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US-Präsident Trump kämpft gegen den Klimaschutz. Er ist aus dem Pariser Klimaabkommen ausgestiegen und baut klimafreundliche Gesetze Stück für Stück ab. Ein Bundesstaat nimmt die Energiewende deshalb selbst in die Hand: Kalifornien will bis 2045 auf erneuerbare Energien umsteigen. Ein entsprechendes Gesetz wurde jetzt verabschiedet.

Klimapolitik gegen Trump

Der sonnige Staat an der Westküste der USA ist die fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt und fällt schon lange durch ehrgeizige eigene Klimaziele auf. Während Präsident Trump Kohle wieder stärker fördern möchte, nimmt Kalifornien den Ausstieg aus Kohle, Erdgas und Öl selbst in die Hand. Ein neues Gesetz, das Gouverneur Jerry Brown jetzt unterzeichnete sieht vor, dass der Umstieg auf grünen Strom in Etappen umgesetzt wird. Bis 2030 müssen kalifornische Stromversorger ihren Strom zu zwei Dritteln aus Wind- oder Solarenergie erzeugen. Das 100-Prozent-Ziel will der bevölkerungsreichste Bundesstaat der USA dann 2045 erreichen.

Mit der neuen Zielsetzung würde Kalifornien die Ziele des Pariser Klimaabkommens nicht nur erreichen, sondern sogar übererfüllen. Gouverneur Brown setzt mit seiner Politik ein starkes Zeichen gegen die Politik von Donald Trump, der gerade dabei ist, die Klimagesetze Barack Obamas wieder zurückzunehmen. „Es wird nicht einfach. Es wird nicht sofort sein. Aber es muss passieren“, sagte Brown, der kürzlich in San Francisco einen internationalen Umweltgipfel ausrichtete. Im Jahr 2017 kam der kalifornische Strom schon zu 29 Prozent aus Sonne, Wind, Erdwärme, Wasserkraft und Biomasse.

Auch Atomkraft ist CO2-neutral

Der Umstieg auf sauberen Strom bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass ausschließlich erneuerbare Energien genutzt werden. Die Rede ist von „erneuerbaren oder CO2-freien Quellen“, worunter theoretisch auch die Atomkraft fällt.

Kalifornien will CO2-neutral werden

Die Pläne sehen darüber hinaus auch vor, dass der gesamte Bundesstaat „CO2-neutral“ wird, was auch den Autoverkehr einschließt. Zwar gibt es in Kalifornien schon die meisten Elektroautos in den USA, doch sie haben nur einen kleinen Anteil am gesamten dortigen Markt. Um CO2-neutral zu werden, müssten die Kalifornier noch weitaus mehr Elektroautos kaufen als jetzt.

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Quellen / Weiterlesen:
Energiewende: Kalifornien will bis 2045 Strom komplett aus erneuerbaren Energien | heise online
Kalifornien will 100 Prozent saubere Energie | DW
Governor Brown Signs 100 Percent Clean Electricity Bill, Issues Order Setting New Carbon Neutrality Goal | CA.gov
Bildquelle: flickrClean Energy Group / Clean Energy States Alliance

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Prof. Dr. Johann Nagengast
Nach Abschluss seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und Promotion zum Thema „Outsourcing von Dienstleistungen“ an der Universität Regensburg war Johann Nagengast in verschiedenen internationalen Unternehmen in führenden Positionen tätig. Seit 2001 ist er Professor für Internationales Management und Project Management an der Technischen Hochschule Deggendorf. Als Trainer, Coach und Berater ist er intensiv in verschiedenen internationalen Projekten tätig. Seine Schwerpunkte liegen in der praxisnahen und pragmatischen Vermittlung und unternehmensspezifischen Anwendung aller Aspekte des Projektmanagements.

1 KOMMENTAR

  1. „Mit der neuen Zielsetzung würde Kalifornien die Ziele des Pariser Klimaabkommens nicht nur erreichen, sondern sogar übererfüllen.“

    Das ist kompletter Quatsch. Denn das Übereinkommen von Paris sieht drei Ziele vor:

    1. Die mittlere globale oberflächennahe Lufttemperatur darf nicht mehr als 2 K über das „vorindustrielle Niveau“ steigen. Ob sich das Wetter allerdings tatsächlich vom Menschen beeinflussen lässt, konnte bisher leider noch niemand belegen.

    2. Anpassung an die negativen folgen einer Änderung des fiktiven globale Klimas. Man geht also selbst davon aus, dass Punkt 1 nicht funktionieren wird.

    3. Zwang für der Finanzwirtschaft, die Punkte 1 und 2 zu finanzieren. Nach der Erfahrung mit der „Bankenkrise“ und insbesondere mit dem Wissen, dass danach die Situation sogar noch schlimmer wurde, darf man allerdings bezweifel, dass sich die Finanzwirtschaft von Politikern irgend etwas sagen lässt.

    Keines dieser Punkte wird durch eine Devarbonisierung der kalifornischen Stromproduktion erreicht.

    Außerdem ist die Klimapolitik Kaliforniens genauso verlogen, wie die von Norwegen: Nach außen schmückt man sich gerne mit hohem Anteil an erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung (in Norwegen real, in Kalifornien als Luftschloss für die ferne Zukunft), tatsächlich gehört man aber zu den größten Öl-Lieferanten der Welt. Kalifornien ist nicht nur der drittgrößte Ölförderer der USA, sondern hat auch die drittgrößte Raffinerie-Kapazität (pro Tag knapp 2 Millionen Barrel) der USA. Man verdient also bestens am CO2-Ausstoß, stellt sich aber gleichzeitig als Saubermann dar. Verlogener geht’s doch kaum noch.

    Ganz nebenbei hat dieser Staat hat nicht nur den zweitgrößten Verbrauch an Erdgas und schwerem Heizöl (jeweils hinter Texas) in den USA, sondern ist auch noch Spitzenreiter beim Verbrauch von Ottokraftstoffen und insbesondere beim Kerossinverbrauch, hier (und beim schweren Heizöl) immerhin 1/5 des Gesamtverbrauchs der USA.

    Insgesamt verursacht das ach so saubere Kalifornien den zweitgrößten (hinter Texas) Gesamtenergieverbrauch der USA. Und dieser wird zu 73,5 % aus fossilen Energiequellen, zu 2,5 % aus Kernenergie und zu gerade einmal 14 % aus regenerativen Energien gedeckt (der Rest wurde importiert). Aus diesem Grund ist Kalifornien ja auch der zweitgrößte CO2-Emittend der USA – und hat somit auch jeden Grund endlich etwas zu unternehmen.

    Und ausgerechnet diese Dreckschleuder soll uns als Vorbild präsentiert werden?

    Warum gewinnt dieses Kalifornien gerade einmal 3,6 % seiner Energieverbrauchs aus Solarenergie und sogar nur 1,6 % aus Windenergie? Zu wenig Sonne? Als Küstenstaat zu wenig Wind? Oder – insbesondere im Vergleich zu Deutschland – schlicht zu wenig Fläche?

    Warum berichtet man nicht stattdessen über Oregon, das seinen Gesamtenergieverbrauch immerhin zu 47,7 % aus regenerativen Quellen deckt – oder über Washington mit einem Anteil von 45,3 %?

    Na weil Kalifornien von allen Bundesstaaten die mit Abstand beste PR-Abteilung hat.

    https://www.eia.gov/state/seds/data.php?incfile=/state/seds/sep_sum/html/sum_btu_totcb.html&sid=US

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