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Bis 2050 soll der Gebäudebestand in Deutschland nahezu klimaneutral beheizt werden. Damit strombasierte, grüne Brennstoffe aber den Bedarf decken können, muss sich die Energieeffizienz der Gebäude verbessern. Ansonsten ist die Wärmewende nicht zu schaffen, warnen Experten.

Die Energieeffizienz von Gebäuden stagniert

Gebäude werden vor allem durch Sanierungsmaßnahmen effizienter, beziehungsweise durch energieeffizientes Bauen. Mit Dämmplatten an der Fassade, Solarthermie oder Wärmepumpen sinkt der Energieverbrauch, doch diese Maßnahmen sind teuer. Aktuelle Zahlen des Umweltbundesamtes zeigen, dass sich die Energieeffizienz von Wohngebäuden seit 2012 kaum noch verbessert hat.

Der Think Tank Agora Energiewende hat schon 2017 ermittelt, dass der Energiebedarf im Gebäudebestand bis 2030 um 25 Prozent sinken muss. Die Heizenergie stammt dann zu 40 Prozent aus Gas, was ungefähr dem heutigen Niveau entspricht. Öl sollte dagegen weitestgehend durch Wärmepumpen und Wärmenetze ersetzt werden, wobei bei Wärmenetzen vor allem die Kraft-Wärme-Kopplung eine Rolle spielt. Später kommen verstärkt Solarthermie, Tiefengeothermie, industrielle Abwärme und Großwärmepumpen hinzu.

Klimaneutrales Heizen geht nur mit mehr Energieeffizienz

Bis 2030 werden fünf bis sechs Millionen Wärmepumpen gebraucht. Um das zu schaffen, sollten sie nicht nur in Neubauten, sondern auch in Altbauten installiert werden. Diese Wärmepumpen brauchen grünen Überschuss-Strom, um den zusätzlichen Stromverbrauch für die Wärme- und die Verkehrswende CO2-neutral zu decken. Davon wiederum hängen die deutschen Klimaziele entscheidend ab.

Damit das möglich ist, muss nicht nur der Anteil der Erneuerbaren am Strom-Mix steigen. Auch die Gebäude müssen deutlich energieeffizienter werden. Denn selbst bei einer überdurchschnittlichen Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien lässt sich die Wärmeversorgung nicht komplett aus Überschuss-Strom decken.

Deshalb ist es entscheidend, die Energieeffizienz der Gebäude schnell zu verbessern. Laut Agora ist eine jährliche Sanierungsrate von zwei Prozent nötig, verbunden mit einer großen Sanierungstiefe. Der Trend bei der energetischen Gebäudesanierung sei allerdings völlig unzureichend, warnte der Think Tank schon 2017.

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Quellen / Weiterlesen

Ohne Energieeffizienz bleibt die Wärmewende auf der Strecke | Springer Professional
Studie: Wärmewende 2030 | Agora Energiewende
Bildquelle: Pixabay

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Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

1 KOMMENTAR

  1. „Diese Wärmepumpen brauchen grünen Überschuss-Strom“
    Ja klar, geheizt wird nicht mehr, wenn es kalt ist, sondern nur noch, wenn die Sonne scheint. (Damit die Windräder den Strombedarf decken könnten, müssten wir die etwa 80 Jahre alten Pläne doch noch umsetzen, die Landfläche Deutschlands deutlich [Richtung Osten] zu erweitern.)

    Und wer zahlt den Wärmepumpen-Betreibern den notwendigen zusätzlichen Aufwand, um auch längere Zeiträume ohne „Stromüberschuss“ überbrücken zu können?

    „Zahlen“ ist aber grundsätzlich ein gutes Stichwort. Denn die ganze energetische Saniererei der vergangenen Jahrzehnte brachte zwar kaum Heizkosteneinsparungen, hatte dafür aber vor allem einen gewaltigen Effekt: Bezahlbare Wohnungen in Luxuswohnungen umwandeln.
    https://www.welt.de/finanzen/immobilien/article157231375/

    All das juckt gut bezahlte Mitglieder eines sogenannten Think-Tanks selbstverständlich nicht. Deren Aufgabe ist schließlich, ständig neue Luftschlösser zu bauen, damit nicht auffällt, wie sich die alten Prophezeihungen dieser Märchenonkel in Rauch auflösen.

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