In China schießen Elektroauto-Start-ups wie Pilze aus dem Boden. Sage und schreibe 500 neue Elektroauto-Hersteller drängen dort in den Markt. Nur 20 davon verkaufen jedoch bereits Autos, und noch weniger setzen nennenswerte Stückzahlen ab. Hier sind die Top 3 der neuen Elektroauto-Hersteller aus China, die es schon geschafft haben.

Platz 1: NIO

NIO wurde 2014 gegründet und wird unter anderem vom chinesischen Internet-Riesen Tencent und vom Computerhersteller Lenovo finanziert. NIO hat Niederlassungen in China, Kalifornien und München, wo die Marken- und Produktentwicklung sitzt.

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© NIO GmbH

Das erste Serienmodell ES8 kam 2018 auf den Markt. Der ES8 ist ein fünf Meter langer Elektro-SUV mit 7 Sitzen und diversen digitalen Funktionen. Das Fahrzeug mit 355 Kilometern Reichweite verfügt über herausnehmbare Akkus, die an Wechselstationen innerhalb von Minuten getauscht werden können.

Das zweite Modell ES6 ist ein kleinerer Crossover-SUV mit über 500 Kilometern Reichweite. Er wird seit Mitte 2019 in China ausgeliefert und hat ebenfalls austauschbare Akkus. Zwischen Januar und Juli 2019 verkaufte NIO in China 8.379 Elektroautos und verzeichnete dort insgesamt 9.585 Neuzulassungen, wenn man die Verkäufe aus Dezember 2018 mitzählt. Damit ist NIO Spitzenreiter unter den neuen Elektroauto-Herstellern in China.

Platz 2: XPENG Motors

Xpeng Motors mit Sitz in Guangzhou gibt es ebenfalls seit 2014. Das Start-up finanziert sich unter anderem über den taiwanesischen Elektronikhersteller Foxconn und die chinesische Handelsplattform Alibaba.

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© Guangzhou Xiaopeng Motors Technology Company Ltd.

Xpeng hat im April mit der Auslieferung des Xpeng G3 begonnen, einem Elektro-SUV mit 5 Sitzen. XPeng ist NIO dicht auf den Fersen: Bis Juli brachte es der Hersteller auf 9.214 neue Zulassungen und damit im Verhältnis auf deutlich mehr als NIO. Schon 188 Tage nach Produktionsstart konnte Xpeng den ersten Meilenstein feiern: Das 10.000. Elektroauto lief vom Band.

Platz 3: WM Motor

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© WM MOTORS

WM Motor ist ein Elektroauto-Start-up, das unter anderem von der chinesischen Suchmaschine Baidu finanziert wird. Sein Elektro-SUV EX5 ist seit Frühjahr 2018 auf dem chinesischen Markt. In seiner stärksten Version hat der Stromer 600 Kilometer Reichweite und 160 kW. Bis Ende Juli konnte WM Motors insgesamt 9.149 Fahrzeuge ausliefern.

Es wird schwieriger für Elektroauto-Start-ups in China

Der boomende Markt für E-Autos in China hat zu einer Art Goldgräberstimmung im Land geführt. 500 neue Hersteller sind der chinesischen Regierung aber offenbar zu viel: Sie will den Markteintritt für E-Autohersteller ab jetzt schwieriger machen.

Berichten zufolge soll es deshalb unter anderem neue Regeln für das Outsourcing der Produktion geben. Denn kaum ein neuer Hersteller in China hat eigene Fabriken, die meisten lassen bei anderen Autoherstellern produzieren. Das soll künftig nur noch erlaubt sein, wenn der Hersteller in China in den letzten drei Jahren mindestens 4 Milliarden Yuan (520 Millionen Euro) in Forschung und Entwicklung investiert hat. Außerdem muss er in den letzten zwei Jahren weltweit mindestens 15.000 reine Elektroautos verkauft haben.

Dieser und weitere geplante Eingriffe wird die Zahl der chinesischen Hersteller von Elektroautos stark reduzieren. Das ist das Ziel der chinesischen Regierung, die eine Überhitzung des Marktes und eine Überproduktion verhindern will. Wie genau die Regulierung am Ende aussieht, steht noch nicht fest. Doch es ist klar, dass es für neue Start-ups sehr viel schwerer wird, in den Markt einzusteigen.

NIO und Xpeng haben übrigens auch noch keine eigenen Produktionsstätten. NIO hat seine Pläne für eine eigene Fabrik vorerst auf Eis gelegt und lässt bei JAC bauen. Xpeng lässt bei der Haima Automobile Group produzieren. Die meisten Elektroautos in China verkaufen übrigens die etablierten Hersteller BYD und BJEV.

Quellen / Weiterlesen

Top 3 der chinesischen Elektroauto Start-ups | China Auto News
WM Motor sammelt umgerechnet 400 Mio Euro ein | electrive.net
China tightens regulations for EV startups | electrive.com
China Moves to Stop a Crash in Booming Electric-Car Industry | Bloomberg
Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

1 KOMMENTAR

  1. Interessant. da sollten unsere Dicken langsam nervös werden. Aber ob sich alle diese Namen bei uns durchsetzen werden?

    „Xpeng“, das hört sich eher nach einem Unfall eines Wasserstoff-Autos an 😆

    Ich erinnere an den Rolls Royce „Silver Mist“, der dann doch nicht so genannt wurde. Oder an den Pajero, der in Südamerika Montero heißen musste, weil Pajero dort Einhandsegler bedeutet…

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