Qinous ist ein Berliner Start-up, das Speicher für die Integration von Solar- und Windenergie entwickelt. Die Plug & Play-Systeme funktionieren netzgekoppelt sowie off-grid und versorgen bereits Projekte in 16 Ländern. Letztes Jahr ist der Motorenhersteller Rolls-Royce Power Systems als Investor eingestiegen, der stärker auf den Bereich erneuerbare Energien setzen will.

Die Stromspeicher von Qinous decken den mittleren Leistungsbereich zwischen 30 und 2.000 Kilowatt ab. Sie liegen also zwischen kleinen Heimspeichern und Großspeichern, etwa für die Industrie. Analysten gehen davon aus, dass der Markt in diesem Bereich bis 2020 um über 400 Prozent auf fünf Milliarden Euro wächst.

Wie die Qinous-Systeme in Microgrids arbeiten

Die Stromspeicher von Qinous können Erzeuger von erneuerbaren Energien in Microgrids integrieren, also in geschlossene, lokale Stromnetze. Die Speicher arbeiten mit einer Software, die fossile und erneuerbare Erzeuger aufeinander abstimmt und Verbrauch sowie Speicherung regelt. So können sie den Energieeinsatz in Microgrids optimieren.

Die Systeme werden schon in Europa, Asien, Nordamerika, Australien/Ozeanien und Afrika eingesetzt. Dort helfen sie, erneuerbare Energien dort einzubinden, wo vorher nur fossile Brennstoffe zum Einsatz kamen. Bisher hat das Start-up 15 Megawattstunden Speicherkapazität in Betrieb genommen, darunter in Hotels, Krankenhäusern, Schulen und in ganzen Stadtteilen. Als Plug & Play-Lösung lassen sich die Qinous-Stromspeicher unkompliziert anschließen und betreiben – Batterie, Wechselrichter, Klimaanlage und Steuerung befinden sich gemeinsam in einem Gehäuse.

Was der Einstieg von Rolls-Royce bei Qinous bringt

Mit dem Einstieg von Rolls-Royce Power Systems dürften Microgrids noch stärker in den Fokus von Qinous geraten. Denn der Motorenhersteller aus Friedrichshafen, der übrigens nicht zu dem Autohersteller gehört, will in diesem Markt weiter wachsen und könnte dabei auf die Speichersysteme von Qinous zurückgreifen. Rolls-Royce stellt Diesel- oder Gasgeneratoren her, die Strom in autonome Stromnetze einspeisen. Die meisten Microgrids werden heute mit Diesel betrieben, doch Solarstrom ist an vielen Orten inzwischen billiger.

„Die Kooperation mit Rolls-Royce wird unserem Vertriebsgeschäft zusätzlichen Rückenwind verleihen“, sagt Qinous-Geschäftsführer Steffen Heinrich. Vielleicht fertigt das Start-up seine Speichersysteme auch bald direkt bei Rolls-Royce. Synergien zu nutzen sei ausdrücklich Bestandteil der Kooperation, teilte Rolls-Royce mit.

Die On-Grid-Speichersysteme von Qinous

Die netzgebundenen Systeme (On-Grid) von Qinous erhöhen den Eigenverbrauch von selbst erzeugtem Strom. Sie sind auch für Systemdienstleistungen wie die Erbringung von Regelenergie geeignet und stabilisieren so das Stromnetz. In Unternehmen können sie Lastspitzen glätten, indem sie den Strombezug aus dem Netz minimieren. Die Qinous-Speicher können auch die Elektromobilität unterstützen: Indem sie Elektroautos laden, sichern sie zum einen die Nutzung von Ökostrom und liefern zum anderen die erforderliche Ladeleistung, wenn schnelles Laden gewünscht ist. Denn darauf sind die örtlichen Versorgungsnetze unter Umständen nicht vorbereitet, besonders wenn mehrere Elektroautos gleichzeitig laden.

Quellen / Weiterlesen

Qinous | smart energy storage solutions
Microgrids: Rolls-Royce sichert sich Batterietechnik von Qinous | bizz energy
Qinous: Kräftiges Wachstum mit Hilfe von Rolls-Royce | Presseportal
Bildquelle: © Qinous GmbH

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