Energiewende: Smart Meter sollen ab 2017 schrittweise verpflichtend werden

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smart-meter-ab-2017-verpflichtendIn den USA sind sie längst etabliert, hierzulande werden sie wegen Datenschutzbedenken noch mit Misstrauen betrachtet: Smart Meter, also intelligente Stromzähler. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat jetzt einen Gesetzentwurf vorgelegt, der diese Woche auf den Weg gebracht werden soll. Das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende sieht vor, dass ab nächstem Jahr zunächst Großverbraucher mit einem Jahresverbrauch von 10.000 Kilowattstunden die digitalen Zähler installieren müssen. Ab 2020 soll die Pflicht Schritt für Schritt auf private Verbraucher ausgeweitet werden. Ein weiterer Schritt hin zum „gläsernen Bürger“?

Intelligente Stromzähler können die Energiewende unterstützen

Smart Meter sind eigentlich sehr praktisch. Sie erlauben Energieversorgern und Netzbetreibern durch die laufende Bereitstellung von Verbrauchsdaten eine bessere Steuerung der Stromproduktion und –verteilung. Das entlastet die Netze. Zudem könnten die schlauen Zähler die Einführung von flexiblen Tarifen ermöglichen, mit denen Verbraucher belohnt werden, wenn sie beispielsweise die Waschmaschine statt tagsüber nachts laufen lassen. Also dann, wenn die Nachfrage gering ist, aber viel Windstrom produziert wird.

Kritiker sorgen sich um die Datensicherheit

Kritik an den Plänen äußerte der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV). Für die meisten Haushalte lohne sich eine solche Anschaffung nicht, da die Zähler weder beim Energiesparen helfen noch Geld einsparen würden, heißt es. Stattdessen bedeuteten sie einen gravierenden Einschnitt in die Souveränität der Stromkunden und ließen Rückschlüsse auf ihre Lebensgewohnheiten zu. Auch die Verbraucher selbst haben kein Vertrauen in den Datenschutz. Eine vom Sicherheitsunternehmen Kaspersky Lab in Zusammenarbeit mit Statista durchgeführte Umfrage ergab, dass sich mehr als 70 Prozent der Befragten um den Datenschutz bei großen Unternehmen sorgten. Nur 37 Prozent der Befragten haben Vertrauen in die Smart Meter. Wirtschaftsminister Gabriel hält die Sorgen hingegen für unbegründet und versprach einen wasserdichten Datenschutz.

Ein Durchschnittshaushalt dürfte durch die Installation derzeit etwa 15 Euro pro Jahr sparen, heißt es aus dem Wirtschaftsministerium. Ab 2020 können Stromlieferanten ihren Kunden die neuen Zähler auch als freiwilligen Service zur Verfügung stellen. Die Kostenobergrenze für die Anschaffung soll für die meisten Haushalte bei 40 Euro gedeckelt werden. Es werde keine Einbaupflicht für die mehr als 30 Millionen Haushalte geben, deren Stromverbrauch pro Jahr zwischen 3.000 und 4.000 Kilowattstunden liegt, verspricht Gabriel. „Kosten und Nutzen müssen in einem vernünftigen Verhältnis stehen“, heißt es im Gesetz, mit dem sich nächste Woche der Bundesrat befassen wird.

Besitzer kleiner Solaranlagen werden zum Smart Meter gezwungen

Heftig kritisiert wird auch die Vorgabe, dass Besitzer von kleinen Solaranlagen schon ab einer Leistung von einem Kilowatt bis 2018 ebenfalls die neuen Zähler einbauen müssen. Die dabei entstehenden Gesamtkosten für die Betreiber von mehr als 100 Millionen Euro kritisiert der Grüne Oliver Krischer als „netztechnisch überflüssig“.

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Quellen / Weiterlesen:
Energiewende: Digitale Stromzähler werden eingeführt | Wirtschafts Woche
Haustechnik: Wie intelligent dürfen digitale Stromzähler sein? | FAZ
Umfrage: Noch wenig Vertrauen in intelligente Stromzähler | heise online
Smart-Meter-Zwang droht kleinen PV-Anlagen | energiezukunft
Bildquelle: © Carola Langer / pixelio – www.pixelio.de

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2 Comments…

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  1. Mike Liebegott

    Liebe(r) T. Ebding

    Vielen Dank für den Hinweis. Wir haben das korrigiert.
    Manchmal passieren im Eifer des Gefechts kleine Fehler. Uns ist der Unterschied zwischen Kilowatt und Kilowattstunde durchaus bekannt :-). Es ist einfach ein Schreibfehler.
    Viele Grüße
    Mike Liebegott

  2. Heftig kritisiert wird auch die Vorgabe, dass Besitzer von kleinen Solaranlagen schon ab einer Leistung von einer Kilowattstunde bis 2018 ebenfalls die neuen Zähler einbauen müssen. Die dabei entstehenden Gesamtkosten für die Betreiber von mehr als 100 Millionen Euro kritisiert der Grüne Oliver Krischer als „netztechnisch überflüssig“.

    Werden Ihre Veröffentlichungen von niemandem gegengelesen, z.B. von jemandem, der den Unterschied von kW und kWh kennt ? „Eine Leistung von einer Kilowattstunde „, das ist einer Institution, die sich angeblich mit Energie befasst, wirklich unwürdig. kW ist eine Leistung, falls Sie mit diesem Begriff etwas anfangen können.
    Selbst wer sich technisch überhaupt nicht auskennt, sollte merken, dass 1 kWh (= 30 cts für den Verbraucher) für eine Veröffentlichung völlig unerheblich ist.
    Verraten Sie mir bitte, was Ihr Satz gemeint haben könnte ?
    MfG
    T.Ebding

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