Vattenfall: Mit Wärme soll die Energiewende in Berlin gelingen

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vattenfall-energiewende-berlinBerlin soll bis zum Jahr 2050 klimaneutral werden: Der Senat verhandelt deshalb gerade mit drei großen Energieversorgern über eine Partnerschaft für die Umsetzung dieses Ziels: mit Vattenfall, E.ON und dem französischen Unternehmen Engie (Gaz de France). Kürzlich hat Vattenfall sein Konzept offengelegt: Der Konzern möchte die Fernwärmeversorgung der Hauptstadt mit Heißwasserspeichern sicherstellen, berichten Berliner Morgenpost und Berliner Zeitung. Vattenfall möchte Berlin so zur „größten Batterie Deutschlands“ machen.

Energiewende in Berlin laut Vattenfall eine „Wärmewende“

Der größte Teil der Energie in Berlin wird zum Heizen verbraucht. Die Pläne von Vattenfall sehen deshalb vor, in den nächsten 20 bis 30 Jahren ca. 30 riesige, wärmeisolierte Tanks überall in der Stadt zu errichten, in denen Wasser nach dem Prinzip eines Tauchsieders erwärmt und später an das Fernwärmesystem abgegeben wird. Die dafür benötigte Energie soll aus Windstrom kommen. So würde auch das Problem gelöst, dass durch die schwankende Verfügbarkeit der Erneuerbaren zu manchen Zeiten mehr Strom erzeugt wird, als verbraucht werden kann. In Berlin-Neukölln gibt es bereits eine Pilotanlage, die Technologie könnte laut Vattenfall einfach in großem Stil eingesetzt werden.

Die Energiewende bis 2050 umzusetzen hält Georg Friedrichs vom Geschäftsbereich Erneuerbare Energien bei Vattenfall für machbar, der Kohleausstieg sei bis etwa 2030 möglich. Allerdings könne eine Metropole wie Berlin nicht energieautark werden, da es hier keine Flächen für Windkraft gebe. Auch solle die gegebene Infrastruktur genutzt werden, die man durch dezentrale Anlagen wie Blockheizkraftwerke ergänzen könne.

Wer am Ende industrieller Partner wird, ist noch nicht entschieden – die Gespräche mit den Energieversorgern werden fortgesetzt. Alle drei Unternehmen sind zudem Anteilseigner des Berliner Gasversorgers Gasag. Das Land Berlin beabsichtigt, stärker bei der Gasag einzusteigen, um mehr Einfluss zu erhalten. Auch darum wird es in den Verhandlungen gehen.

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Quellen / Weiterlesen:
Vattenfall Pläne: Riesen-Tauchsieder sollen Energiewende in Berlin bringen – Berliner Morgenpost
Erneuerbare Energien: Vattenfall will Berlin zur Batterie Deutschlands machen – Berliner Zeitung
Bildquelle: © Marco Barnebeck (Telemarco) / pixelio – www.pixelio.de
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Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

3 KOMMENTARE

  1. Exakt. Zum Einen könnte man ja mit Wärmepumpen die Energie vervielfachen.

    Zum Anderen wären es um Größenordnungen effektiver – und effizienter -, den Wärmebedarf (der ja nur ein Behaglichkeitsbedarf ist) über bessere Wärmedämmungen zu erreichen.

    Es ist eh unverständlich, dass überhaupt noch Häuser gebaut werden dürfen, die nicht Passivhausstandard können 🙄

  2. Das Konzept ist grundsätzlich gut, nur ein Punkt darin ist riesen Blödsinn. WIESO Tauchsieder nutzen? Nur damit Windstrom verbraucht wird? Blödsinn.
    Die Speicher sind ne gute Idee, aber die Wärme sollte einfach im Sommer der Luft entzogen werden. Auch ein Entzug der Tempertur von Hausern, würde sinn machen. Würde einen Bruchteil der Energie benötigen die man sonst benötigen würde. Auserdem bleibt der begrenzte Windstrom im Winter so erhalten.

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