Wer das typische Mieterstromprojekt sucht, der wird wenig erfolgreich sein. Denn nur, wenn auf die spezifische Gebäudesituation Rücksicht genommen und individuelle Lösungen gefunden werden, kann das Beste aus der Mieterstromversorgung herausgeholt werden. 0815 gibt es nicht. Genau das macht Mieterstrom aufwändig und Expertenwissen so wichtig.

Zusammenlegen der Stromerzeugung

Die Komplexität in der Mieterstromversorgung unterstreicht unter anderem das aktuelle Projekt von Polarstern in Berlin. Im Stadtteil Adlershof entsteht derzeit eine Plusenergie-Passivhaus-Siedlung. Die Umsetzung eines Mieterstromprojektes war aus verschiedenen Gründen eine Herausforderung. Damit die rund 80 Bewohner aller drei Häuser den insgesamt in ihrer Siedlung erzeugten Solarstrom nutzen können, mussten alle Stromerzeuger an einem Hausanschluss zusammengeführt werden. Das hat den Vorteil, dass jeder Haushalt die gleichen Chancen hat, von der lokalen Stromerzeugung zu profitieren, egal in welchem Gebäude er wohnt. Schließlich haben diese unterschiedlich viel Fläche auf den Dächern. Zudem verfügt eines der Häuser bei seinem Wintergarten zusätzlich über Solarmodule an der Fassade.

Im zentralen Technikraum der Siedlung wurde außerdem ein Stromspeicher mit einer Speicherkapazität von 96 Kilowattstunden installiert. Er erhöht die Unabhängigkeit der Bewohner von der öffentlichen Stromversorgung.

Spezielles Tarifmodell

Die Umsetzung eines finanziell attraktiven Mieterstromangebots war im genannten Projekt in Berlin Adlershof eine Herausforderung. Denn durch die KfW-40-Plus-Förderung wurde mit insgesamt 73,02 Kilowatt Peak (kWp) eine verhältnismäßig große PV-Anlage installiert.

Damit sich eine PV-Anlage wirtschaftlich rechnet, ist stets ein möglichst hoher Direktverbrauch des erzeugten Stroms wichtig. Um das angesichts der in diesem Fall besonders hohen Stromerzeugung vor Ort zu fördern, hat Polarstern ein spezielles Tarifmodell entwickelt. Es fördert aufgrund günstigerer Kosten die Nutzung des lokal erzeugten Stroms durch die Bewohner. Dem Modell liegen dazu zwei unterschiedlichen Tarife zugrunde, einmal für lokal erzeugten Strom und einmal für Strom aus dem öffentlichen Netz.

Indem jeder einzelne Miethaushalt über Smart Meter an das lokale Smart Grid angeschlossen ist, kann genau gemessen werden, wie viel Strom er jeweils aus lokaler Erzeugung nutzt und wie viel er aus dem öffentlichen Netz bezieht. Er hat damit direkt durch sein Verbrauchsverhalten Einfluss auf seine Stromkosten. Die Smart Metern helfen ihm dabei in Echtzeit zu erkennen, wann für ihn der Stromverbrauch besonders günstig ist. Funktioniert das Modell, nutzen die Mieter bewusst verstärkt den selbst erzeugten Solarstrom, so dass ihre Stromkosten rund 26 Prozent unter dem lokalen Grundversorgertarif liegen.

Nicht nur die Mieterstromversorgung ist ein Beispiel für energieeffizientes Wohnen. Die Siedlung „Newtonprojekt“ erhielt auch den Preis „Klimaschutzpartner des Jahres 2015“. Die Jury sieht darin ein Vorbild für modernes und nachhaltiges Bauen.

Weitere Informationen zu Mieterstrom finden Sie auf der Homepage von Polarstern.

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Bildquelle: © Regina Weißkopf

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