BASF will künftig Kathodenmaterialien für Batterien herstellen und Lithium aus Altbatterien recyceln. Eine Pilotanlage wird derzeit im brandenburgischen Schwarzheide gebaut und geht 2022 in Betrieb. Der Konzern will sich in den nächsten Jahren stärker auf Lösungen für die Kreislaufwirtschaft konzentrieren.

Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit bei BASF

Der Spatenstich ist erfolgt: BASF feiert den ersten Schritt für ein neues Werk in Schwarzheide. Dort will der Konzern Kathodenmaterialien für Elektroauto-Batterien herstellen und damit Zellhersteller und die Autoindustrie versorgen. Pro Jahr soll genug für rund 400.000 E-Autos produziert werden. Außerdem will BASF in Schwarzheide Lithium aus alten Elektroauto-Batterien zurückgewinnen und so den Materialkreislauf schließen.

Die Themen Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft spielen bei BASF inzwischen eine große Rolle. Der Konzern will bis 2030 klimaneutral werden. Die neue Anlage ist mit weltweit führender Prozesstechnologie ausgestattet und verwendet Vorprodukte aus der BASF-Anlage in Harjavalta in Finnland.

Dabei werden effiziente Herstellungsverfahren, ein hoher Anteil an erneuerbarer Energie, eine vorgelagerte Integration in die Schlüsselrohstoffe wie Kobalt und Nickel sowie kurze Transportwege den CO2-Fußabruck um fast ein Drittel senken, verglichen mit dem herkömmlichen Industriestandard, sagte Dr. Peter Schuhmacher, Leiter des Unternehmensbereichs Catalysts der BASF.

„Mit den Bemühungen im Recycling wollen wir den Kreislauf schließen und gleichzeitig den CO2-Fußabdruck unserer Kathodenmaterialien um insgesamt bis zu 60 Prozent reduzieren“, sagte Schuhmacher. BASF will zum führenden Lithium-Ionen-Batterie-Recycler für die Automobilindustrie werden.

Neues Verfahren zum Batterierecycling

Zunächst will BASF die Recyclingverfahren für Lithium in Schwarzheide testen, später sollen sie in Großanlagen eingesetzt werden. BASF zufolge kommt ein neues hocheffizientes chemisches Verfahren zum Einsatz, um Lithium aus geschredderten Altbatterien zurückzugewinnen. Das Lithium wird dabei in hochreiner Form und hoher Ausbeute zurückgewonnen. Abfälle werden vermieden und der CO2-Fußabdruck wird gegenüber den bisherigen Verfahren weiter gesenkt, heißt es.

Mit seinem neuen Kreislaufwirtschafts-Programm will BASF in den nächsten zehn Jahren den Umsatz in diesem Bereich auf 17 Milliarden Euro verdoppeln. Im Zentrum stehen die Bereiche Zirkuläre Rohstoffe, neue Materialkreisläufe und neue Geschäftsmodelle. Ab 2025 will BASF jedes Jahr 250.000 Tonnen recycelte und abfallbasierte Rohstoffe statt fossiler Rohstoffe verarbeiten. Neben dem Batterierecycling arbeiten BASF-Forscher auch an besseren Recyclingverfahren für Kunststoffe, um auch hier Stoffkreisläufe effizienter zu schließen. Ein weiteres Thema sind neue Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen.

Auf dem Weg zur europäischen Batterieproduktion

Das neue Werk in Schwarzheide ist Teil des BASF-Investitionsplans auf dem europäischen Markt für Batteriematerialien. Sowohl das Werk für Kathodenmaterialien als auch die Anlage für Batterierecycling sind Teil der beiden europäischen IPCEI-Batterieprojekte. BASF erhält dafür 175 Millionen Euro vom Bund und vom Land Brandenburg. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier lobte das Projekt als großen Schritt für Deutschland und Schwarzheide.

Auch Maroš Šefčovič, Vizepräsident der Europäischen Kommission betonte die Bedeutung einer wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Wertschöpfungskette für die Herstellung von Batteriezellen in Europa. „Ich freue mich, dass unser Fokus auf die Steigerung der Innovationskraft im Rahmen der European Battery Alliance starke Industrieprojekte wie die Investitionen der BASF hervorbringt“, sagt Šefčovič.

Quellen / Weiterlesen

Batterien, Kunststoffe und nachwachsende Rohstoffe: Neue Ideen für die Kreislaufwirtschaft | BASF
Spatenstich für BASF-Anlage für Kathodenmaterialien in Schwarzheide | BASF
BASF baut in Schwarzheide auch Recycling-Pilotanlage | electrive.net
Standort Schwarzheide: BASF plant Pilotprojekt zu Batterierecycling | Automobilwoche
Bildquelle: © BASF SE

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2 KOMMENTARE

  1. Na wer sagt´s denn. Ist eigentlich ganz normale Metallurgie. Hatte sich halt nicht gelohnt mangels rücklaufender Akkus in größerer Menge.

    Ein weiteres Pseudo-Argument der eMobilitätsgegner ist weg.

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