Die Elektromobilität verändert auch die Tankstellen. Aral zeigt, wie sie in Zukunft aussehen könnten: Ein neuer „Mobility Hub“ in Berlin bietet neben Kraftstoff auch ultraschnelle Ladesäulen fürs Elektroauto, Sharingangebote und eine Wechselakku-Station. In den ersten vier Wochen können Kunden ihr Elektroauto dort sogar kostenlos laden.

Die Kundenbedürfnisse verändern sich

Die „Tankstelle der Zukunft“ befindet sich in der Holzmarktstraße in Berlin, zentral zwischen Alexanderplatz und Ostbahnhof. Aral nutzt sie als Testfeld für die „Tankstelle der Zukunft“ und die sich verändernden Kundenbedürfnisse. Dazu gehören auch vielfältige Fortbewegungsmöglichkeiten in der Stadt. Deshalb können sich Kunden bei Aral auch E-Bikes, E-Scooter und Fahrräder ausleihen. Aral hat dafür einen Jelbi-Standort der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) integriert. Carsharing wird im Mobility Hub ebenfalls angeboten.

Auch eine Wechselstation von Swobbee ist dort zu finden. Sie hält Akkus für E-Bikes, Lastenräder und Kleinfahrzeuge bereithält. Außerdem befinden sich S-Bahn, U-Bahn und Busse in unmittelbarer Nähe der Tankstelle.

Laden muss so schnell gehen wie Tanken

Die beiden neuen Schnell-Ladestationen am Aral Mobility Hub werden nicht aus dem Stromnetz gespeist, sondern aus einer Pufferbatterie. Somit können Elektroautos unabhängig vom Stromnetz mit bis zu 320 kW geladen werden. Sofern das E-Auto kompatibel ist, geht Laden damit ähnlich schnell wie Tanken. Der Strom für die Ladestationen soll Aral zufolge später autark direkt am Standort erzeugt werden.

In den ersten vier Wochen ist das Laden kostenlos

Aral testet die Säulen in Berlin auf ihre Praxistauglichkeit, deshalb können Kunden ihr Elektroauto dort in den ersten vier Wochen kostenlos laden. In den kommenden Monaten will Aral in Deutschland über 100 ultraschnelle Ladepunkte mit bis zu 350 kW Ladeleistung in Betrieb nehmen.

„Mit dem neuen Aral Mobility Hub bieten wir den Kunden ein umfassendes Mobilitätsangebot, welches über das einer klassischen Tankstelle hinausgeht – gerade im urbanen Raum spielt die Vielfalt an Fortbewegungsmöglichkeiten eine immer größere Rolle und unsere Tankstellen können hier zu einem sinnvollen Knotenpunkt werden,“ erklärte Patrick Wendeler, Vorstandsvorsitzender der Aral AG.

Das sind die Angebote am Aral Mobility Hub:

  • Aral-Station mit REWE To Go Shop
  • Akkuwechselautomat von Swobbee (für E-Bikes, Lastenräder und Kleinfahrzeuge)
  • Carsharing (Miles, Cambio & Greenwheels)
  • E-Scooter Sharing (Tier)
  • E-Scooter Sharing (Emmy)
  • Bikesharing (Nextbike)
  • Aral UFC-Ladesäule (zwei Ladepunkte)
  • Anbindung an den ÖPNV (S-Bahn/U-Bahn/Bus)
  • DHL Paketstation

Quellen / Weiterlesen

Ultraschnelles Laden, Sharing-Optionen und Akku-Wechselstation: Aral eröffnet ersten ‚Mobility Hub‘ in Berlin | Aral
Aral Mobility Hub | Berliner Woche
So tanken wir in Zukunft | firmenauto
Bildquelle: © Aral

Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

10 KOMMENTARE

  1. Dass Laden so schnell gehen müsse wie das Fossil-Tanken, ist ja nur den alten Fossil-Gewohnheiten geschuldet. 90-95 % der Ladevorgänge passieren doch sowieso zu Hause, beim Arbeitgeber, beim Einkaufen (Ikea, Kaufland, Aldi, Lidl etc.) oder im Hotel.

    Einzig bei wirklich langen Reisen (bei den heutigen eAutos mehr als 400-500 km) braucht man die Schnelllader wirklich. Oder natürlich die Vertreter mit 100.000 km pro Jahr…

    Aber – wie gesagt – die Fossil-Denke ist immer noch bei über 95 % der deutschen Autofahrer verwurzelt, und die müssen ihre Angst erst überwinden. Das dauert wohl ein paar Jahr(zehnt)e.

  2. Es bewegt sich was, prima! Aber wenn ich lese „Der Strom für die Ladestationen soll Aral zufolge später autark direkt am Standort erzeugt werden“, frage ich mich schon: Wie soll das gehen? Die Dachfläche wird wohl kaum für eine entsprechend dimensionierte PV-Anlage ausreichen, Windräder und Biogas-Anlagen scheiden ebenfalls aus. Und ein Diesel-Aggregat ist wohl auch nicht gemeint. Also wie?

  3. “ Der Strom für die Ladestationen soll Aral zufolge später autark direkt am Standort erzeugt werden.“
    mit einem Dieselgenerator vor Ort????

  4. wenn ich bedenke, dass täglich in Deutschland 121000000 Liter Diesel und 66000000 Liter Benzin verbraucht werden, mal umgerechnet in kW sind dies rund 720 TerraWatt,(720000000kW) dann frag ich mich, wo soll dieser Strom zukünftig herkommen!

  5. Gunter wo soll der Spritt herkommen, na so was, .. 40 min Sonnenschein decken den Weltenergiebedarf für ein ganzes Jahr -noch immer nicht das enorme Potential der Sonnenenergie verstanden, was sind da die Lächerlichkeit von 740TWh noch dazu wenn bei der e-Mobilität nur noch ein Viertel oder ein Fünftel der Energie von Verbrenner benötigt wird, keiner macht sich sorgen um die wirklich knappen fossilen ressourcen, die uns noch dazu das Überleben durch Klimakatastrophe unmöglich machen,.. na dann nutzen wir endlich die Gratis Sonnenenergie,.. das ist unsere einzige Energiequelle für die nächsten 4,5 Mrd. Jahre,.. die wir im Überfluss zur Verfügung haben,..wie lange träumen wir noch immer, das ein weiter wie bisher mit fossilen möglich ist,.. wir leben bereits seit über 20 Jahren ohne fossile Energien,.. wirtschaftlich unschlagbar, unglaublich beruhigend und mit größter Zuversicht, es gibt für uns keine Energiekrise, Nahrungsmittelkrise, Finanzkrise,.. da wir uns in allen bereichen völlig unabhängig versorgen,.. das JEDER selber leicht nachmachen kann,..

  6. ich bin voll auf deiner Seite, aber es müßte viel , viel mehr bezüglich Nutzung der Sonnenenergie getan werden! Momentan steht die Bundesregierung diesbezüglich voll auf der Bremse. Auch in der Anwendungsforschung sehe ich momentan keine wesentlichen Fortschritte – seit Jahren haben die im Handel befindlichen Solarzellen einen max. Wirkungsgrad von 23%. Dabei geht es eigentlich schon viel besser – >40% sind erreichbar.
    Die Entwicklung der Energiespeicher überläßt Deutschland lieber andern. Dabei wäre gerade hier ein größer Schritt wichtig

  7. hallo energierebell, ganz so optimistisch sehe ich das nicht! Es gab vor einigen Jahren einen Winter, da gab es Orte in Deutschland wo mehr als 2 Monate lag keine Sonne schien. Da kommt man mit solar nicht weit!
    „es gibt für uns keine Energiekrise, Nahrungsmittelkrise, Finanzkrise,.. da wir uns in allen bereichen völlig unabhängig versorgen,.. das JEDER selber leicht nachmachen kann“
    das ist wohl noch sehr , sehr weit in der Zukunft! und Dein letzter Satz wird wohl nie in Erfüllung gehen…

  8. Schnellader an einem Standort mit kleinem Shop oder Kaffeebar in der Stadt machen schon Sinn, denn es gibt gerade in der Stadt wohl auch eine Menge Leute, die weder am Arbeitsplatz noch zuhause laden können und für die auch kein „Laternenlader“ erreichbar ist.
    Die Lademöglichkeiten bei den üblichen Einkaufsmöglichkeiten werden für diese Klientel meist nicht ausreichen, da diese Lader aus Kostengründen meist nicht sehr schnell laden.

  9. @Wolfgang Barth: Ich sehe es auch so. Schnelllader machen überall Sinn, wo man sich aus anderen Gründen ca. 30 min aufhält: Tankstellen mit Coffeeshop, Discounter, Supermärkte, Bau- und Gartenmärkte, Einkaufs-Center etc. Vorreiter war hier ALDI, die haben schon vor über 5 Jahren etliche 20 kW Triple-Charger aufgebaut. Bis Ende des Jahres will ALDI das Netz auf 250 Schnelllader mit 50 kW erweitern. Wertmutstropfen für mich: CHdeMO soll nicht mehr unterstützt werden, nur mehr CCS und AC-Ladung. ALDI nehme ich auch den Spruch „Sonne tanken“ ab, weil sie ja riesige Dachflächen mit PV-Anlagen bestückt haben und die Energie-Daten ja auch auf Displays anzeigen. Dass das an Aral-Tankstellen auch so funktioniert, kann ich mir nicht ganz vorstellen. Das müssten schon Mega-Tanken sein …

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