Sicherheitsleitfaden für Solarspeicher

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sicherheitsleitfaden-solarspeicherIn einigen Fällen hat es bei der Inbetriebnahme von Stromspeichern in Haushalten schon Zwischenfälle gegeben. Verbände und Prüfungsorganisationen haben sich nun auf entsprechende Vorgaben für Stromspeicher auf Lithium-Ionen-Basis geeinigt, damit diese zukünftig nicht mehr in Flammen aufgehen. Dies bestätigten die Forscher an dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die an einem Sicherheitsleitfaden gearbeitet haben. Dieser Leitfaden musste noch durch eine kartellrechtliche Prüfung und sollte Ende November veröffentlicht werden. Bei einer Testreihe des KIT im Frühjahr 2014 sind einige stationäre Stromspeicher auf Lithium-Ionen-Basis in Flammen aufgegangen. Dabei wurde die Branche durch die von den VDI-Nachrichten veröffentlichen Testergebnissen in Aufruhr versetzt.

Es werden durch den Leitfaden bestimmte Schutzziele formuliert

Die Arbeitsgruppe des KIT hat nun ihre Arbeiten abgeschlossen, teilte KIT-Forscher Thomas Timke mit. Statt den Herstellern bestimmte Maßnahmen vorzuschreiben, dient der Leitfaden in erster Linie dazu, klare Schutzziele herauszustellen. Dabei steht es den Batterieherstellern letztlich frei, wie sie diese Schutzziele erreichen. Nach Timke soll der Leitfaden bestehende Normlücken schließen. Gerade im elektrochemischen Bereich lauern etliche Gefahren. Des Weiteren soll der Leitfaden Informationen darüber geben, wie sich aktuell der Stand der Technik gestaltet. Auf diese Weise kann sich kein Hersteller mehr mit einem unklaren Stand der Technik oder einer lückenhaften Normierung herausreden, falls er mangelhafte Produkte auf dem Markt anbietet. Eine entsprechende Zertifizierung bzw. ein Qualitätssiegel für Solarspeicher-Installateure wurde bereits Anfang 2014 ins Leben gerufen.

Die Empfehlungen dienen als Grundlage für Prüflabortests

Timke erklärt weiterhin, dass der Sicherheitsleitfaden künftig dazu diene, den akkreditierten Prüflaboren eine Grundlage für Tests zu geben. Er enthält daher konkrete Aussagen, wie ein Überhitzen von Lithium-Ionen-Zellen verhindert werden kann. Timke weist darauf hin, dass hierbei auf Betriebsfenster und Lagerbedingungen für Lithium-Ionen-Akkus zu achten sind, die strikt eingehalten werden müssen. Werden diese Bedingungen missachtet, können die Batteriezellen irreversible Schäden nehmen. Sie dürfen dann nicht weiter betrieben werden, weil sie dann als unsicher einzustufen sind. Im Leitfaden werden zudem Kriterien aufgestellt, welche Zellen verwendet werden dürfen und wie die funktionale Sicherheit festgelegt werden kann.

Lithium-Ionen-Batterien können bei Fehlern brennen

In den durchgeführten Tests hatten die Forscher von KIT hochwertige Stromspeicher aus deutscher Herstellung getestet und dabei einfache Fehler simuliert. Hierbei handelte es sich um defekte Sicherungen oder beschädigte Sensoren, wie es im Alltagsbetrieb häufig der Fall ist. Etliche Batteriespeicher haben sich nicht ordnungsgemäß ausgeschaltet. Durch Überhitzung kam es schließlich zu einem Brand. In der Praxis sind schon Fälle bekannt geworden, bei denen durch überhitzte Stromspeicher Hausbrände oder schwere Sachschäden entstanden sind.

Die SMA Solar Technology AG begrüßt den Sicherheitsleitfaden

Auch die Experten von SMA begrüßen die Veröffentlichung des Leitfadens für Lithium-Ionen-Hausspeicher. Über den Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) und den Bundesverband Energiespeicher war auch die SMA an der Erstellung des Sicherheitsleitfadens beteiligt. Das Unternehmen arbeitet nun daran, eine Konformitätserklärung mit diesem Leitfaden für die Herstellung des Sunny Boy Smart Energy Speichers zu erhalten.

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41 Schutzziele sollen Schäden und Gefahren verhindern

Durch den Sicherheitsleitfaden wird ein eigensicheres Batteriesystem definiert. Hierbei werden 41 Schutzziele benannt, die spezielle Normen und mögliche Maßnahmen sowie Sicherheitsanforderungen berücksichtigen. Dabei werden nur solche Maßnahmen aufgeführt, die nicht bereits durch bestehende Richtlinien, Verordnungen und Normen abgedeckt sind. Ein Batteriespeichersystem wird eigensicher genannt, wenn sich dieses bei einem möglichen Kurzschluss oder dem Ausfall einer Elektronikkomponente von selbst ausschaltet und somit keinen Schaden verursachen kann.

Bildquelle: © Peter Hebgen / pixelio – www.pixelio.de

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2 KOMMENTARE

  1. Vielen Dank für den Hinweis. Wir haben den Artikel entsprechend korrigiert.

    Herzliche Grüße
    Klaus Decken

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