Startschuss für das Werk von Nikola Motors in den USA: Die Elektro-LKW Nikola Two und Nikola Tre werden in Coolidge in Arizona vom Band rollen. Für den europäischen Markt produziert Nikola den Tre in Ulm gemeinsam mit Iveco. Gleichzeitig treibt der Hersteller seine Wasserstoffpläne voran.

Das erste Modell wird der elektrische Nikola Tre

Nikola will die erste Bauphase in Arizona bis Ende 2021 abschließen, die zweite Phase dann spätestens Mitte 2023. Insgesamt 1.800 Mitarbeiter werden dort in zwei Schichten bis zu 35.000 Trucks im Jahr bauen. Los geht es mit dem Nikola Tre, der Nikola Two folgt 2023. Weitere geplante Modelle sind der Nikola One und der Pickup Nikola Badger – letzterer wird allerdings nicht in Coolidge gefertigt, sondern bei einem noch nicht benannten Autohersteller.

Die europäische Version kommt aus Ulm

Schon nächstes Jahr startet Nikola auch mit der europäischen Version des Nikola Tre, der auf dem Fahrgestell von Iveco aufbaut. Nikola integriert dabei seinen eigenen Antrieb, die Steuerungssysteme sowie das Infotainmentsystem. Zunächst kommt der Tre als batterieelektrischer Truck auf den Markt, die Version mit Brennstoffzelle soll 2023 folgen. Ab 2021 will Nikola die ersten Prototypen testen und wird dabei vom EU-geförderten H2-Haul-Programm finanziell unterstützt.

Nikola will zum Wasserstoff-Hersteller werden

Die anderen Nikola-Modelle werden ebenfalls in zwei Varianten angeboten, bis auf den Nikola One, der ausschließlich mit Brennstoffzelle verkauft wird. Langfristig liegt der Fokus von Nikola auf der Brennstoffzelle und insbesondere auf Wasserstofftankstellen. Im Juni hat der Hersteller deshalb beim norwegischen Wasserstoffspezialisten Nel fünf Elektrolyseure bestellt. Jeder einzelne kann acht Tonnen Wasserstoff am Tag herstellen. Damit will Nikola seine geplante Ladeinfrastruktur für Brennstoffzellfahrzeuge selbst versorgen.

Damit sich die Investition von 30 Millionen Dollar rechnet und das Geschäft rentabel ist, will Nikola die Wasserstofftankstellen auch für andere Fahrzeuge freigeben. Der angepeilte Preis pro Kilogramm Wasserstoff liegt bei 2 bis 3 Dollar. Ähnlich wie Tesla will Nikola zum Energieunternehmen werden und ein weltweites Netz von Wasserstofftankstellen aufbauen.

Andere Autohersteller wie Toyota und Hyundai, die ebenfalls Brennstoffzellfahrzeuge im Angebot haben, könnten von dem Angebot ebenfalls profitieren. Schließlich verkaufen sich solche Fahrzeuge auch deshalb nur schwer, weil es so gut wie keine öffentliche Ladeinfrastruktur gibt.

Quellen / Weiterlesen

Nikola Corporation Breaks Ground on Coolidge Multi-Product Factory 4.0 Manufacturing Facility | Nikola Motor Company
Nikola beginnt Bau des US-Werks in Arizona | electrive.net
Nikola’s Coolidge Plant Groundbreaking Reveals Ambitious Plans For Hydrogen | INSIDEEVs
Elektro-Lkw Nikola Tre soll in Ulm gebaut werden | electrive.net
Bildquelle: © Nikola Motor Company
Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

2 KOMMENTARE

  1. Wasserstoff ist sicher die Energie der Zukunft!
    Nur ist nach meiner Meinung der Einsatz von hochkomprimiertem oder tiefgekühlten Wasserstoffs der falsche Weg. Die Forschun an chemisch gebunenem Wasserstoff müsste massiv gefördert werden, um die Technologie umwelfreundlich, sicher und wirtschaftlich einzusetzen.

  2. Warum soll die Variante chemisch gebundener Wasserstoff umweltfreundlicher und wirtschaftlicher sein?

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