NanoFlowcell: Durchbruch bei der Elektromobilität?

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quant-nanoflowcell-designSind Redox-Flow-Akkus die Zukunft der Elektromobilität? Das Schweizer Unternehmen NanoFlowcell hat mit dem Elektroauto Quantino einen fahrbaren Prototyp entwickelt, der seinen Strom aus einer sogenannten Flusszellenbatterie bezieht. Diese lädt Hochleistungskondensatoren, sogenannte Super-Caps, die dann den Elektromotor antreiben. Der Mittelklasse-Sportwagen soll mit einer Ladung bis zu 1.000 Kilometer weit kommen und damit doppelt so weit wie ein Tesla.

Der Schweizer Nunzio La Vecchia und sein Bruder, die hinter NanoFlowCell stehen, wollen die Redox-Flow-Technologie zur Serienreife gebracht haben. Dieser Akkutyp speichert Energie in flüssigen Elektrolyten – einer positiv, einer negativ geladen -,  die in zwei voneinander getrennten Tanks zirkulieren und über eine Membran Ionen austauschen. Das hat den Vorteil, dass sich die Systeme innerhalb weniger Minuten durch Austausch der (extern aufgeladenen) Flüssigkeiten „laden“ lassen. Wirkungsgrad und Lebensdauer sind ebenfalls hoch. Schon lange wird mit der Technologie experimentiert, doch war ein Einsatz in Elektroautos vor allem wegen der Größe der Systeme und ihrer hohen Kosten bisher undenkbar.

Die genaue Zusammensetzung der Elektrolyte bleibt vorerst geheim

Das Geheimnis der Redox-Flow-Batterie von NanoFlowCell ist eine neue Zusammensetzung der Elektrolyte, die noch streng geheim ist. Die verwendeten Flüssigkeiten sollen ungiftig, nicht brennbar und kostengünstig herstellbar sein. Der benötigte Platz war jedoch auch für die Entwickler des Quantino ein Problem: Zuerst nahm die Flusszellentechnik auch den Raum des Beifahrers ein, heute passt die Batterie hinter die Sitze. Der Quantino ist damit ein vollwertiger Zweisitzer und bietet mit 109 PS/80 kW, einer Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h und der für Elektroautos typischen Beschleunigung (der Sprint auf 100 km/h dauert weniger als 5 Sekunden) auch Fahrspaß. Wartungsaufwand und Verschleiß sollen dabei gering sein – die Salz-Reste der Elektrolytflüssigkeit werden in einem Sieb aufgefangen, das leicht zu wechseln ist, und die Flüssigkeit wird als feiner Nebel gesundheitlich und ökologisch unbedenklich zerstäubt. Die Batterie selbst soll 10.000 Ladezyklen überstehen, dann muss die Membran ausgetauscht werden.

Serienproduktion könnte innerhalb weniger Monate beginnen

Die beiden Schweizer sind überzeugt, dass ihre Technologie serienreif ist und dass die Zukunft der Elektromobilität in dieser Technologie liegt. Den beiden Unternehmern zufolge könnte der Wagen innerhalb von sechs Monaten in Serie gehen, wenn sich ein passender Partner findet. Entsprechende Gespräche laufen bereits. Der „Sprit“, von dem zukünftig etwa 80 bis 100 Liter benötigt werden sollen, könnte den Brüdern zufolge ohne Umweltauflagen an jeder gewöhnlichen Tankstelle verkauft werden und etwa 10 Cent pro Liter vor Steuern kosten. Dafür müssten rund 2.300 Autos mit Redox-Flow-Technologie unterwegs sein. Der sportliche Wagen selbst soll etwa so viel kosten wie der Opel Ampera-e, also etwa 35.000 Euro.

Anwendung auch in Flugzeugen oder Schiffen

Die nanoFlowcell-Technologie kann nicht nur in Automobilen, sondern auch in anderen Verbrauchern wie Flugzeugen, Schiffen, Zügen oder in Gebäuden zum Einsatz kommen. Sie ist auf jede Anwendung skalierbar. Die Aufbereitung der Flüssigkeiten kann dabei mittels Solar- oder Windenergie, Biokraftstoffen oder Erdgas geschehen. „nanoFlowcell ist zu 100 Prozent umweltgerecht und nachhaltig. Ich bin sicher, unsere Technologie wird die Welt verändern“, so Nunzio La Vecchia.

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Quellen / Weiterlesen:
FLUSSZELLEN TECHNOLOGIE | nanoFlowcell AG
NanoFlowCell Quantino: Test | FOCUS Online
Bilderquelle: © nanoFlowcell AG

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Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

11 KOMMENTARE

  1. @Jochen Seliger
    Klar ist die Flusszellentechnologie eine bekannte und auch gut funktionierende Technologie. Allerdings im stationären Bereich. Für mobile Anwendungen ist die Energiedichte einfach viel zu gering. Dass hier eine Weiterentwicklung der Technologie möglich wäre könnte ich mir vorstellen. Aber nicht so.
    Dass das Auto fährt steht ausser Frage. Aber niemand weiss wie es fährt. Obwohl es die Möglichkeit gibt Patente anzumelden, gibt es keinen Hinweis darauf wie es genau geht, alles wird „geheimgehalten“. Es gibt ja auch nirgends eine Firma die sich damit beschäftigen würde ausser in Privathäusern (Zürich), Postämtern (Waldshut) oder in Treuhandfirmen und Anwaltbüros in Liechtenstein. Einfach mal etwas recherchieren.

    Was es aber gibt sind Gerichtsurteile aus der Schweiz über diesen Herrn die man nachlesen kann. Und diese deuten in eine komplett andere Richtung.

  2. Die Flusszellentechnologie ist nicht neu.
    In den USA wird diese Technik dazu genutzt, die sporadisch, in großem Volumen auftretenden, alternativen Energiemengen zu speichern.
    Wenn dieses Verfahren von deutschen Energieunternehmen genutzt würde, könnte ein grundsätzliches, gegenwärtig existierendes, Problem ausgebunden werden.
    Das besteht darin, das Deutschland bereits einen erheblichen Teil der in Summe produzierten Energie alternativ erzeugt. Da diese Mengen nicht, oder nur teilweise gespeichert werden können, sinken die Energiepreise. In einer solchen Situation kaufen österreichische Unternehmen den billigen Strom auf, pumpen damit Wasser in ihre an Bergen liegende Speicherseen und erzeugen dann, wenn die Energiepreise hoch sind, aus der statischen wieder kinetische Energie und erzeugen damit Strom, den sie dann an die bedürftigen Abnehmer mit Gewinn verkaufen.
    Zur Speicherung von Energie ist das einfache Katalyseverfahren zu verwenden.
    Hierbei wird eine möglichst bindungsenergiehaltige Substanz (z.B. Mireralien) gelöst (z.B. in Wasser) und mittels Gleichstrom ionisch getrennt.
    Das Ergebnis ist Treibstoff, welcher als flüssigen Medium dann ähnlich Bezin oder Diesel in Fahrzeuge getankt werden kann.
    Die nanoFlowCell AG hat Entwicklungsarbeit geleistet, indem sie Funktionen auf der Outputseite (in Auto, Schiff oder Flugzeug) enwickelt hat, welche Enhancements beim Energieouput liefert.
    Dazu gehören die multiplen Membranen,. Dadurch wird die Energiedichte für den Verbraucher erhöht.
    Im Anwendungsbeispiel des Automobils ist das nächste Enhancement zu nennen. Dies ist die elektronische Ansteuerung der keramischen Membranen (damit sie nicht chemisch zersetzt werden), so, wie Transistoren+Potentiometer. So ist der Energieoutput feingliedrig zu steuern.
    Dass die nanoFlowCell AG das Rezept für die zu lösende Sustanz nicht verschenken will, sollte jedem denkenden Menschen einleuchten. Dadurch wird die zu speichernde Energiemenge pro Volumeneinheit und damit die Reichweite und Beschleunigungsfähigkeit des Fahrzeuges bestimmt.
    Da ja bereits eine Reihe von Personen mit den Quant-Mobilen zur Probe gefahren sind, sollte an der Korrektheit der von nanoFlowCell abgegebenen Systemparameter wohl kein Zeifel mehr bestehen.
    Da wir, so wir weiter Kohlenwasserstoffe verbrennen, unseren Planeten endgültig zerstören (unbelebbar machen) werden, führt an der Elektromobilität kein Weg vorbei und die Flusszellentechnologie ist bislang das eindeutig überzeugendste Wirkprinzip, zu welchem nanoFlowCell noch Zusätze beigeteuert hat.
    Die Prototypen unterstreichen die funktional überzeugenden Parameter, welche mit dieser Technologie erreichbar sind und erreicht werden.

  3. Nun ja, fahren und funktionieren sind zwei verschiedene Dinge. Es gibt niemand, der gesehen hat wie das funktioniert. Jeder Blick in die Technik wird mit Betriebsgeheimnis kommentiert, Nachfragen nach dem Elektrolyten ebenso.
    Nach dem was es ausschaut ist es einfach ein Elektroauto mit Batterie zur Gewinnung von Investitionsgeldern – Googlen Sie mal nach dem Herrn Nunzio La Vecchia.
    Die Adressen die da angegeben sind werden nirgendwo anders gelistet. Die Adresse in Liechtenstein war eine Treuhandkanzlei, die als Firmensitz fungiert hat im zweiten Stock einer Apotheke.
    Ausserdem: Ein starker Hinweis dass das Fake ist sind die 48V. Kein vernünftig denkender Mensch käme auf die Idee ein Fahrzeug mit 48Volt zu betreiben. Da steigen die Ströme, der elektrische Aufwand, die Verluste ganz gewaltig. Mit 48Volt kann man Fahrräder betreiben, aber keine Autos.
    Last but not least: Herr Nunzio La Vecchia glaubt er kann alles, auch singen: https://www.youtube.com/watch?v=jkvUpja623k

  4. Unseriöse Firma. Diese Art von Artikeln über NanoFlowCell wiederholen sich Jahr für Jahr. Warum findet sich bloß kein Investor?!

  5. Liebe Leser,

    einige haben hier in den Kommentaren darauf hingewiesen, dass die Glaubwürdigkeit der Firma wohl nicht besonders hoch ist. Wir werden das Thema auf jeden Fall nochmals aufarbeiten.

  6. Dieser Bericht enthält doch keine Neuigkeiten. Vor einem Jahr war bereits Dasselbe zu lesen. Wenn das so toll wäre, wie es zu sein scheint, hätte sich schon längst jemand gefunden, der die Serienproduktion übernimmt. Für mich lässt das nur eine Schlussfolgerung zu: Hier ist etwas oberfaul.

  7. Ich würde dem Unternehmen allen erdenklichen Erfolg wünschen – mit so einer Batterie würde mein i3 endlich Spass machen…

  8. Schön, dass es mit dem neuen Jahr weitere Schritte gibt. Vor Allem als Konkurrenz zu Li-Akkus, das belebt das Geschäft und beschleunigt die Einführung.

    Die entscheidenden Fragen sind halt die nach
    – dem Gewicht,
    – dem Platz,
    – dem Preis.

    Aber das wird sich schon noch geben.

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