in die Statistiken schaut, kann man also das nahende Paradies bereits erkennen.
    Dann müssen Sie aber woanders geschaut haben, als ich. Denn ich sehe auf Seite 47 des von Ihnen verlinkten Dokuments, dass der weltweite CO2-Ausstoß von 29.439,1 Millionen Tonnen im Jahr 2006 auf 33432,0 Millionen Tonnen im Jahr 2016 angestiegen ist. Das ist immerhin ein Anstieg um 13,56 %.
    Soll das der Beleg für eine erfolgreiche globale Energiewende sein?
    Wie lange benötigen wir bei dieser Entwicklungsgeschwindigkeit wohl, bis wir das Klima endgültig gerettet haben?
    Auch BP weiß die Antwort auf diese Frage offenkundig nicht. Denn in deren Ausblick bis zum Jahr 2040 erreichen die erneuerbaren Energien gerade einmal einen Anteil um die 15 % – und damit noch immer deutlich hinter Öl, Gas und Kohle. Das wird zur Rettung des Klimas, der Menschheit, der Eisbären – oder was auch immer – wohl kaum ausreichen, oder?
    https://www.bp.com/content/dam/bp-country/de_de/Sonstige/energie-analysen/energy-outlook-2018-edition/Veraenderungen-des-globalen-Energiemixes-setzt-sich-fort.png

    Ob die dabei wohl berücksichtigt haben, dass wir im Durchschnitt jährlich etwa 5 % der Produktionskapazität von Windrädern und Solarplatten wieder vierlieren – die also zusätzlich zum weiteren Ausbau ebenfalls ersetzt werden müssen?

    Und an deren Einschätzung bezüglich des Ausbaus der Kernenergie habe ich doch einige Zweifel. Aktuell sieht es zumindest anders aus: Russland schließt Bauverträge in Afrika und selbst die Saudis wollen offenbar lieber „sauberen“ Strom. Natürlich wollen die aber kein Öl im Boden lassen – die wollen es nur lieber ins Ausland verkaufen, statt es selbst zu verbrennen.
    https://www.n-tv.de/wirtschaft/Saudi-Arabien-plant-den-Atom-Einstieg-article20334851.html

    Schön ist in diesem Artikel übrigens auch der Satz „Unternehmen aus den USA, Russland, Frankreich, China und Südkorea bemühen sich bereits um Aufträge.“ Unternehmen aus Deutschland, die sich darum bemühen könnten, gibt es ja nicht mehr.

    Auch bei dieser Entwicklung nimmt China natürlich eine Führungsrolle ein. Nicht nur, dass die Kernkraftwerke bauen, als gäbe es kein Morgen mehr:
    https://www.n-tv.de/wirtschaft/China-will-Atomenergie-massiv-ausbauen-article16498431.html

    In der chinesischen Pipeline befindet sich auch ein hochmoderner HTR-Reaktor.
    http://www.neimagazine.com/features/featurechinas-next-htr-5907644/

    Und für alle, die noch immer nicht verstanden haben, wo die Reise hin geht, ist im letzten Absatz dieses Artikels zu lesen: „At the same time, the 600MW HTGR is an important part of China’s strategy to go global with nuclear power.“

  15. Netter Versuch, Nico, mir den Schwarzen Peter zuzuschieben.

    Aber wenn jemand behauptet, die Energiewende würde schnell voranschreiten, dann muss dieser jemand die entsprechenden Vergleichszahlen liefern. Was hier offenkundig unterlassen wurde.

  16. Hentinger, gewagte These ohne gleichzeitig fundierte Daten zu hinterlegen.

    Zum Nachdenken: Es gibt einen Unterschied zwischen a) geplantem Zubau und b) tatsächlich zugebaut. Und ein weiterer Unterschied besteht zwischen a) Zeithorizont: letztes Jahr und b) Zeithorizont: die nächsten (nicht näher) bestimmen Jahre in der Zukunft.

    Wo also belegen Ihre Quellen, dass der Zubau an regenerativen Erzeugungsanlagen im Jahr 2017 nicht größer war als der konventionelle Zubau? Reduzieren wir es zunächst auf die bloße Kapazität, weil sich der Artikel darauf beschränkt.

  17. Das ist ein interessanter Einwurf, Hentinger. Vielen Dabk für die Liks, das Thema greifen wir auf jeden Fall auf.

  18. Das EEG hatte also vollen Erfolg. Das ist die gute Nachricht.

    Die Schlechte: Wir werden unsere Arroganz bald büßen müssen.

    Aber wir werden die schönsten Museumsstücke bauen mit 8-Zylindern und 11-Gang Automatik…

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