Der Zweisitzer eFlyer 2 von Bye Aerospace geht gerade in Serie, doch das Start-up arbeitet schon am nächstgrößeren Modell. Der eFlyer für acht Passagiere soll über 900 Kilometer rein elektrisch fliegen können. Voraussetzung ist allerdings, dass die Batterietechnologie mitzieht.

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Entwicklungspartner Safran und Oxis Energy

Der eFlyer 800 ist eine Turboprop-Maschine mit zwei Propellern, die zwischen 2024 und 2026 als Lufttaxi und Frachtflugzeug zum Einsatz kommen soll. Bye Aerospace wirbt damit, dass sie im Vergleich zu konventionellen Flugzeugen dieser Art 80 Prozent weniger Betriebskosten verursacht. An der Entwicklung des eFlyer 800 sind der französische Motorenhersteller Safran und der britische Batteriespezialist Oxis Energy beteiligt.

Die Leistungsangaben für den eFlyer 800: Die maximale Reisegeschwindigkeit beträgt 320 Knoten, die Flughöhe liegt bei 35.000 Fuß. Das Flugzeug hat eine Reichweite von 926 Kilometern mit 45 Minuten Reserve bei einer normalen Reisegeschwindigkeit von 280 Knoten. Die E-Motoren von Safran könnten jeweils 500 Kilowatt leisten. Zu den Sicherheitsmerkmalen gehören zwei Elektromotoren an den Flügeln mit jeweils zwei redundanten Motorwicklungen, vier redundante Akkupacks sowie ein Fallschirm für das E-Flugzeug. Mögliche Funktionen sind außerdem ein automatisches Notlandungssystem, zusätzliche Solarzellen und Elektromotoren im Rad.

„Der E-Flyer 800 ist das erste vollelektrisch angetriebene Flugzeug, das die Leistung und die Sicherheit einer Twin Turboprop ohne CO2-Emissionen und mit extrem niedrigen Betriebskosten erreicht“, wirbt George Bye, Chef von Bye Aerospace, für das Elektroflugzeug. Dies werde durch das elektrische Antriebssystem und die fortschrittliche Batteriezellentechnologie mit einer deutlich höheren Energiedichte ermöglicht.

Batteriepartner Oxis setzt auf Lithium-Schwefel-Batterien

Solche Batterien stecken schon in den Startlöchern: Batteriepartner Oxis Energy arbeitet an Lithium-Schwefel-Batterien, die eine viel höhere Energiedichte aufweisen sollen als heutige Lithium-Ionen-Batterien. Oxis gibt 450 Wattstunden pro Kilogramm an. Im Herbst 2023 sollen es schon 550 Wattstunden pro Kilogramm sein, drei Jahre später dann 600. Oxis gibt an, das größte Problem von Lithium-Schwefel-Zellen, nämlich die Degradation der Lithium-Metall-Anode, reduziert zu haben. Eine Lebensdauer von mehreren Hundert Zyklen soll damit möglich sein, also fünf bis zehn Jahre im Flugzeug.

Im Herbst sollen erste größere Praxistests der Oxis-Zellen stattfinden, die Serienfertigung ist dann für nächstes Jahr geplant. Diese Zellen glänzen nicht nur mit einer hohen Energiedichte, sondern sind auch leichter als Lithium-Ionen-Zellen und sicherer, da sie keinen flüssigen Elektrolyten benötigen. Oxis hat bereits mehrere Patente angemeldet und baut eine Batteriefabrik in Brasilien auf.

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Die Zwei- und Viersitzer von Bye Aerospace sind in Zulassung

Aktuell arbeitet Bye Aerospace an der Zulassung des Zweisitzers eFlyer 2 für die professionelle Pilotenausbildung. Der viersitzige eFlyer 4 soll ebenfalls als Trainingsflugzeug und zusätzlich für Lufttaxi-Dienste und als Frachtflugzeug zugelassen werden. Alle Elektromodelle des Herstellers haben den Vorteil niedrigerer Betriebskosten, erzeugen keine CO2-Emissionen und verursachen weniger Lärm.

Quellen / Weiterlesen

Bye Aerospace Unveils 8-Seat All-electric eFlyer 800 | Bye Aerospace
Elektrisches Großraum-Flugtaxi: Bye Aerospace stellt Twin E-Flyer 800 vor | t3n
Bye Aerospace präsentiert Business- Twin eFlyer 800 | AeroBuzz
Bye unveils its eight-seat fully electric plane, the eFlyer 800 | Aerotime Hub
Bildquelle: © Bye Aerospace

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Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

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