Finnland nutzt ab 2030 KEINE Kohle mehr

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finnland-nutzt-keine-kohleDer Chef des finnischen Wirtschaftsausschusses im Parlament und ehemaliger Wirtschaftsminister, Mauri Pekkarinen, legte in einem Interview dar, warum Deutschland so wenig tut, um von der Kohle loszukommen. Gleichzeitig machte Pekkarinen deutlich, warum Finnland trotz etlicher Pannen weiterhin auf die Atomkraft setzt. Kann Deutschland was von Finnland lernen?

Mauri Pekkarinen verdeutlichte seine Sichtweise auf die Energiewende in Deutschland

Pekkarinen begrüßt die ehrgeizige Entscheidung Deutschlands, aus der Atomkraft auszusteigen. Dies sei ein wichtiges Signal an den Rest der Welt. Er teilte des Weiteren mit, dass Finnland dies genau beobachte, wie ein Land nicht nur aus der Atomkraft, sondern auch aus der Kohlekraft aussteigen möchte. Andererseits hält Deutschland immer noch an der Kohle fest, so dass es hierdurch die angestrebten Klimaziele nicht erreichen wird. Während Deutschland das Ziel bis 2020 wahrscheinlich verfehlt, haben die Finnen die Erneuerbaren beständig ausgebaut. Bis zum Jahr 2030 hofft man, dass ein Primärenergieverbrauch von 50 bis 60 Prozent erreicht wird. Ab 2030 kann in Finnland dann endgültig auf Kohle verzichtet werden. Ebenso wird auch der Ölverbrauch stark sinken, weil entschieden wurde, dass bis 2020 im Verkehr bis zu 20% Ökoenergien eingesetzt werden sollen. Im Bereich der Wärmeversorgung setzt man hingegen auf Biomasse. Lediglich im Stromsektor verharrt Finnland auf Atomenergie.

Kann Deutschland von Finnland etwas lernen?

Insbesondere im Bereich der Biomasse kann Deutschland etwas von seinem nordischen Nachbarn lernen. Denn diese wird in Finnland wesentlich stärker genutzt. Die Technik der Biokraftstoffe ist mit ihrer zweiten und dritten Generation weiter als in anderen Staaten. So bietet diese eine überaus hohe Energieeffizienz. Einzig allein die Atomkraft steht hier nicht zur Diskussion. Pekkarinen teilte mit, dass ihm hierüber keine Beurteilung zustehe, da sich Deutschland entschieden habe, die Nutzung der Atomkraft zu beenden. Er teilte mit, dass dies in Finnland anders sei. Der Anteil der erneuerbaren Energien könne insgesamt zwar erhöht werden, jedoch nicht im Bereich der Stromversorgung. So ist Finnland immer noch auf Atomkraft angewiesen. Windkraftanlagen an der Küste und auf dem Meer sind ineffektiv, da diese im Winter einfrieren. Auf dem Land akzeptieren die Finnen die rotierenden Windräder nicht.

Windenergie kommt erst langsam in Fahrt

Während bis 2010 so gut wie keine Windenergie in Finnland eingesetzt wurde, möchte man bis zum Jahr 2020 rund 2,5 Gigawatt erreichen. Bisher sind die Finnen diesbezüglich noch kritisch. Sie setzen nach wie vor auf Atomenergie. Die Kosten des Baus des Reaktors in Olkiluoto haben sich zwar verdreifacht und das Ganze hat sich um Jahre verzögert, dennoch wurde das Projekt von Seiten des finnischen Staates nicht subventioniert. Pekkarinen legt dar, dass die Kraftwerksbetreiber scheitern, wenn sie den Strompreis nicht wettbewerbsfähig gestalten. Bis zum Jahr 1993 war er selbst gegen Atomkraft. Jedoch wurde nach dem Kyoto-Protokoll entschieden, die CO2-Emmissionen zu senken. Diesbezüglich wurde Atomstrom vom russischen Nachbarn im großen Stil importiert. Seinerzeit stellte sich die Frage, ob es moralisch nicht besser sei, den Atomstrom gleich selbst im eigenen Land zu produzieren.

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Ist Atomstrom nicht zu teuer?

Aber es stellte sich die Frage, ob Atomstrom nicht zu teuer ist. Immerhin hatte nicht nur Finnland, sondern auch Großbritannien große Probleme, Betreiber in Europa zu finden. Schließlich kam man nicht umhin, auch Russland mit ins Boot zu holen. Hier geht es um das Kraftwerk Areva und den Betreiber von Olkiluoto 3. Der Bau hatte sich um neun Jahre verzögert. Pekkarinen teilte hierauf mit, dass die Atomkraftwerke geschlossen werden müssen, wenn sie nicht wettbewerbsfähig bleiben. Von Seiten des Staates kann keine Förderung erwartet werden.

Bildquelle: © Franz Höltschi / pixelio – www.pixelio.de

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