Kaufprämie für Elektroautos: Bringt das was?

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kaufpraemie-elektroautosDie Bundesregierung plant nach Informationen des SPIEGEL, den Kauf von Elektroautos mit bis zu 5.000 Euro zu fördern. Zur Gegenfinanzierung ist unter anderem die Erhöhung der Mineralölsteuer um einen Cent im Gespräch. Das Programm mit dem offiziellen Titel „Umweltbonus“ soll jährlich bis zu 800 Millionen Euro kosten. Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des Verkehrclub Deutschland (VDC), kritisiert die Kaufprämie für Elektroautos: Es dürfe keine Förderung nach dem Gießkannenprinzip geben, die den Kauf von Elektrofahrzeugen und Plug-in-Hybriden gleichermaßen belohne, so Lottsiepen im SPIEGEL-Interview. Nicht jedes Elektroauto sei energieeffizient.

Kaufprämie auch für Plug-in-Hybride?

Große SUVs und Luxuslimousinen könnten zwar 30 oder 40 Kilometer elektrisch fahren, verbrauchten ansonsten aber teilweise bis zu 10 Liter Sprit. Zum Klimaschutz tauge eine solche Maßnahme also nicht. Er verweist auf die Niederlande, wo es bereits seit mehreren Jahren eine solche Förderung gibt: Zwar wurden dort vermehrt Plug-in-Hybride verkauft, vor allem für Flotten und Verleihfirmen. Doch nach Informationen des VDC würden diese Autos kaum elektrisch genutzt, da es zu wenige Nutzer gebe, die das Fahrzeug regelmäßig aufladen würden.

Förderung von niedrigem CO2-Ausstoß

Statt der Erhöhung der Mineralölsteuer präferiert Lottsiepen eine sogenannte Bonus-Malus-Regelung: Es solle diejenige Technik gefördert werden, die zu niedrigen CO2-Austößen führe. Manche Elektroautos und Plug-in-Hybride emittierten mehr als Fahrzeuge mit sparsamen Verbrennungsmotoren, wenn man nach dem deutschen Strom-Mix rechne. Deshalb sei eine Regelung besser, bei der große Fahrzeuge mit hohem CO2-Ausstoß deutlich stärker besteuert würden, um mit den Mehreinnahmen die E-Auto-Prämie zu finanzieren. Damit sende die Politik außerdem damit ein deutlicheres Signal, was sie eigentlich fördern bzw. unterbinden wolle. Die deutsche Autoindustrie lehnt eine solche Regelung ab.

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Elektromobilitätsgesetz

Die Ministerien arbeiten derzeit an einem Regierungsprogramm zur Förderung der Elektromobilität mit dem Ziel, bis zum Jahr 2020 eine Million Elektroautos auf die Straßen zu bringen. Das Programm sieht auch den Aufbau von mehr Ladestationen vor sowie eine 30-Prozent-Quote von E-Autos bei Neuanschaffungen durch öffentliche Stellen.

Quelle: SPIEGEL ONLINE
Bildquelle: © Teslamotors

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Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

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