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The Mobility House und Renault machen eine portugiesische Insel CO2-frei. Auf Porto Santo, einer kleinen Urlaubsinsel nahe Madeira, testet und entwickelt Mobility House eine Technologie, die Erzeugung und Verbrauch von erneuerbaren Energien aufeinander abstimmt. Elektroautos als mobile Speicher und ausgediente E-Auto-Batterien helfen dabei, das Stromnetz zu stützen und einen teuren Netzausbau zu vermeiden.

Intelligentes Stromnetz mit Batteriespeichern und Vehicle-to-Grid

Das Projekt „Nachhaltiges Porto Santo – Smart Fossil Free Island“ läuft seit Beginn des Jahres. The Mobility House und Renault arbeiten dazu mit dem lokalen Energieversorger EEM zusammen. In der ersten Phase wurden auf der Insel eine Photovoltaik-Anlage mit 2 Megawatt Leistung, Windkraftanlagen mit 1,1 Megawatt sowie stationäre Batteriespeicher mit 121 Kilowattstunden Kapazität installiert. Außerdem wurden 40 Ladesäulen für Elektroautos errichtet, die über einen Controller von Mobility House auch bidirektional laden können. Bidirektionale Ladesäulen können Elektroautos nicht nur laden, sondern auch Strom aus den Batterien entnehmen.

Renault liefert die Elektroautos und die ausgedienten E-Auto Batterien. Die alten Batterien werden zu stationären sogenannten Second-Life-Batteriespeichern zusammengeschlossen, die überschüssigen Solar- und Windstrom aufnehmen und das Stromnetz mit stabilisieren. Mobility House als Energiedienstleister ist dafür verantwortlich, die Elektrofahrzeuge und die Batteriespeicher in das Stromnetz von EEM zu integrieren. Auch die Elektrofahrzeuge werden mit Vehicle-to-Grid zu mobilen Speichern: Sie nehmen über die bidirektionalen Ladesäulen bei Bedarf Strom auf und speisen ihn in Zeiten hoher Nachfrage wieder ins Netz ein. Das alles steuert das Münchener Unternehmen mithilfe einer intelligenten Software in Echtzeit je nach Anforderung von EEM. Ziel ist es, das Ungleichgewicht von Stromangebot und Stromnachfrage auszugleichen und die Netzstabilität zu sichern.

Mehr Speicher, Elektroautos und Ladesäulen geplant

Renault hat Anfang Juni die ersten 20 Elektroautos an die Bewohner der Insel übergeben. Sie werden nun von Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und Privatpersonen im Alltag genutzt. Alle zwei Monate wechseln die Fahrzeuge den Besitzer, um so viele Erfahrungen wie möglich zu sammeln. In den nächsten drei Jahren soll die Zahl der Ladesäulen auf Porto Santo auf über 600 steigen und dann gute 1.000 Elektrofahrzeuge versorgen. Auch die Speicherkapazität soll weiter bis auf 9,5 Megawattstunden steigen.

Die erste CO2-freie Insel der Welt

Die Projektpartner wollen Porto Santo auf dem Weg zur ersten CO2-freien Insel der Welt unterstützen und neben positiven Umwelteffekten auch die Lebensqualität der Inselbewohner steigern. Auch die Stromkosten sinken, da weniger teure Dieselgeneratoren nötig sind. Das Projekt soll auch zeigen, dass man auf diese Art einen teuren Netzausbau vermeiden kann. Es lässt sich auch auf anderen Inseln, in Städten, Stadien oder Flughäfen umsetzen.

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Quellen / Weiterlesen:
Technologie von The Mobility House ermöglicht erste „CO2 freie Insel“ der Welt | The Mobilty House
The Mobility House und die Groupe Renault realisieren intelligentes elektrisches Ökosystem auf Porto Santo | The Mobilty House
The Mobility House macht Porto Santo CO2-frei | pv-magazine
Erste CO2-freie Insel der Welt | Solarify
Bildquelle: © Groupe Renault / The Mobility House

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1 KOMMENTAR

  1. Und täglich grüßt das Murmeltier…

    Wunsch:
    https://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/I/Presse/PI/2013/MP/130909_stk_mp_smartregion_pellworm.html
    Und Wirklichkeit:
    http://www.smartregion-pellworm.de/

    Die „Version 1“ des Ergebnisberichtes enthielt übrigens noch etliche interessante Details zum Scheitern des Projektes bzw. zur Effektivität der Stromspeicher bezüglich der Autarkie. Das war den Machern offenbar zu peinlich, weshalb inzwischen nur noch eine bereinigte „Version 2“ angeboten wird.

    Sehr interessant – auch um die aktuell organisierten Proteste einzuordnen – ist aber das Fazit, dass die Windenergie-Lobby daraus zieht:
    „Es ist aber zu erwarten, dass der weiter steigende Zubau von Anlagen zur Erzeugung Erneuerbarer Energien und der dadurch folgende Rückbau von konventionellen Kraftwerken dazu führen wird, dass die Preisvolatilität bzw. die Strompreisdifferenzen an den Märkten weiter ansteigen. Bei gleichzeitig fallenden Batteriepreisen sowie technischen Verbesserungen hinsichtlich Wirkungsgrad und Lebensdauer wird die Wirtschaftlichkeit der Vermarktung von Batteriespeichern an den Spotmärkten zukünftig voraussichtlich weiter steigen.“
    https://www.windkraft-journal.de/2018/05/08/erneuerbare-nordseeinsel-forschungsprojekt-smart-region-pellworm-vor-dem-abschluss/121263

    Vor Pellworm gab’s auf der Azoren-Insel Graciosa ein ähnliches Luftschloss.
    https://www.younicos.com/de/case-studies/graciosa-portugal/

    Davor war Helgoland:
    „Zwischen 1990 bis 1995 gab es erste Versuche auf Helgoland die Stromversorgung auf erneuerbare Energien umzustellen. Die 1990 eröffnete 44 m hohe Windkraftanlage (WKA 60) „Growian II“ mit Standort an der Südmole des Hafens, sollte die Stromversorgung Helgolands unterstützen. Durch Störungen in der Frequenzhaltung, mehreren Blitzeinschlägen und daraus folgend Verweigerung der Schadensregulierungen durch die Versicherung, wurde das Pilotprojekt 1995 schließlich wieder zurückgebaut.“
    https://www.helgoland.de/content/uploads/sites/2/2017/06/20130627_Endbericht_IKSK_Helgoland_final.pdf
    Seitdem ist Helgoland bekanntlich windradfreie Zone.

    Und bereits in den 1980er Jahren begann man, die Energieversorgung von Hawaii auf erneuerbare Energien umzustellen. Etwa 30 Jahre später stammen immerhin bereits etwa 18 % der Stromerzeugung auf Hawaii aus erneuerbaren Energien.

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