Tesla arbeitet schon länger an einem neuen Akku, der eine Million Meilen durchhalten soll. Jetzt wird es konkret: Der Akku soll schon Anfang 2021 fertig sein und weniger als 100 US-Dollar pro Kilowattstunde kosten, berichtet Reuters. Bei einem solchen Batteriepreis wären Elektroautos mit Verbrennern preislich konkurrenzfähig.

Gemeinsame Entwicklung von Tesla und CATL

Reuters beruft sich bei der Meldung auf nicht näher benannte Quellen. Demnach hat Tesla den neuen Akku gemeinsam mit dem chinesischen Batteriehersteller CATL entwickelt. Er basiert auf der NMC-Chemie und enthält nur wenig Kobalt. Dem Bericht zufolge will Tesla die Batterie in den China-Versionen des Model 3 verbauen. Der Preis von 100 Dollar pro kWh wird immer wieder als die magische Grenze genannt, ab der Elektroautos preislich mit Verbrennern mithalten können und damit zur echten Konkurrenz werden.

Später will Tesla weiter verbesserte Versionen der Batterie auch für Modelle für andere Märkte einsetzen, darunter auch die USA, hieß es. Tesla plane außerdem, eine weltweite Flotte von mehr als einer Million Elektroautos aufzubauen, deren Akkus Strom aus den Stromnetzen aufnehmen und wieder abgeben. Der Autobauer wolle so den Status eines Energieversorgers erlangen, so die ungenannten Quellen. Tesla wollte keinen Kommentar zum Reuters-Artikel abgeben.

Dass Tesla an einer „Millionen-Meilen“-Batterie arbeitet, war schon bekannt. Sie wird vom Team des Batterieforschers Jeff Dahn entwickelt. Eine Beteiligung von CATL war bisher nicht bekannt, der Batteriehersteller beliefert Tesla in China aber mit Batterien. CATL-Chef Zhou Jia hatte allerdings kürzlich gesagt, man prüfe gemeinsam, wie sich Batterien verbessern lassen.

Reuters zitiert die Quellen auch mit Details zum Liefervertrag zwischen Tesla und CATL: CATL soll Tesla mit kobaltfreien LFP-Zellen beliefern, die im Model 3 für China verbaut werden. Die Kosten dafür seien bereits auf unter 80 Dollar pro kWh für Batteriepacks und auf unter 60 Dollar pro kWh auf Zellebene gefallen. Das sei möglich dank CATLs Cell-to-Pack-Technologie, bei der die Zellen direkt ins Batteriepack eingebaut werden. Der Zwischenschritt über Modul-Komponenten wird übersprungen, was Kosten spart.

Plant Tesla neue „Terafactories“?

Reuters schreibt weiter, dass Tesla neue, hochautomatisierte Prozesse zur Batteriefertigung plane, mit denen man Batterien sehr viel schneller und mit geringeren Personalkosten herstellen könne. Die Rede ist von „Terafactories“, die 30 Mal so groß wie die Gigafactory 1 in Nevada sein könnten. Zudem arbeite Tesla an Recyclingmethoden für Nickel, Kobalt und Lithium und an Second-Life-Anwendungen, in denen Elektroautobatterien als stationäre Stromspeicher weitergenutzt werden.

Tesla verschiebt „Battery Day“

Es gibt schon lange Spekulationen um Teslas Batteriepläne, zu der auch eine eigene Batteriezellfertigung gehören soll. Der Autobauer heizte die Spekulationen immer wieder selbst an. Auf einem „Battery Day“ im Mai wollte Tesla seine Pläne der Öffentlichkeit vorstellen. Doch die Veranstaltung wird nun verschoben, wie Elon Musk auf Twitter mitteilte. „Wir müssen den Termin verschieben, sonst wird die Teilnehmerzahl sehr niedrig sein. Vielleicht in zwei Teilen: Webcast im nächsten Monat und persönliche Veranstaltung ein paar Monate später?“ Die aufregenden Neuigkeiten, die Tesla an diesem Tag mit der Öffentlichkeit teilen will, müssen also noch warten.

Quellen / Weiterlesen

Exclusive: Tesla’s secret batteries aim to rework the math for electric cars and the grid | Reuters
Neuer Tesla-Akku soll weniger als 100 Dollar/kWh kosten | electrive.net
Bildquelle: Wikipedia – By u/Kruzat modified by Periwinklewrinkles – https://imgur.com/a/tp7JG6P but modified, CC BY-SA 4.0
Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

1 KOMMENTAR

  1. VW bekommt wohl grad einen Schwindelanfall. Nicht wegen des Millionenschwindels mit Dieselgate, sondern weil eMusk sie schwindelig spielt mit seinen Erfolgen.

    Und das ist auch gut so. Der Druck auf die Fossil-Autobauer mus stetig wachsen.

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