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VW hat angekündigt, in Zukunft eigene Batteriezellen zu produzieren. Dafür investiert der Konzern 100 Millionen Euro in ein kalifornisches Unternehmen, das an Festkörperakkus arbeitet. Schon 2025 könnten die Partner gemeinsam Batterien in Serie herstellen.

Festkörperakkus als Hoffnungsträger

Mit der Investition wird VW der größte automobile Anteilseigner an Quantumscape, einer Ausgründung der Stanford University. Das Unternehmen hält zahlreiche Patente für Festkörperakkus, die statt eines flüssigen einen festen Elektrolyten verwenden. Sie gelten als vielversprechende Alternative zur Lithium-Ionen-Batterie: Sie lassen sich schneller laden und haben eine deutlich größere Energiedichte, was die Reichweite heutiger Elektroautos bei gleichem Gewicht verdoppeln soll. Außerdem besteht dank des festen Elektrolyts keine Brandgefahr wie bei Lithium-Ionen-Akkus, und man benötigt auch keinen Kühlkreislauf in der Batterie.

Fortschritte auf dem Weg zur Serienreife

VW geht davon aus, dass die Festkörperbatterie eine Wende bei der Elektromobilität markieren wird und will sich mit der Beteiligung an Quantumscape den Zugang zur Technologie sichern. Die beiden Unternehmen arbeiten schon seit 6 Jahren intensiv zusammen. Bisher sei kein anderer Hersteller in der Lage gewesen, die hohen Leistungsanforderungen der Autobranche zu erfüllen, so VW über Quantumscape. Wann die Festkörper-Technologie serienreif ist, steht noch nicht fest, doch bei VW und Quantumscape ist man optimistisch und rechnet mit einer Serienfertigung im Jahr 2025. Eine Kleinserienfertigung könnte vorab bei VW in Salzgitter entstehen. Dort baut VW bereits eine kleine Produktionsanlage für Lithium-Ionen-Zellen auf.

Der Strategiewechsel bei VW soll Wettbewerbsfähigkeit sichern

Dass VW überhaupt in die Batteriefertigung einsteigt, ist ein Novum. Vorstandschef Diess treibt das Thema seit seinem Wechsel an die Spitze des Konzerns voran, während sein Vorgänger Matthias Müller dies noch strikt abgelehnt hatte. Eine eigene Zellfertigung würde die Wettbewerbsfähigkeit von VW sichern, da der Markt für Batteriezellen aktuell von chinesischen, japanischen und koreanischen Unternehmen beherrscht wird. Mit dem Übergang zur Elektromobilität wird die Batterie zum Kern der Wertschöpfung eines Autos.

Das könnte zum Problem werden, wenn die für Lithium-Ionen-Zellen nötigen Rohstoffe knapper werden. Doch für die Autoindustrie lohnen sich die Milliardeninvestitionen in eine eigene Fertigung nicht mehr – sie will lieber mit einer neuen Technologie mit asiatischen Firmen gleichziehen. Deshalb forscht nicht nur VW an der Festkörperbatterie, sondern auch andere Hersteller wie Toyota oder Nissan.

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Quellen / Weiterlesen:
Volkswagen kooperiert mit QuantumScape und sichert sich Zugang zur Feststoffbatterie-Technologie | Volkswagen AG
VW: Batterielieferungen für Kompakt-Elektroauto I.D. “sind gesichert” | ecomento.de
VW investiert 100 Millionen Euro in Start-up für Elektroauto-Batterie | Handelsbatt
VW investiert 100 Millionen USD in Festkörperakku-Hersteller | golem.de
Bildquelle: © Volkswagen AG

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