Salzwasser-Batterien basieren auf natürlichen Materialien und sind sehr robust und langlebig. Der österreichische Hersteller BlueSky Energy hat mit dem Stromspeicher Greenrock eine marktfähige Solarbatterie auf Salzwasserbasis im Angebot, die besonders umweltfreundlich und sicher ist. Doch die Technologie kann noch nicht in allen Bereichen mit Lithium-Ionen-Batterien mithalten.

Salzwasser statt Lithium

An der Salzwasserbatterie arbeiten weltweit mehrere Unternehmen. Die Speicher gelten als zukunftsträchtig, weil sie aus ungiftigen und gut verfügbaren Materialien bestehen. Bei Salzwasserbatterien besteht der Elektrolyt, durch den sich die Ionen zwischen Anode und Kathode hin- und herbewegen, aus Salzwasser. Beim Stromspeicher Greenrock werden die Separatoren aus synthetischer Baumwolle, die Elektroden aus Manganoxid und Kohlenstoff-Titanphosphat hergestellt.

Stromspeicher aus gesunden und sicheren Materialien

Damit hat das System einen großen Vorteil gegenüber Solarbatterien auf Lithium-Ionen-Basis, die aus teilweise schwer abbaubaren Metallen bestehen und schlecht recycelt werden können. Der Solarspeicher Greenrock basiert auf den Batterien des US-Herstellers Aquion Energy, die als erste ihrer Art 2015 das Cradle-to-Cradle-Zertifikat erhalten haben. Das heißt: Es werden gesunde und kreislauffähige Materialen eingesetzt. Das macht Salzwasserbatterien auch sehr sicher, sie sind weder brennbar noch explosiv.

Nachteile: Energiedichte und C-Rate

Die Solarbatterie von BlueSky Energy ist laut Hersteller wartungsfrei und kann im Gegensatz zu Lithium-Ionen-Systemen zu 100 Prozent tiefentladen werden, ohne dass sie dabei beschädigt wird. Eine Überladung ist genausowenig möglich. Ein Nachteil von Salzwasserbatterien ist, dass ihre Energiedichte niedriger ist, weshalb sie etwa doppelt so groß sind wie Lithium-Ionen-Batterien. Sie sind deshalb besonders als stationäre Stromspeicher geeignet. Ein weiterer Nachteil ist die C-Rate, die bei Greenrock aktuell 0,5 beträgt. Dieser Wert sagt etwas über die maximale Entladeleistung aus und bestimmt, welche Lastspitzen mit dem Stromspeicher abgefangen werden können. Wenn sich ein Batteriespeicher beispielsweise innerhalb einer Stunde vollständig entlädt, dann liegt die C-Rate bei 1.

Einsatz als Heimspeicher, für Unternehmen und Off Grid

BlueSky Energy arbeitet zusammen mit Partnern daran, die Energiedichte und die C-Rate des Speichers weiter zu verbessern. Der Hersteller hat nach eigener Aussage schon mehrere hundert Greenrock-Stromspeicher erfolgreich verbaut, die meisten davon als PV-Heimspeicher. Das modulare System wird anschlussfertig geliefert und kann als Heimspeicher Kapazitäten zwischen 5 und 30 kWh abdecken. Für Gewerbe sind mehrere 100 kWh möglich. Greenrock kann AC- oder DC-gekoppelt werden und ist für eine ein- oder dreiphasige Anwendung geeignet. Außerdem kann der Speicher bei Temperaturen zwischen -5 und +50 Grad betrieben werden. Deshalb und weil sie generell sehr robust sind, können die Systeme auch gut im Off Grid-Bereich eingesetzt werden. Preislich liegen die Greenrock-Solarspeicher momentan etwa gleichauf mit Lithium-Ionen-Systemen.

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Quellen / Weiterlesen:
Entdecke die Zukunft | BlueSky Energy GmbH
Blue Sky Energy bietet Photovoltaik-Heimspeicher auf Salzwasser-Basis | pv magazine
BlueSky Energy gewinnt Megawattstunden Auftrag in Deutschland | APA-OTS
Stromspeicherspezialist BlueSky Energy erweitert den sichersten und umweltfreundlichsten Salzwasserstromspeicher GREENROCK | Presseportal

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Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

3 KOMMENTARE

  1. Hallo Sebastian

    Die Recycling-Anlagen sind schon längst aus der Pilotphase raus. Zum Beispiel hat Tesla schon längst ein Batterie-Recycling am laufen:
    https://www.tesla.com/de_DE/blog/teslas-closed-loop-battery-recycling-program?redirect=no#deutsch

    oder auch:
    https://americanmanganeseinc.com

    Das Titan 80mal öferts als Lithium vorkommt hab ich erst jetzt realisiert. Danke. Mir ist Titan wie Gold ein teures Metall, da es selten vorkommt. Bei Lithium war mir dies (seltenes vorkommen) so nicht aufgefallen, resp. bewusst. hmm. Titan kostet ja nur 5€ das kg, während Gold bei 30/Gramm kostet. Spannend…

    rog

  2. @rog:
    a.) fürs Recycling von Lithium-Ionen-Zellen gibt es bisher nur Pilotanlagen, die allerdings auch nicht das gesamte Lithium zurück gewinnen.
    b.) Obs „gesund“ ist, sei dahingestellt. Allerdings sind die Bestandsteile relativ ungefährlich.

    c.) Titan ist mit rund 0,41% ACHTZIG MAL so häufig in der Erdkruste vorhanden, wie Lithium.

  3. Ich habe da ein paar Fragen:
    Warum sind die Bestandteile einer Li-Ion Zelle schwer abbaubar und schlecht recylebar?
    Warum sind die Stoffe von den Saltwasserzellen „Gesund“? Ist das „Gesund“ auf den Menschlichen Körper gemeint?
    Warum sollen Manganoxid und Kohlenstoff-Titanphosphat besser sein?

    Manganoxid (II):
    Mangan(II)-oxid wird durch Reduktion von Mangan(IV)-oxid-haltigen Erzen mit Erdgas oder Kohle bei Temperaturen zwischen 400 und 1000 °C hergestellt. Gebildetes Mangan(II)-oxid muss unter Schutzgas abgekühlt werden, um eine Rückoxidation zum vierwertigen Mangan zu vermeiden.

    Und das „Kohlenstoff“ im Kohlenstoff-Titanphosphat gefällt mir auch nicht so. Zudem ist Titan ja noch seltener als irgend ein Stoff in einer Li-Ionen Zelle.

    Vielen Dank für die Aufklärung

    rog

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