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Jetzt ist es offiziell: Der vollelektrische Stadtbus von Daimler geht in Serie. Die erste Generation des Mercedes eCitaro kann etwa 30 Prozent der typischen Einsätze von Verkehrsbetrieben abdecken. Doch dank technologischer Fortschritte könnten Daimlers Elektrobusse den herkömmlichen Stadtbus in den nächsten Jahren komplett ersetzen.

150 Kilometer Reichweite bei jedem Wetter

Der eCitaro oder Citaro E-Cell, wie er offiziell heißt, lehnt sich optisch an den bewährten Stadtbus Citaro an. Seinen Strom zieht er aus sechs Lithium-Ionen-Batteriemodulen von Akasol auf dem Dach und im Heck, die jeweils etwa 25 Kilowattstunden Kapazität liefern. Auf Kundenwunsch kann der Bus bis zu zehn Module unterbringen, dann wiegt er 13,5 Tonnen. Seine Reichweite gibt Daimler mit 250 Kilometern an, allerdings nur unter Idealbedingungen. Realistischer sind die 150 Kilometer, die der Bus nach dem SORT2-Stadtfahrzyklus schafft.

Effizientes Thermomanagement senkt Energiebedarf

Damit das auch bei extremen Temperaturen geht, verfügt der eCitaro über ein Thermomanagement mit Wärmepumpe und Klimaanlage, die den Energiebedarf für Heizung und Klimatisierung gegenüber der Variante mit Verbrennungsmotor um 40 Prozent senken soll. Beim Elektroantrieb setzt Daimler auf die Elektroportalachse ZF AVE 130 mit Elektromotoren an den Radnaben. Die Motoren leisten zusammen 250 kW, das Drehmoment beläuft sich auf 970 Nm.

Nachrüstungen auf neue Akkutechnik möglich

Die aktuelle Version kann nur über Stecker und damit nur im Depot geladen werden. Künftig will Daimler auch eine Variante mit Stromabnehmer auf dem Dach anbieten, mit der dann auch Zwischenladungen möglich sind. Sobald neue Akkutechnik verfügbar ist, will Daimler teilweise auch Nachrüstungen anbieten.

Nächste Generation des eCitaro mit Festkörperakkus und Brennstoffzelle

Für 2020 kündigte Daimler eine neue Batteriegeneration auf NMC-Basis (Lithium-Nickel-Mangan-Cobalt) an, die bei gleichem Gewicht und Größe mehr Kapazität bietet. Dann steigt die Gesamtkapazität des eCitaro auf 330 Kilowattstunden, was auch die Reichweite erhöht. Dann soll der Bus schon 50 Prozent der Anforderungen von Verkehrsbetrieben abdecken können. Ab diesem Zeitpunkt will Daimler auch Gelenkbusse mit Elektroantrieb anbieten. Der eCitaro G kommt also 2020 auf den Markt. Danach folgen Lithium-Polymer-Akkus, sogenannte Festkörperakkus. Diese sollen die Kapazität auf rund 400 Kilowattstunden steigern, eine spätere Umrüstung der Busse auf diese Technologie ist jedoch nicht möglich.

Außerdem plant Daimler, den elektrischen Citaro künftig auch mit einen Range Extender mit Brennstoffzelle auszurüsten. Spätestens dann erreichen die Busse die Reichweite heutiger Busse mit Dieselantrieb.

Erste Vorbestellungen von Verkehrsbetrieben

Der elektrische Citaro wird im Mannheimer Werk gefertigt, wo auch der Diesel-Citaro herkommt. Die ersten Auslieferungen sind noch für dieses Jahr geplant. Vorbestellungen gibt es unter anderem von den Verkehrsbetrieben in Hamburg und Berlin. Die BVG wird es freuen, dass es endlich losgeht: Ihre Umstellung auf Elektrobusse lief bisher nicht wie geplant, weil europäische Hersteller noch so gut wie keine serienreifen Modelle im Angebot haben. Allerdings hat der Elektrobus auch seinen Preis: Daimler-Vertriebschef Ulrich Bastert sagte, mit einem Faktor 2,5 im Vergleich zum klassischen Bus liege man nicht völlig falsch.

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Quellen / Weiterlesen:
Weltpremiere des Mercedes-Benz eCitaro | Daimler AG
Bus unter Strom. Countdown für den Mercedes-Benz Citaro E-Cell | Daimler AG
Mercedes-Benz stellt seinen Elektrobus eCitaro vor | SpringerProfessional
Daimlers E-Bus künftig mit Brennstoffzelle und Festkörperakku | golem.de
Hier kommt Daimlers Elektrobus | Frankfurter Allgemeine
Bildquelle: © Daimler AG

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Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

1 KOMMENTAR

  1. In Berlin sollen für die BVG Elektrobusse angeschafft werden ,deren Batterie über eine Oberleitung auf- bzw. nachgeladen werden soll.
    Ich bezweifle das bei der Oberleitung in den normalen Straßen mit Bürgersteig Parkstreifen und 1 Fahrbahn je Richtung Oberleitungen für Busse angeordnet/vorgesehen werden können.
    Bei Straßen mit Oberleitungen von Straßenbahnen etc. kann die Feuerwehr keine Rettung von Menschen aus über Feuerwehrleitern bei mehrgeschossigen Wohnhäusern vornehmen, weil die Stromleitungen und deren Aufhängungen im Wege sind sowie Stromfrei geschaltet sein müssten.
    Bei Neubau eines Wohnhauses mit 4 Geschossen + Dachgeschoss mussten wir Architekten Spezielle Sicherheitstreppenhäuser über offenen Fluchtbalkon auf der Hofseite gebaut werden.
    Ob diese Notwendigen Fluchtmöglichkeiten bei der Verkehrsplanung berücksichtigt wurden?
    Busse mit Oberleitungen wurden in den meisten Städten Westdeutschlands abgeschafft ,weil Parkende Autos in 2. Spur den Betrieb einschränkten . Stromabnehmer mussten herunter genommen werden und Bus damals mit kleinem Verbrennungsmotor um Hindernis fahren.
    Man stelle sich das in Großstadt Berlin vor wo verkehrsbehinderndes “ Parken in 2. Spur“ normal ist !
    Ob die Oberleitungsbusse eine gute Idee sind? Welcher Hausbesitzer will Anker für Abhängungskabel an seiner Hausfassade oder hässliche Beton-Maste auf dem Bürgersteig.

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