Sieg über GM: Tesla darf in Indiana weiter Autos direkt vertreiben

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gm-tesla-indiana-direktvertrieb-elektroautosGute Nachrichten für Tesla: Im Kampf um das Recht, Elektroautos direkt – statt klassisch über ein Händlernetzwerk – verkaufen zu dürfen, hat der Elektropionier in Indiana einen Sieg errungen. Das Parlament des US-Bundesstaates hatte letzte Woche eine Gesetzesänderung diskutiert, die Tesla gezwungen hätte, Fahrzeuge in Indiana über Vertragspartner zu verkaufen statt über eigene Stores, wie es das Tesla-Geschäftsmodell vorsieht. Letzten Donnerstag jedoch wurde die Gesetzesänderung vom entsprechenden Parlamentsausschuss zunächst zurückgestellt. Tesla kann damit seinen Store in der Hauptstadt Indianapolis vorerst weiter wie bisher betreiben.

Konkurrent GM unterstützte die geplante Gesetzesänderung

Besonders interessant dabei: Das Gesetzesvorhaben wurde vom Konkurrenten General Motors unterstützt, der kürzlich seinen elektrischen Chevrolet Bolt angekündigt hat, einen Gegenentwurf zu Teslas massentauglichem Modell 3. Tesla hatte GM beschuldigt, aktiv Lobbyarbeit betrieben zu haben und sogar an dem inoffiziell „Kill Tesla“ betitelten Gesetzesentwurf mitgeschrieben zu haben. GM hatte eine direkte Beteiligung abgestritten, aber zugegeben, den Entwurf inhaltlich uneingeschränkt zu unterstützen. Es gehe darum, gleiche Bedingungen für alle Autohersteller zu schaffen.

Tesla hatte Kunden und Unterstützer zuvor in einem offenen Brief um Hilfe gebeten: Sie sollten mit den entsprechenden Parlamentsabgeordneten Kontakt aufnehmen und dadurch helfen, das Gesetzesvorhaben zu stoppen. Der Autobauer feierte die Entscheidung, die Gesetzesänderung zur weiteren Beratung zurückzustellen. GM äußerte sich ebenfalls zufrieden – darüber, dass das bestehende Ungleichgewicht überhaupt diskutiert wurde. „Wir werden dieses Problem in Indiana und auf nationaler Ebene weiterhin angehen und unsere Bedenken überall dort zum Ausdruck bringen, wo es unterschiedlichen Regeln für Marktteilnehmer gibt“, so das Unternehmen in einer Stellungnahme.

Teslas Geschäftsmodell ärgert Hersteller und Händler

Traditionelle Autohersteller sehen den Vertrieb über unabhängige Händler als Vorteil für Kunden, welche vom Wettbewerb der Händler untereinander sowie von Service- und Finanzierungsangeboten profitieren. Teslas Direktvertrieb ist nicht nur Autoherstellern, sondern auch Händlern ein Dorn im Auge. In verschiedenen US-Bundesstaaten haben sie sich erfolgreich dagegen gewehrt: In Texas, Arizona und New Jersey ist der Direktverkauf von Autos nach wie vor verboten. Die entsprechenden Gesetze stammen oft noch aus den 1950er Jahren.

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Seitenhiebe von GM auf Tesla

Zwischen Tesla und GM hatte es in letzter Zeit Spannungen gegeben: So konnte sich GM-Chefin Mary Barra bei der Präsentation des Bolt auf der CES den Seitenhieb nicht verkneifen, dass Käufer im Gegensatz zu anderen Elektroauto-Käufern nicht zum Kauf oder für Serviceleistungen in einen anderen Bundesstaat fahren müssten. Und kürzlich hatte der ehemalige General Motors-Manager Bob Lutz in einem Interview mit der Schweizer Zeitung FuW prognostiziert, Tesla könne aufgrund der hohen Kosten und der niedrigen Nachfrage nach Elektroautos unmöglich überleben, obwohl das Model S technisch eine Spitzenleistung sei. Das Tesla Model X mit den Flügeltüren halte er allerdings für anfällig, die Dachstruktur sei viel zu schwach. Damit die Rechnung aufgehe, müsse das Unternehmen eine halbe Million Autos pro Jahr herstellen. Seit der Gründung habe Tesla erst 107.000 Fahrzeuge produziert – das mache GM in vier Tagen. Er wette jeden Betrag, dass Tesla untergehen werde.

Quellen / Weiterlesen:
Tesla is asking owners and enthusiasts to help block a „GM-backed“ bill to ban direct sales in Indiana
«Tesla kann unmöglich überleben» | Finanz und Wirtschaft
Indiana bill won’t stop Tesla from selling direct-to-consumers | Ars Technica
Bildquelle: Tesla Motors

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Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

1 KOMMENTAR

  1. Totgesagte leben bekanntlich am längsten. Treppenwitz der Geschichte: Vor gar nicht allzu langer Zeit war GM auf der Kippe und musste vom so beschimpften „Nanny State“ gerettet werden 😆

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