Ford stoppt den geplanten Elektro-SUV mit dem Start-up Rivian. Das Fahrzeug sollte unter Fords Luxusmarke Lincoln erscheinen und auf Rivians Elektroplattform aufbauen. Ford hatte das Projekt erst vor drei Monaten angekündigt.

Lincoln entwickelt erstes Elektroauto selbst

Lincoln teilte mit, sein erstes Elektroauto nun selbst bauen zu wollen. Man habe gemeinsam mit Rivian beschlossen, „aufgrund des aktuellen Umfelds“ die Entwicklung des Elektrofahrzeuges nicht fortzusetzen. In welcher Form das Coronavirus das Projekt beeinträchtigt hat, blieb dabei offen.

Neben dieser offiziellen Mitteilung teilte Lincoln seinen Angestellten in einer internen Mitteilung mit, man passe seine Geschäfts- und Produktpläne weiter an. Während der Entwicklung habe man entschieden, die Rivian-Skateboard-Plattform doch nicht zu nutzen und sich stattdessen auf die Entwicklung eines eigenen vollelektrischen Fahrzeugs zu konzentrieren.

Ford ist mit 500 Millionen Euro an Rivian beteiligt

Andere gemeinsame Projekte zwischen Ford, Lincoln und Rivian sollen aber bestehen bleiben. Lincoln und Ford haben mehr als 500 Millionen US-Dollar in Rivian investiert. Wie Ford im Januar mitteilte, will der Autobauer gut 11,5 Milliarden US-Dollar in die Elektrifizierung seiner Fahrzeuge stecken. Unter anderem kommt eine Elektro-Version des Pick-ups F-150 und der ebenfalls vollelektrische Mustang Mach-E.

Auch Amazon ist an Rivian beteiligt. Der Versandhändler hat über 700 Millionen in das Start-up aus Michigan gesteckt. Amazon bestellte 100.000 Elektro-Transporter bei Rivian und will mit den Fahrzeugen seine eigene Zustellflotte elektrifizieren. Die ersten Prototypen sollen 2020 fertig sein, im Jahr darauf sollen die ersten Auslieferungen beginnen. Amazon will spätestens 2024 alle 100.000 E-Transporter auf der Straße haben als Teil des Plans, bis 2040 klimaneutral zu werden. Die Elektrotransporter sollen deshalb mit Strom aus erneuerbaren Energien fahren.

Rivian verschiebt Auslieferungen seiner ersten Elektrofahrzeuge

Anfang April hatte Rivian mitgeteilt, dass sich die Auslieferungen der eigenen Elektrofahrzeuge auf 2021 verschieben würden und dass man wegen der Coronakrise den Betrieb schließen müsse. Rivian hat den Elektro-Pickup R1T und den Elektro-SUV R1S in der Pipeline.

Quellen / Weiterlesen

Ford, Lincoln Cancel Plans for Rivian Powered Electric Vehicle | Electric Vehicles Research
Ford’s Lincoln And Rivian Cancel Electric SUV Plans, Citing COVID-19 Impact | Forbes
Ford will Rivians Elektroplattform plötzlich nicht mehr | golem.de
Ford-Marke Lincoln stoppt Kooperation mit Rivian | elective.net
Bildquelle: © RIVIAN AUTOMOTIVE
Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

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