Die derzeit größte Batterie der Welt steht in Südaustralien und stammt aus dem Hause Tesla. Neue Projekte, die Tesla übertrumpfen wollen, stehen allerdings schon in den Startlöchern. Unter anderem will ein Joint Venture, an dem Siemens beteiligt ist, in Australien zwei Super-Akkus mit je 250 Megawatt bauen.

Teslas Rekordhalter in Südaustralien wurde gerade von 100 auf 150 Megawatt Leistung aufgestockt. Der Batteriespeicher hilft, das dortige Stromnetz zu stabilisieren und schützt vor Stromausfällen. Nun bekommt Tesla Konkurrenz von Fluence, einem Joint Venture von Siemens und dem US-Energiekonzern AES: Fluence plant zwei Lithium-Ionen-Großspeicher in den australischen Bundesstaaten Victoria und New South Wales, die zusammen 500 Megawatt leisten.

Virtuelles Übertragungsnetz zwischen den Bundesstaaten

Fluence hat dem australischen Energiemarktbetreiber AEMO bereits einen entsprechenden Vorschlag unterbreitet. Anders als der Tesla-Akku dienen die zwei Akkus nicht dem Schutz vor Stromausfällen, sondern dem Aufbau eines virtuellen Übertragungsnetzes zwischen den benachbarten Bundesstaaten. Ist die Stromleitung ausgelastet, fließt der Überschuss-Strom zunächst in einen der beiden Akkus, und sobald die Leitung wieder frei ist, wird der Strom übertragen.

Batteriespeicher sind schnell einsatzfähig

Australien baut die Erneuerbaren stark aus und müsste deshalb eigentlich massiv in die Infrastruktur investieren. Anders kann das Land die Schwankungen bei Wind- und Solarstrom nicht abfangen. Fluence bewirbt seine Speicher deshalb als Alternative zum teuren und langwierigen Netzausbau. Denn geplante Netz-Upgrades könnten frühestens 2028 fertig werden, sagte Holger Wolfschmidt, Direktor für Marktanwendungen bei Fluence, dem Handelsblatt. Die Batteriespeicher wären dagegen schon im kommenden Jahr einsatzbereit.

Wie schnell es gehen kann, zeigte Tesla bereits im Jahr 2017: Das Unternehmen versprach damals, den australischen Batteriespeicher innerhalb von 100 Tagen ans Netz zu bringen, andernfalls würde man den Speicher nicht berechnen. Tesla lieferte fristgerecht ab, der Superakku ging Ende 2017 in Betrieb. Tesla geht übrigens davon aus, dass sich die Stromversorgung von ganz Australien allein mit Solarstrom decken lässt. Aktuell beträgt der Anteil erneuerbarer Energien 25 Prozent.

Neue Speicherprojekte laufen Tesla den Rang ab

So oder so dürften neue Projekte den Tesla-Speicher in Südaustralien bald als weltgrößte Batterie abgelösen, denn andere Großbatterien sind ebenfalls in Planung. In Kalifornien entsteht bereits ein Großspeicher mit 300 Megawatt, in Florida einer mit 409 Megawatt Leistung.

Quellen / Weiterlesen

Siemens-Ableger will Teslas Super-Akku übertrumpfen | Handelsblatt
Call for non-network options – VNI West | Fluence
Siemens-JV Fluence plant gigantische Zwillingsbatterien in Australien | Cleanthinking
Größter Akku der Welt: Siemens-Joint-Venture will Tesla-Rekord schlagen | t3n
Größer als Tesla-Akku: Joint-Venture mit Siemens will Stromnetz in Australien entlasten | TeslaMag
Bildquelle: © Fluence
Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

1 KOMMENTAR

  1. Interessant wäre die Kapazität des Superakkus in MWh
    Ein Akku der 500MW Leistung nur zehn Sekunden lang abgeben kann ist weniger nützlich als ein Akku, der 500MW zwei Stunden lang liefern kann.

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