Eine neue Untersuchung zeigt, dass Elektroautos schon jetzt unterm Strich deutlich klimafreundlicher sind als Verbrenner. Und ihr Potenzial für den Klimaschutz ist noch lange nicht ausgeschöpft. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht der Europäischen Umweltagentur EEA.

Weniger CO2, weniger Feinstaub und Stickoxide

Die EAA hat Elektroautos mit Verbrennern verglichen, und zwar im Hinblick auf Klima, Luftqualität, Lärm und ihre Auswirkungen auf Ökosysteme. Die Ergebnisse sind im Bericht „Electric vehicles from life cycle and circular economy perspectives“ zusammengefasst. Eindeutig klar ist: Schon jetzt sind E-Autos deutlich sauberer. Ein typisches Elektroauto erzeugt über seine gesamte Nutzungsdauer weniger Treibhausgase und weniger Luftschadstoffe als vergleichbare Benzin- oder Dieselfahrzeuge.

Die Batterieherstellung verschlechtert die Ökobilanz

Zwar ist die Herstellung der Batterie nach wie vor sehr ressourcenintensiv – der Abbau und die Verarbeitung von Batterierohstoffen wie Kupfer, Lithium und Nickel schadet Ökosystemen. Deshalb schneiden Elektroautos bei der Herstellung klimatechnisch schlechter ab als Verbrenner. Doch das hebt sich im Laufe der Zeit auf, denn während der Nutzung sind sie deutlich umweltfreundlicher. Schon mit dem aktuellen Energiemix in der EU sind die Emissionen der Stromer über ihre Lebensdauer gerechnet 17-30 Prozent niedriger. Weil der europäische Strom mehr und mehr aus erneuerbaren Energien stammt, werden die Emissionen eines typischen E-Autos bis 2050 weiter deutlich sinken, so die EAA.

Doch selbst wenn der Ladestrom komplett aus Braunkohle stammen würde, hätten Elektroautos immer noch positive Effekte, gerade in Städten. Denn sie sind besser für die Luftqualität, weil sie keine Schadstoffe wie Stickoxide oder Ultrafeinstaub ausstoßen. (Allerdings bedeutet das nicht, dass Elektroautos überhaupt keinen Feinstaub verursachen – wie bei Verbrennern entsteht dieser auch durch den Abrieb von Reifen und Bremsen.) Auch im Hinblick auf Lärm haben die leisen Motoren von Elektroautos klare Vorteile.

Empfehlung der EAA: Schon beim Entwurf an die Wiederverwendung denken

Die Ökobilanz von Elektroautos würde sich noch weiter verbessern, wenn sie Teil der Kreislaufwirtschaft wären. Das bedeutet, dass schon bei der Konstruktion auf Wiederverwendung und Recyclingfähigkeit der Rohstoffe geachtet werden sollte, etwa durch eine Standardisierung der Akkus. Dann könnten sie leichter wiederverwendet werden. Sharing-Modelle, also die gemeinschaftliche Nutzung von Elektroautos, sollten ebenfalls Teil des Konzepts sein, schreiben die Autoren. Sie empfehlen auch einen Ausbau der Ladeinfrastruktur, denn je kleiner der Akku, desto umweltfreundlicher das Fahrzeug. Der Bericht zeigt: Obwohl die Stromer an vielen Stellen noch keine gute Klimabilanz aufweisen, gibt es doch noch einige Stellschrauben, die sie deutlich grüner machen können.

Quellen / Weiterlesen


Electric vehicles from life cycle and circular economy perspectives – EAS Report No 13/2018 | European Environment Agency
EEA report confirms: electric cars are better for climate and air quality | European Environment Agency
Studie: So umweltfreundlich könnten Elektroautos werden | Edison
New Report On Electric Vehicles From A Life Cycle & Circular Economy Perspective | Clean Technica
Bildquelle: Pixabay

Prof. Dr. Johann Nagengast
Nach Abschluss seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und Promotion zum Thema „Outsourcing von Dienstleistungen“ an der Universität Regensburg war Johann Nagengast in verschiedenen internationalen Unternehmen in führenden Positionen tätig. Seit 2001 ist er Professor für Internationales Management und Project Management an der Technischen Hochschule Deggendorf. Als Trainer, Coach und Berater ist er intensiv in verschiedenen internationalen Projekten tätig. Seine Schwerpunkte liegen in der praxisnahen und pragmatischen Vermittlung und unternehmensspezifischen Anwendung aller Aspekte des Projektmanagements.

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