Gegen den Trend: Nissan verkauft Batterieproduktion

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nissan-verkauf-batterieproduktionDer japanische Autokonzern Nissan macht eine Kehrtwende und verkauft seine Batteriefertigung an den chinesischen Finanzinvestor GSR Capital. Man sei in der letzten Phase des Verkaufs, teilte Nissan mit. Der Autobauer will sich nach eigenen Angaben künftig auf die Fahrzeugentwicklung konzentrieren, die Batterien für seine Elektrofahrzeuge jedoch weiterhin von GSR beziehen. Die Entscheidung dürfte Autobauer auch hierzulande aufhorchen lassen.

Der Kaufpreis liegt Insidern zufolge bei einer Milliarde US-Dollar

Der Verkauf umfasst die 2007 von Nissan mit Partner NEC gegründete Batteriesparte Automotive Energy Supply Corporation (AESC) und mehrere Batteriefabriken in Tennessee und im englischen Sunderland. Hinzu kommen Teile der japanischen Batterieentwicklung und -fertigung in Oppama, Atsugi und Zama. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Insidern zufolge soll dieser sich bei einer Milliarde US-Dollar bewegen.

Abkehr von der Tesla-Strategie

Mit dem Schritt verfolgt Nissan eine entgegengesetzte Strategie zu Elektroautobauer Tesla, der mit seiner eigenen Batteriefertigung die Herstellungspreise senken und sich so einen Wettbewerbsvorteil verschaffen will. Doch den sieht Nissan so offenbar nicht mehr: Nissan-CEO Hiroto Saikawa teilte mit, dass sich durch den Schritt die Wettbewerbsfähigkeit von AESC und damit die Wettbewerbsfähigkeit von Nissans EV-Sparte verbessere. Man könne so das Netzwerk und die Investitionen von GSR zur Erweiterung des eigenen Kundenstammes nutzen. AESC werde ein wichtiger Partner von Nissan bleiben, hieß es weiter. Nissan werde seinen Fokus nun noch stärker auf das Design und die Herstellung von marktführenden Elektroautos legen. GSR Capital hingegen sieht sich nach dem Kauf von AESC in einer sehr guten Position im wachsenden Batteriemarkt und plant, die bestehenden Produktionskapazitäten auszubauen sowie neue Werke in China und Europa zu errichten.

Was bedeutet die Entscheidung für deutsche Hersteller?

Nissans Entscheidung dürfte allerdings bei deutschen Autobauern für Kopfzerbrechen sorgen. Denn schon lange wird über den Aufbau einer deutschen Batteriefertigung nach dem Vorbild von Tesla diskutiert, um die komplette Abhängigkeit von asiatischen Herstellern zu vermeiden. Mehrere Hersteller, darunter VW und BMW, ziehen den Aufbau einer eigenen Zellfertigung in Erwägung. Daimler hatte in Kamenz jedoch bereits eine Zellfertigung eröffnet und 2015 wegen hoher Überkapazitäten am Markt wieder eingestellt. Tesla hat unterdessen bereits den Aufbau weiterer Batterie- und Autofabriken in den USA, Europa und China angekündigt. Der Autobauer fertigt seine Batteriezellen gemeinsam mit Partner Panasonic.

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Quellen / Weiterlesen:
Nissan wendet sich vom Tesla-Ansatz ab | manager magazin
Konzentration auf Fahrzeugentwicklung: Nissan verkauft sein Batteriegeschäft |Automobilwoche
Nissan gibt Batteriefertigung auf | golem.de
Nissan to sell electric battery business to GSR Capital | Nissan
Bildquelle: Nissan Motor Co., Ltd.

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Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

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