CATL baut eine Batteriezellfabrik in Deutschland, und der Standort steht auch fest: Der chinesische Hersteller hat sich für Erfurt entschieden, Baubeginn ist 2019. Es ist die erste Fabrik des Batteriegiganten außerhalb Chinas. Perspektivisch will CATL Autohersteller in ganz Europa mit Batteriezellen für Elektroautos beliefern.

CATL will schnell Präsenz zeigen

Die neue Batteriefabrik wird auf eine Kapazität von 14 Gigawattstunden ausgelegt. Auf einem 70 Hektar großen Gelände im Industriegebiet Erfurter Kreuz entstehen 600 neue Arbeitsplätze. CATL ist mit einem Liefervolumen von 12 GWh im letzten Jahr derzeit der größte Batteriehersteller der Welt. Die Chinesen investieren rund 240 Millionen Euro in den Standort, der dann deutsche und europäische Autohersteller mit Batteriezellen beliefern soll. Auch wenn der Aufbau der Zellproduktion drei Jahre dauern soll, will man so schnell wie möglich Präsenz in Deutschland zeigen. Die ersten Abteilungen werden deshalb zeitnah aufgebaut, etwa für die Produktqualität und Prototypenentwicklung.

Der Standort in Thüringen ist gut gewählt

Weil es in Europa keine großen Zellfabriken gibt, rücken die asiatischen Hersteller immer näher an die hiesigen OEMs heran. In China beliefert CATL bereits VW und Daimler, und der erste Abnehmer in Thüringen ist der BMW-Konzern, der Batterien für seine elektrische BMWi-Modellreihe benötigt. BMW will laut Konzernchef Harald Krüger bei CATL Zellen für mehrere Milliarden Euro bestellen. Auch für Nissan und Renault dürfte der deutsche Standort interessant sein, genauso wie für die standortnahen Werke von VW und Porsche in Zwickau und Leipzig.

CATL plant schon jetzt den Ausbau der Fabrik

Schon jetzt sieht man bei CATL Wachstumspotential für den neuen Standort. „Wenn sich der Markt für Elektromobilität so positiv weiterentwickelt, werden wir auch in Erfurt dementsprechend weiter ausbauen“, sagte der CATL-Europachef. Schon bei der Bekanntgabe des Standorts im Juli sagte CATL-Chef Robin Zeng, die Investition in Thüringen sei nur der erste Schritt in Europa. Man wolle neben Batterien für Elektroautos auch Batterien für Stromspeicher herstellen. Außerdem ist geplant, Kapazitäten zum Recycling gebrauchter Batterien aufzubauen.

Die Pläne von CATL stoßen aber nicht nur auf Gegenliebe. Experten fürchten, dass die deutschen Autobauer ihre Wettbewerbsfähigkeit einbüßen, wenn sie sich bei den für die Elektromobilität so wichtigen Batteriezellen komplett von asiatischen Herstellern abhängig machen.

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Quellen / Weiterlesen:
CATL-Batteriefabrik: Baubeginn 2019 in Erfurt, Thüringen | Elektroauto-News.net
Chinesischer Batteriezellfertiger CATL startet schon bald in Thüringen | ecomento.de
CATL legt kommendes Jahr in Thüringen los | ntv
CATL: Batteriewerk in Thüringen ist nur der Anfang | bizz energy

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