VW: Kooperation mit chinesischem Autobauer, um Elektromobilität voranzutreiben

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volkswagen-kooperation-china-elektrofahrzeugeDer VW-Konzern stellt sich nach der Abgasaffäre neu auf und will eine führende Rolle im Bereich der Elektromobilität einnehmen. Das Unternehmen hat deshalb eine Zusammenarbeit mit dem chinesischen Hersteller Anhui Jianghuai Automobile (JAC) angekündigt. China ist dank massiver staatlicher Förderung derzeit der wichtigste Absatzmarkt für Elektrofahrzeuge. Die beiden Unternehmen unterzeichneten im ersten Schritt eine Absichtserklärung für gemeinsame Forschung, Entwicklung, Produktion und Vertrieb von batteriebetriebenen Fahrzeugen sowie Mobilitätsdienstleistungen, wie der VW-Konzern mitteilte.

Deutsche Hersteller sind auf chinesische Partner angewiesen

JAC ist einer der größten Automobilhersteller in China, hat sich aber lange Zeit ausschließlich auf Nutzfahrzeuge konzentriert. Erst seit 2007 stellt das Unternehmen auch PKW her. Das erste Elektrofahrzeug, der JAC iEV, kam 2014 auf den Markt und schaffte es in der Rangliste der meistverkauften Elektroautos in China auf Platz vier. VW will nun prüfen, wie sich eine für beide Seiten gewinnbringende Partnerschaft mit JAC umsetzen lässt. „Wir wollen in der Elektromobilität eine führende Position einnehmen“, so VW-Konzernchef Matthias Müller.

Ohne einen inländischen Partner können ausländische Hersteller in China mit Elektroautos jedoch kaum Fuß fassen. Neben hohen anfallenden Importsteuern qualifizieren sich Elektrofahrzeuge aus dem Ausland nicht für die staatliche Kaufprämie, diese wird nur für in China entwickelte und hergestellte Fahrzeuge gezahlt. Die Höhe der staatlichen Subventionen für Elektromobilität in China betrug zuletzt fast 12 Milliarden Euro. Allein in der ersten Jahreshälfte wurden dort etwa 170.000 elektrisch betriebene Fahrzeuge verkauft, gibt das Center of Automotive Management (CAM) der FH Bergisch-Gladbach an. Damit haben sich die Verkäufe dort innerhalb nur eines Jahres mehr als verdoppelt.

Daimler und BMW waren in China bisher kaum erfolgreich

VW will im Rahmen seiner „Strategie 2025“ weit mehr auf Elektroautos setzen als bisher. Bis 2025 will der Konzern eine Million batterieelektrische Fahrzeuge verkaufen und so auch die schärferen europäischen CO2-Ziele erreichen. Die genaue Strategie bei der angestrebten Zusammenarbeit mit JAC steht noch nicht fest. Es wird spannend, ob VW dabei größeren Erfolg hat als andere deutsche Hersteller. Daimler beispielsweise hat in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Marktführer BYD mit dem „Denza“ eine modifizierte B-Klasse auf den Markt gebracht, während BMW unter der Marke Zinoro mit Partner Brilliance einen modifizierten Geländewagen herstellt. So können deutsche Hersteller zwar die staatlichen Förderungen in Anspruch nehmen, die Verkaufszahlen sind jedoch bescheiden. 2015 wurden gerade 515 Fahrzeuge von Denza abgesetzt, was vor allem auf das unzureichende Vertriebsnetz zurückzuführen ist. Die angekündigte Quote für Elektroautos in China wird aber auch ausländische Hersteller zwingen, mehr Elektrofahrzeuge in China anzubieten.

In Deutschland läuft der Verkauf von Elektroautos weiterhin nur schleppend. Im ersten Halbjahr 2016 wurden laut Angaben des Kraftfahrtbundesamtes rund 20.500 Hybrid-Fahrzeuge und 4.400 reine Elektrofahrzeuge neu zugelassen. Für die seit Juni laufende Kaufprämie wurden bisher nur wenige tausend Anträge gestellt. Käufer erhalten 3.000 Euro Zuschuss beim Kauf eines Hybridfahrzeuges und 4.000 Euro für ein reines Batteriefahrzeug.

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Quellen / Weiterlesen:
Volkswagen setzt in China auf Strom – Handelsblatt
VW will mit Partner in China Elektroautos bauen – Manager magazin
VW schließt Elektroauto-Allianz mit chinesischem Hersteller JAC – ecomento.tv
Bildquelle: © Martina Böhner / pixelio – www.pixelio.de

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Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

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