VoltStorage ist das erste Unternehmen, das Heimspeicher auf Vanadium-Redox-Flow-Basis verkauft. Jetzt arbeiten die Münchener an einem neuen Konzept für Stromspeicher mit Iron-Redox-Flow-Technologie (IRF). Diese Speicher sind umweltfreundlich, sehr kostengünstig und können auch bei hohen Umgebungstemperaturen betrieben werden.

Schlüsseltechnologie für die Stromspeicherbranche

Die Vanadium-Redox-Flow-Speicher (VRF) von VoltStorage sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz bereits bei zertifizierten Fachpartnern erhältlich. Jetzt entwickelt das Unternehmen gemeinsam mit der Hochschule Landshut einen IRF-Speicher, laut VoltStorage eine Schlüsseltechnologie für die Stromspeicherbranche. Die nötigen Materialien für Iron-Redox-Flow-Speicher sind extrem kostengünstig und weltweit verfügbar.

Redox-Flow-Batteriesysteme bestehen aus zwei Batteriehalbzellen, die mit einer Membran voneinander getrennt sind. In separaten Kreisläufen wird eine Elektrolytflüssigkeit durch die Zellen gepumpt, die im Falle von IRF-Batterien mit Eisensulfat angereichert ist. Da diese Flüssigkeit größtenteils aus Wasser besteht, ist sie auch bei extremen Einflüssen oder Störungen nicht entflammbar. Eisen ist zudem vollständig recycelbar.

Kostengünstiger als alle anderen Stromspeicher

Von den Kosten her könnten die IRF-Speicher sogar alle anderen Systeme schlagen: Weil Eisen so gut verfügbar und damit sehr günstig ist, strebt VoltStorage ein LCOS (Levelized Cost of Storage) von 5 Cent je Kilowattstunde an. Die neuen Speicher könnten daher auch eine ökologische Alternative besonders für größere Gewerbe- und Industriespeichersysteme sein. Ein Vorteil von IRF-Batterien ist auch, dass sie bei sehr hohen Temperaturen betrieben und auch im (sub-) tropischen Raum eingesetzt werden können. Sie könnten also ein Weg sein, um erneuerbare Energien auch in Schwellenländern zur Stromversorgung zu nutzen.

„Die Entwicklung eines marktreifen Stromspeichersystem auf Basis der IRF-Technologie ist eines unserer wichtigsten Unternehmensziele“, sagte VoltStorage-CEO Jakob Bitner. Der erste Meilenstein war der Aufbau eines funktionierenden Kleinzellensystems mit einer Gesamteffizienz von mehr als 75 Prozent. Wenn die Testphase abgeschlossen ist, will VoltStorage ein vollständiges Batteriesystems sowie einen Prototyp des Iron-Redox-Flow-Systems entwickeln.

Forschungsprojekt mit der Hochschule Landshut

Bei der Entwicklung wird VoltStorage von der Hochschule Landshut unterstützt. Im ersten Schritt will das Forschungsteam ein Speichersystem mit einer Kapazität von 8 kWh für Privathaushalte entwickeln. Es soll sowohl mit Solaranlagen als auch mit Windkraftanlagen kompatibel sein. Danach wird das System zu einem Großspeicher mit einer Kapazität von 50 kWh für Industrie und Gewerbe weiterentwickelt. Das Projekt wird vom Bundesforschungsministerium und dem Bundeswirtschaftsministerium gefördert und läuft bis Ende Februar 2022.

Quellen / Weiterlesen

Kostengünstig und ökologisch: Iron-Redox-Flow-Technologie für Stromspeicher | VoltStorage
Bildquelle: © VoltStorage GmbH

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    2 KOMMENTARE

    1. Wenn die 5 Ct/kWh wahr werden, wird das der Hammer!

      Ich schenk Euch auch noch ein „bei“ im zweiten Satz… 😉

    2. Wiki: „Im Vergleich zu einem Akkumulator ohne Stoffaustausch liegt eine aufwändigere Konstruktion vor, die neben Tank und Rohrleitungen mindestens zwei Pumpen für die Umwälzung der Elektrolyte, samt den dafür nötigen Steuer- und Kontrolleinrichtungen, benötigt. Daher eignen sich Flussbatterien nicht so gut für kleine Verbraucher.“. Nun ja, hier können die Kosten bei entsprechender Skalierung schon gesenkt werden.
      Würde mich interessieren, wie lange die Membran hält, und wieviel Volumen man für z.B. für 8 kWh braucht.

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