TOP 15 der neusten Elektroautos 2018 und 2019

10
linkedin

Im Gegensatz zu herkömmlichen Antrieben ist die Modellauswahl bei Elektroautos immer noch klein. Das ändert sich jetzt: Viele Hersteller, darunter auch viele deutsche Marken, haben für 2018 und 2019 neue elektrische Modelle angekündigt – mit deutlich gestiegenen Reichweiten. Das sind die wichtigsten neuen Stromer.

Nissan Leaf – neue Generation mit mehr Leistung

nissan-leaf-elektroautosparte-erweitertDie zweite Generation des japanischen Bestsellers bekommt mehr Akkukapazität (40 statt bisher 30 kWh) und damit mehr Reichweite. Der neue Nissan Leaf soll mit einer Akkuladung 285 Kilometer weit fahren, und das nach dem neuen WLTP-Standard, der im Vergleich zum NEFZ-Zyklus alltagsnähere Reichweiten abbilden soll. Im Stadtverkehr sollen sogar 415 Kilometer möglich sein. Auch die Motorleistung steigt von 80 auf 100 kW (150 PS), und der neue Leaf sieht nicht nur weniger schrullig aus als sein Vorgänger, sondern kommt auch mit teilautonomen Fahrfunktionen. Das Nissan Elektroauto ist ab 32.000 Euro erhältlich.

Bildquelle: © NISSAN CENTER EUROPE GmbH

Renault Zoe – jetzt mit stärkerem Motor

renault-twizy-elektroautoAuch der Kleinwagen Renault Zoe bekommt auf Wunsch mehr Leistung: 80 kW (109 PS) sind es mit dem „R110-Motor“, ein Plus von 12 kW. Die Reichweite nach WLTP gibt Renault mit 300 Kilometern an. Wie auch bei der schwächeren Version ist die Höchstgeschwindigkeit bei 135 km/h abgeregelt. Die Basisversion Zoe kostet mindestens 21.900 Euro zzgl. Batteriemiete.

Bildquelle: © Renault Group

Hyundai Kona Elektro – kompaktes Elektro-SUV

hyundai-kona-elektroautoDie elektrische Version des Hyundai Kona soll in der zweiten Jahreshälfte nach Deutschland kommen. Das kompakte Elektro-SUV wird es in zwei Varianten geben, wobei die leistungsstärkere Version bis zu 150 kW (204 PS) Leistung und dank der 64-kWh-Batterie unter Idealbedingungen 482 Kilometer Reichweite haben soll. Die abgespeckte Version hat 99 kW (135 PS) und kommt mit ihrer 39-kWh-Batterie 300 Kilometer weit. Preise gibt es momentan jedoch nur für Norwegen, wo die stärkere Variante umgerechnet gute 34.000 Euro kostet. Dort sind Elektroautos allerdings von der Mehrwertsteuer befreit.

Bildquelle: © Hyundai Motor Deutschland GmbH

Kia Niro EV – Debüt auf dem Pariser Autosalon

kia-niro-evEbenfalls noch in diesem Jahr wird die Elektroversion des kompakten SUV Kia Niro erwartet. Die Koreaner bauen ihn auf derselben Plattform wie den Hyundai Kona Elektro. Optisch unterscheidet sich die elektrische Version kaum von den konventionellen Varianten. Auch der Niro soll in zwei Versionen auf den Markt kommen: Die stärkere Version mit 150 kW (204 PS) und 64-kWh-Akku kommt über 450 Kilometer weit, die schwächere Ausführung mit 39 kWh-Batterie hat eine Reichweite von 300 Kilometern. Das Elektroauto soll im Herbst auf dem Pariser Autosalon vorgestellt werden, Preise stehen noch nicht fest.

Bildquelle: Wikipedia – By Matti Blume [CC BY-SA 4.0 ]

>>>> Energyload-Newsletter abonnieren <<<<

Jaguar i-Pace – der erste elektrische Jaguar

jaguar-elektroauto-ladenEine ganz andere Größenordnung ist der Jaguar i-Pace, das erste Elektroauto von Jaguar, das im Sommer auf den Markt kommt. Er verspricht mindestens 420 Kilometer Reichweite und eine Leistung von 294 kW (400 PS) dank zwei permanenterregter Synchronmotoren mit 696 Nm Drehmoment. Damit beschleunigt der elektrische Sportwagen in 4,8 Sekunden auf 100 km/h. Die Motoren und die Batterie hat Jaguar selbst entwickelt. Der Jaguar i-Pace wird mindestens 77.850 Euro kosten.

Bildquelle: © Jaguar Land Rover Deutschland GmbH

Audi e-tron quattro – elektrisches Oberklasse-SUV im Format des Q5

audi-etron-quatroDer e-tron quattro wird das erste Elektroauto aus dem Hause Audi und ist ebenfalls ab Sommer erhältlich. Das Oberklasse-SUV kommt im Format des Audi Q5 und beeindruckt mit einer Leistung von bis zu 370 kW (503 PS), 800 Nm Drehmoment und dem Sprint auf 100 km/h in 4,6 Sekunden. Die Reichweite nach NEFZ soll über 500 Kilometer betragen, und per Schnellladung mit 150 kW ist der Akku in 30 Minuten wieder voll. Der Preis für den Audi e-tron quattro liegt bei 80.000 Euro.

Bildquelle: flickrAudi AG

Hyundai Nexo – Wasserstoffauto mit 600 Kilometern Reichweite

hyundai-nexo-wasserstoffEbenfalls noch 2018 soll der Hyundai Nexo auf den Markt kommen, ein Mittelklasse-SUV mit Brennstoffzellenantrieb. Drei Tanks, die im Unterboden untergebracht sind, fassen insgesamt 6 Kilo Wasserstoff, aus dem der Wagen Strom erzeugt. Damit sollen 600 Kilometer Reichweite möglich sein. Der Elektromotor hat 120 kW Leistung und 395 Nm Drehmoment, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 180 km/h. Der Nexo ist nach dem umgerüsteten ix35 das erste eigens für diesen Antrieb entwickelte Brennstoffzellenfahrzeug von Hyundai. Der Hersteller wirbt damit, dass das Auto in wenigen Minuten betankt werden kann, doch der Alltagstauglichkeit dürfte das spärliche Netz von Wasserstofftankstellen hierzulande im Wege stehen. Der Preis für den Hyundai Nexo soll bei etwa 60.000 Euro liegen.

Bildquelle: © Hyundai Motor Deutschland GmbH

Mercedes GLC F-Cell – Wasserstoffauto als Plug-in-Hybrid

mercedes elektroautoAuch aus dem Hause Mercedes kommt demnächst ein Brennstoffzellenauto, zunächst als Vorserienmodell für Flottenkunden. Der Mitteklasse-SUV Mercedes GLC F-Cell kommt als Plug-in-Hybrid, womit Daimler das Problem mit dem praktisch nicht vorhandenen Tankstellennetz umgehen will. Zwei Tanks speichern 4,4 Kilo Wasserstoff, was für 437 Kilometer nach NEFZ reichen soll. Zusätzlich hat der GLC F-Cell eine kleine 13,8-kWh-Batterie an Bord, die extern geladen werden kann und die für maximal 49 Kilometer Reichweite sorgt. Wasserstoff kann man in drei Minuten nachtanken, vorausgesetzt, eine entsprechende Tankstelle ist vorhanden. Der Motor leistet 147 kW (200 PS). Preise und Marktstart wurden noch nicht genannt.

Bildquelle: © Daimler AG

>>>> Energyload-Newsletter abonnieren <<<<

Tesla Model 3 – Marktstart des Mittelklasse-Tesla verschiebt sich

Schon lange sehnlichst erwartet wird das Model 3, Teslas erster Mittelklasse-Stromer. Ursprünglich war der Marktstart für 2018 angekündigt, doch wegen Produktionsschwierigkeiten ist es in Deutschland erst 2019 soweit. Je nach Ausführung beträgt die Reichweite des Model 3 zwischen 350 und 440 Kilometer, die Basisversion kommt mit 60 kWh-Akku und ist in den USA ab 35.000 US-Dollar zu haben. Diverse Extras können den Preis allerdings deutlich erhöhen.

Bildquelle: © Tesla Motors

Mercedes EQC – Konkurrenz zum Tesla Model X

Mercedes elektrofahrzeugDer für 2019 angekündigte Mercedes EQC ist das erste Modell der EQ-Reihe von Mercedes. Das SUV-Coupé geht als Konkurrenz zum Tesla Model X an den Start. Bisher bekannt ist, dass der sportliche Oberklasse-Stromer mit einer Ladung 500 Kilometer weit kommt. Neuen Meldungen zufolge sollte sich der Marktstart um bis zu 6 Monate verzögern, was Daimler aber dementierte. Ein fixer Termin für den Marktstart wurde allerdings sowieso noch nicht genannt.

Bildquelle: © Daimler AG

Audi e-tron Sportback

audi elektroautoAuch Audi bringt 2019 ein elektrisches SUV-Coupé auf den Markt. Die Leistungswerte entsprechen etwa dem Audi e-tron quattro: bis zu 500 Kilometer Reichweite, Beschleunigung von Null auf Hundert in 4,5 Sekunden und eine Gesamtleistung von 320 kW aus drei Motoren. Eine Studie wurde bereits auf der IAA präsentiert.

Bildquelle: © AUDI AG

Porsche Taycan – der Mission E geht in Serie

porsche elektroautoDer erste elektrische Porsche geht nächstes Jahr in Serie: Der Sportwagen Taycan wird von zwei E-Motoren mit insgesamt 440 kW (600 PS) Leistung angetrieben. Die viersitzige Limousine mit Allrad-Antrieb war bisher unter dem Namen „Mission E“ bekannt. Der Taycan sprintet in 3,5 Sekunden auf Tempo 100 und kommt nach NEFZ über 500 Kilometer weit. Dank 800-Volt-Technik soll der Sportwagen in gerade mal vier Minuten per Schnellladung wieder Strom für 100 Kilometer tanken. Der Preis soll um 90.000 Euro liegen.

Bildquelle: © Porsche AG

Škoda Citigo – der erste von diversen Skoda Elektroautos

skoda-elektroautoAuch Skoda setzt auf Elektroautos. Das erste Modell kommt 2019 und ist eine elektrische Version des Kleinwagens Citigo. Sie bietet 300 Kilometer Reichweite. Außerdem plant Skoda eine Plug-in-Variante der Mittelklasse-Limousine Superb mit 70 Kilometern elektrischer Reichweite. Anschließend soll das erste eigenständige Skoda-Elektroauto auf den Markt kommen, vermutlich ein SUV.

Bildquelle: © ŠKODA AUTO Deutschland GmbH

BMW Mini – die erste Elektro-Version des Kleinwagens

bmw-elektro-miniEbenfalls 2019 bringt BMW den ersten vollelektrischen Mini an den Start. Er soll in Oxford vom Band rollen, die Antriebsstränge für den kleinen Stromer werden aus Deutschland stammen. Ab der zweiten Generation wird der Elektro-Mini dann in China hergestellt.

Bildquelle: © BMW Group

Borgward – Elektrischer Neustart für die Traditionsmarke?

borgward-elektroautoDie ehemalige Traditionsmarke Borgward hat sich in China neu aufgestellt und will mit einer Elektroversion des SUV BX7 in den deutschen Markt. Testfahrten sollen ab Ende Juni stattfinden, bis dahin will der Hersteller auch alle offenen Fragen zu Berichten über Absatzprobleme in China beantworten. Verhandlungen über eine Produktionsstätte in Bremen sollen stocken, doch einem Borgward-Sprecher zufolge liege man beim deutschen Marktstart voll im Plan. Es bleibt also spannend.

Bildquelle: © BORGWARD GROUP AG

>>>> Energyload-Newsletter abonnieren <<<<

Quellen / Weiterlesen:
Diese Elektroautos kommen jetzt | Zeit Online
Elektroautos – diese Stromer kommen jetzt | RP Online
Kia Niro EV: Neue Details zum kompakten E-SUV | Focus Online
Audi E-Tron Quattro SUV kostet ab 80.000 Euro | golem.de
Preise für den Hyundai Kona Electric in Norwegen bekannt | electrive.net
HYUNDAI NEXO: SUV und doch ein gutes Gewissen | Frankfurter Allgemeine
Erste Mitfahrt im Wasserstoff-SUV | auto motor und sport
Daimler dementiert Elektroauto-Verzögerung | ecomento.de
Erster Elektro-Porsche heißt Taycan | Focus Online
Škoda: Elektroauto-Kleinwagen Citigo kommt mit 300 Kilometern Reichweite | ecomento.de
Automobil-Legende kehrt zurück: Traditionsmarke Borgward vor Marktstart in Deutschland | Südkurier

TEILEN
linkedin

Ihre Meinung zum Thema? Diskutieren Sie mit uns und anderen Lesern in den Kommentaren.

Wir bleiben an dem Thema dran und werden Sie aktuell informieren. Tragen Sie sich hierzu in unseren Newsletter ein

>>>> Energyload-Newsletter abonnieren <<<<

Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

10 KOMMENTARE

  1. Ja Strauss, für die vielen Leute, die ein Eigenheim mit PV-Anlage besitzen und ihr Auto vor allem nachts nutzen, so dass sie es auch tagsüber aufladen können, mag ein Elektroauto tatsächlich Sinn machen.

    Warum aber ausgerechnet die so blöd sein sollen, heute eine Elektroauto zu kaufen, wenn doch schon für nächstes Jahr viel bessere Modelle mit z.B. deutlich mehr Reichweite bei einem deutlich niedrigeren Preis angekündigt sind, leuchtet mir nicht ein.

    Und warum sollen nicht zur Abwechslung diejenigen mal die Vorreiterrolle übernehmen, die sich bisher vor der Beteiligung an der „German Energiewende“ gedrückt haben (aber natürlich ganz arg für die Rettung vom armen Klima sind)?

  2. Ich meine wer ein Eigenheim hat und PV Anlage auf der Dach, sollte jetzt die Vorreiterrollen wagen und auf ein E Auto umsteigen. für 20 000.- gibt s jetzt 200 Km Reichweite und für das doppelte 400 Km. Die anderen die auch mit einem 3 Zylinder 1 Liter Benzin Motor leben können haben aber kaum mehr Luftverschmutzung als Hybride.

  3. Mag sein, Nico, dass Sie meine Beschreibung einer Familie nicht nachvollziehen können, ich weiß aber, dass diese beschriebene Situation so oder ähnlich durchaus anzutreffen ist. Und es ging mir auch nicht darum, aufzuzeigen, dass eine Reichweite von 400, 600 oder 800 km so einer Familie nicht ausreicht, sondern mir geht es um den Unterschied zwischen einem Auto mit letztlich unbegrenzter Reichweite (weil die „Ladevorgänge“ vernachlässigbar sind) und einem Fahrzeug mit begrenzter Reichweite.

    Letztlich ist das die selbe Entscheidung, wie bei einem Internetanschluss, bei dem man entweder eine Flatrate (und mit Flatrate meine ich Flatrate – nicht den Betrug, der heute oft unter diesem Namen angeboten wird), oder nur eine monatliches Kontingent von 10, 30 oder 50 GByte wählen kann. Es mag durchaus sein, dass für viele die Kontingente völlig ausreichen – aber wenn ich eine Flatrate habe, habe ich den Luxus, mich um dieses Thema nie mehr kümmern zu müssen. (Wobei der Vergleich natürlich hinkt, denn bei den Kontingenten kann man ja einfach zusätzliche Datenmengen zukaufen.)

    Letztlich geht es also meistens um Emotionen.

    Von mir aus können die Elektroauto-Anhänger das Thema aber auch weiterhin ignorieren oder kleinreden. Mir persönlich kann das sowas von egal sein. Aber wenn man wirklich deutlich mehr Marktanteil erreichen will, dann sollte man sich auch ernsthafte Gedanken darüber machen, woran es aktuell scheitert. Da gibt es sicher einige Gründe – die Reichweite heutiger Akkus (400 km aufwärts) gehört aber definitiv nicht dazu. Auch ein Ford T-Model, VW Käfer, Renault 4, Citroen 2CV oder Sachsenring Trabant hatten Reichweiten von lediglich um die 400 km – was deren Verkaufszahlen aber offenkundig nicht geschadet hat.

    Übrigens: Akkus mit Ladezeiten im Bereich von wenigen Sekunden pro kWh sind nicht die Lösung, denn die dann bei einem nennenswerten Marktanteil der Elektroautos verursachten Stromflüsse im Netz würden die jetzt schon (Dank der Zufallsstromerzeuger) extreme Belastung des Netzes noch erheblich steigern. Und ich glaube nicht, dass die Elektroauto-Anhänger die notwendigen Netzausbaukosten tragen wollen. (Mal ganz davon abgesehen, wie dann die zeitgleiche Stromerzeugung bewerkstelligt werden soll.)

    Und wie schonmal erwähnt: Diese Probleme sind seit über 100 Jahren bekannt. Dass man jetzt einfach so tut, als gäbe es sie nicht – oder darauf hofft, dass sie sich demnächst von ganz allein in Luft auflösen – ist deshalb schlicht Verantwortungslos. Hier spielt die Politik gemeinsam mit den Konzernen ein ganz schäbiges Spielchen mit den Verbrauchern.

  4. Da kann man größtenteils nur zustimmen, soll sich jeder das Gefährt zulegen, das seinen Bedürfnissen am besten entspricht (inkl. dem Geschmack was Emissionen betrifft).

    Auch dass das Geld für Elektromobilität an anderer Stelle sehr viel effizienter zur Zielerreichen beitragen würde, kann ich nur bestätigen. Leider kommt es in der Politik nur höchst selten auf Effizienz an.

    Aber Hentinger, ihr Beispiel eines Otto-Normal-Verbrauchers hinkt für mich dann doch etwas. Erstens liegt der durchschnittliche Arbeitsweg nicht bei 100 km. Und zweitens selbst bei Ihrem Extrembeispiel würden 400 km Reichweite locker ausreichen. Fahrt zur Arbeit hin und zurück: 200 km, dann direkt im Anschluss Einkaufen fahren und/oder Familienmitglieder zu Veranstaltungen bringen hin und zurück: 50 km (und das ist sehr großzügig kalkuliert). Dann hätte man immernoch 150 km übrig für Notfallfahrten ins Krankenhaus. Und das sollte wohl genügen, um so gut wie jeden Facharzt zu erreichen, selbst wenn man sehr, sehr weit abseits auf dem platten Land lebt. Und hierbei ist noch nicht einmal berücksichtigt, dass das Auto natürlich zu Hause, bis zu dem Notfallereignis in der Nacht natürlich wieder an der Steckdose hängt und lädt.

    Ich erkenne hier also nicht, wo eine Familie Abstriche bei der der Flexibilität machen muss bei einer Reichweite von nur(!) 400 km.

    Das angebliche Scheinargument des unnützen Rumstehens von Autos, bei dem sie dann geladen werden können verstehe ich nicht ganz. Es soll ja nur Ausdrücken, dass ein Auto in der weit überwiegenden Zeit des Tages nicht gefahren wird und dann diese Zeit zum Laden genutzt werden kann, sodass diese Zeit nicht für unnötiges Warten (des Nutzers) an Ladesäulen verloren geht. Dies bedeutet also keinen Komfortverlust für den Nutzer. Der Vergleich mit einer Versicherung erschließt sich mir nicht wirklich, denn bei dieser „verliere“ ich ja Geld und damit Nutzen, wenn ich mir diese zulege, um ein Risiko abzudecken. Falls das Risiko niemals eintritt, habe ich das Geld unnütz ausgegeben. Beim Laden des Elektroautos während ich z.B. schlafe oder arbeite, verliere ich keine Zeit/Nutzen wie bei einer Versicherungsprämie.

    Aber weil Sie ja süffisant gefragt haben, ich besitze als einzige freiwillige Versicherung nur eine Haftpflichtversicherung. Die unnützen Kosten hierfür, falls nie ein Schaden eintritt, sind sehr sehr gering. Wie viele Versicherungen finanzieren Sie denn, Hentinger?

  5. Das sind ja mal wieder Argumente. Als ob man mit einer Benzin- oder Dieselkutsche schnell fahren MÜSSTE, oder als Elektroautofahrer nicht in einem Stau landen kann. Und ob man den Preisunterschied an der „Tankstelle“ beim Elektroauto beim Kauf vorstreckt und für die Batteriemiete hinlegt, oder beim Verbrenner eben beim Tanken ausgibt, macht irgendwie auch nicht den großen Unterschied. Wobei – stimmt nicht: Denn die Kosten beim Elektroauto sind vor allem Fixkosten, beim Verbrenner sind die Kosten dagegen vor allem nutzungsabhängig. Wer also weniger fährt, für den macht ein Elektroauto finanziell eher wenig Sinn – und wer viel fahren muss, für den macht ein Elektroauto auch eher keinen Sinn…

    Und einen Stromtarif von 16,7 Cent/kWh (2,50 Euro für 15 kWh) haben wohl auch nur die wenigsten Normalbürger.

    Aber da Sie das Thema indirekt angesprochen haben: Was macht ein Elektroautofahrer eigentlich, wenn er im Winter auf der Autobahn eingeschneit wird? Den Verbrennern bringt die Feuerwehr einen Ersatzkanister vorbei – aber ’ne Ladestation schleppen die doch nicht durch die Gegend. Das würde mich ehrlich interessieren (hab ich auch schon mehrfach gefragt).

    Das mit der Zwangspause alle paar hundert Kilometer, die man ja angeblich so toll zum Schlemmen nutzen kann, ist ja schön und gut, wenn man aus lauter Langeweile durch die Gegend fährt. Aber für jemanden, der von A nach B fahren muss (und anschließend bereits in C erwartet wird), ist es wesentlich sinnvoller, wenn der die Pausen macht, wann und wo er es will – und nicht, weil das Auto schon wieder schlapp macht und zufällig eine passende freie Ladesäule rumsteht.

    Aber Geschmäcker/Bedürfnisse sind nunmal unterschiedlich. Und das ist auch gut so.

  6. was nützt es den meisten mit 150 und mehr über die Autobahn brettern und hinterher 2 stunden im stau stehen. dann fahre ich 3 mal entspannter ,und ob ich 14,00 Euro für 100 km oder 2,50 bezahle dann gönn ich mir noch en schönes essen und und eine ladepause komme entspannt an. Mein zoe hat mir bei der letzten Aufladung 413 km angezeigt da kann ich gut mit leben
    ZUM AUTO ZOE 41 kw 12000 km Reichweite sommer 340 km winter 200 km

  7. Einfach nur ätzend – diese Auswahl.
    E-Auto und SUV – keine Kombis. Und dann noch die Preise….
    Und 2019 kommen davon wie viele Autos tatsächlich auf den Markt?
    Das Warten auf vernünftige E-Autos ist mir echt mittlerweile zu blöd – obwohl ich sofort eines kaufen würde, wenn es einen Kombi mit AHK geben würde.

  8. Sicher, wenn man auf der Suche nach einem technischen Gerät ist, das auch über Nacht das nunmal eh vorhandene Stromnetz sinnvoll nutzt, dann mag ein Elektroauto eine mögliche Anschaffung sein. Aber wenn ich Ihre Beschreibung der angeblichen Normal-Familie lese, frage ich mich spontan, ob diese überhaupt ein Auto benötigt. Kurze Strecken (z.B. bis 50 km) kann man recht problemlos auch mit dem Fahrrad erledigen – wenn’s denn sein muss, mit Unterstützung eines Hilfsmotors. Für alles andere gibt es Bus und Bahn (natürlich inklusive Kombinantionen).

    Was ein Auto aber üblicherweise einer Familie schenkt, ist Flexibilität. Man kann damit – wenn man will oder muss – jederzeit nahezu jedes Ziel erreichen, ohne dies lange Vorausplanen zu müssen. Morgens 100 km zum Arbeitsplatz, preabends die selbe Strecken zurück, anschließend Einkäufe erledigen und/oder Familienmitglieder zu Veranstaltungen bringen oder von dort abholen – und das eine oder andere mal im Jahr auch mitten in der Nacht den Ärzte-Notdienst oder die Notaufnahme eines Krankenhauses in Anspruch nehmen. So kennen das viele Familien. Die moderne Gesellschaft verschärft diese Situation sogar zusätzlich: Während man früher selbst auf dem platten Land in nahezu jedem Kaff mindestens einen Dorfladen und eine Außenstelle einer Bank – oder gar eine eigene genossenschaftlich organisierte Bank – finden konnte, müssen heute viele schon zum Beschaffen von Bargeld und zu dessen Umtausch in Waren zig Kilometer zurücklegen. Die Versorgung mit Hausärzten und vor allem spezialisierten Ärzten ist sogar längst eine Katastrophe (und einem reichen Land unwürdig) – und selbst zum nächsten Allgemeinkrankenhaus sind weite Anfahrtswege die Regel – von Spezialkliniken (z.B. Krankenhaus mit Kinderstation oder Kreißsaal oder Toxikologie) ganz zu schweigen. Gleichzeitig wird der öffentliche Nahverkehr stetig ausgedünnt.

    Oder kurz: Unsere Gesellschaft erwartet von einer heutigen Familie schlicht, dass sie in der Lage ist, diese Strecken auch zu bewältigen. Vor nicht einmal 50 Jahren sah das noch ganz anders aus.

    Wem ein Elektroauto für seine Bedürfnisse ausreicht, dem sei das aus tiefstem Herzen gegönnt. Die meisten Autokäufer erwarten von Ihrer Anschaffung aber offenbar vor allem die (potentielle) Flexibilität (letztlich ist auch der SUV-Boom nichts anderes) – und da ist der Ladevorgang der Elektroautos nunmal das wesentlich größere Hindernis, als deren Maximalreichweite mit zufällig vollem Akkupack. Jedenfalls hat selbst bei Verbrenner-Autos mit Reichweiten unter 500 km nie jemand „Reichweitenangst“.

    Und was das Scheinargument der „vielen, vielen Stunden, die es unnütz rumsteht“ angeht: Wie viele Versicherungen finanzieren Sie, die viele viele Jahre unnütz Geld kosten – und womöglich sogar nie einen Nutzen für Sie haben?

    Aber gerade, wenn ich ein Auto sowieso „viele viele Stunden unnütz rumstehen“ lassen will, würde ich mir sowieso kein Elektroauto kaufen. Denn gerade die auf hohe Lade- und Entladeströme optimierten Hochstromzellen habe ja das Problem einer hohen Selbstendladung. Wenn ich es richtig im Kopf habe, haben Autos mit Wasserstoffantrieb ein ähnliches Problem – natürlich aber mit anderer Ursache.

    Aber man muss das alles gar nicht so theoretisch sehen. Es genügt, wenn man mal zurückblickt, wie es die Verbrenner-Autos vor gut 100 Jahren innerhalb kurzer Zeit geschafft haben, die Vorherrschaft der Elektroautos zu pulverisieren. Und dann muss man nur noch realisieren, dass sich an den zugrundeliegenden Technologien in den darauffolgenden gut 100 Jahren nichts wesentliches geändert hat. Übrigens haben die Ingenieure bereits um 1900 prophezeit, dass das Akkuproblem „schon bald“ gelöst sein wird. Auch da hat sich also wenig getan…

    Das größte Problem an den Elektroautos ist meiner Meinung nach aber, dass sie den Menschen versprechen, dass die Lebensweise, die wir uns in den vergangenen gut 50 Jahren angewöhnt haben, auch in der Zukunft beibehalten können. Das wird aber definitiv nicht gelingen – völlig egal, ob Autos nun mit Strom, Benzin, Diesel, Erdgas, Wasserstoff, Pflanzenöl oder Ethanol betrieben werden. Die gewaltigen Investitionen, die aktuell in die Elektromobilität umgelenkt werden, wären eigentlich in anderen Bereichen sehr viel sinnvoller. Aber davon will niemand etwas hören – nicht der Staat, nicht die Wirtschaft und schon gar nicht die Bürger. Aus jeweils ganz unterschiedlichen Gründen.

  9. Bei 400 – 500 km Reichweite stellt für mich die Aufladepause dazwischen nicht wirklich ein Problem dar. Wenn man sich überlegt, wie oft man selbst solche Reichweiten benötigt (bzw. eben nicht benötigt) und die Sache objektiv beurteilt, gibt es auch keine Reichweitenangst mehr. Geladen wird das Auto in den vielen, vielen Stunden, die es unnütz rumsteht und auf den Fahrer wartet.

    Außer um mit der gesamten Familie 1-2 mal pro Jahr durch halb Europa in den Urlaub zu fahren, sehe ich keinen wirklichen Use Case für Reichweiten über 400 km bei Otto-Normal-Familie.
    Klar gibt es immer Spezialfälle (Fernfahrer, Vertreter etc.), aber für diese Zielgruppe macht es aktuell keinen Sinn ein Elektroauto zu konzipieren. Es ist deutlich effizienter zunächst die Mehrheit der Benutzer abzudecken und das ist der Otto-Normal-Verbraucher.

  10. Jo, richtig viel Auswahl für jemanden, der einfach eine (bezahlbare) „Familienkutsche“ sucht…

    Und mal schauen, wann sich endlich rumspricht, dass nicht die Reichweite das Problem ist, sondern die Zwangspause dazwischen – die mit steigender Reichweite ja auch zunimmt.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here