Feststoffbatterien werden wahrscheinlich bis 2025 serienreif sein und gehen dann in die Massenproduktion. Der taiwanesische Hersteller ProLogium arbeitet intensiv an der Technologie. Auf der CES 2020 stellte ProLogium seine Festkörperbatterien für Elektroautos, Elektrobusse sowie elektrische Zweiräder vor.

Hohe Energiedichte dank effizienter Bauweise

ProLogium arbeitet nach eigener Aussage nicht mit hoch nickelhaltigen (811) Kathoden oder Lithium-Metallanoden, die im Hinblick auf Versorgung und Leistung instabil seien. Der Hersteller setzt auf seine „Multi Axis BiPolar+ Technologie“ (MAB), die die Vorteile von Feststoffbatterien maximieren kann. Feststoffakkus sind sicher und können nicht explodieren. Deshalb sind das Kühlsystem, die Verbindungsdrähte und die Schutzvorrichtungen stark vereinfacht, wodurch sich die Zellen effizienter anordnen lassen. Dadurch wird viel Bauraum eingespart und die Energiedichte der Batterien verbessert sich. ProLogium spricht von einer Verbesserung von 29 bis 56,5 Prozent im Vergleich zu anderen Batteriepacks. Ein Batteriepack von ProLogium soll nur noch aus 4 bis 12 Zellen bestehen.

Da auf gleichem Raum also mehr Energie gespeichert werden kann, erhöht die Feststoffbatterie die Reichweite von Elektroautos, Elektrobussen und anderen Elektrofahrzeugen. Außerdem können die Fahrzeuge dank der ProLogium-Technologie schnell geladen werden, ohne dass Explosionsgefahr besteht. ProLogium arbeitet mit den Elektroauto-Herstellern NIO und EnovatE zusammen, die beide E-Autos mit Feststoffbatterie auf den Markt bringen wollen. Außerdem gibt es eine strategische Kooperationsvereinbarung mit dem Hersteller AIWAYS.

Vorteile von Feststoffbatterien in explosionsgefährdeten Bereichen

ProLogium nennt auch Ölraffinieren und Chemiefabriken als Einsatzfelder für seine Feststoffbatterien. Dort gelten wegen der großen Hitze strenge Sicherheitsvorschriften für elektrische Anlagen, bei denen die Batterie die gefährlichste Komponente ist. Da ProLogium Festkörperakkus mit einem festen statt einem flüssigen Elektrolyten arbeiten, sind sie nicht brennbar. Ein IOT-Sensor, der mit einer Feststoffbatterie von ProLogium ausgestattet wurde, kann deshalb auch in explosionsgefährdeten Bereichen genutzt werden. Im Gegensatz zu herkömmlichen explosionssicheren Geräten ist er kompakt und leicht.

ProLogium betont, dass die Zellen mit festem keramischen Elektrolyt auch dann nicht thermisch durchgehen, wenn sie physisch oder elektrisch beschädigt sind oder hohen Temperaturen von 280 Grad Celsius ausgesetzt sind. Herkömmliche Batterien müssen in solchen Fällen sehr stark gesichert sein, um die Sicherheitsvorschriften zu erfüllen. Das wirkt sich negativ auf die Transportfähigkeit der Geräte aus. Um die IECEx-Tests auf Explosionssicherheit zu bestehen, können traditionelle Batteriehersteller nur kleine Batterien mit weniger als 4 Ah verwenden und müssen sie kühlen und gegen Auslaufen absichern. Das begrenzt die Leistungsfähigkeit des Batteriepacks. ProLogium bestand den Test nach eigener Aussage mit 10 Ah-Zellen und ohne Schutzvorkehrungen.

ProLogium hält insgesamt 129 Patente in China, den USA, Korea, Japan, Großbritannien und der EU.

Quellen / Weiterlesen

CES2020: ProLogium’s Solid-State Battery Powering the Transformation of Explosion-proof Products | ProLogium
CES 2020: A Big Leap of ProLogium’s Solid-State Battery for EVs | ProLogium
ProLogium stellt kompakte, leichter zu montierende Feststoff-Batteriepakete vor | Elektroauto-News
CES 2020: ProLogium’s Solid-State Battery for Two Wheeled Vehicle Favored by European and Japanese Manufacturers | ProLogium
Bildquelle: pngimg

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