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Der Stromversorger Vattenfall will seine Pumpspeicherkraftwerke in Deutschland mit Solaranlagen kombinieren. Der Konzern hat im Rahmen des Projekts „pv@hydro“ ermittelt, dass die eigenen Pumpspeicher mit etwa 5 Megawatt neuer Photovoltaik-Leistung aufgerüstet werden könnten. Den Anfang macht der Pumpspeicher Geesthacht an der Elbe in Schleswig-Holstein.

Vorhandene Flächen für Solarenergie nutzen

Hintergrund ist, dass Vattenfall die Stromerzeugung über Solarenergie weiter ausbauen will. Wie der Energiekonzern mitteilt, gibt es dafür an den Standorten der Pumpspeicher sehr gute Rahmenbedingungen. Die neuen Anlagen könnten an den Dämmen der Pumpspeicher entstehen, auf Betriebsgebäuden sowie als Freiflächenanlagen auf derzeit ungenutzten Betriebsflächen. In Geesthacht geht es los: Dort tauscht Vattenfall im Rahmen des sogenannten Repowerings die schon vorhandenen PV-Module gegen leistungsfähigere aus. Außerdem sollen dort am Damm des Oberbeckens neue Module mit bis zu 2 Megawatt Leistung installiert werden. Weitere mögliche Standorte zur Aufrüstung sind die Pumpspeicher in Wendefurth in Sachsen-Anhalt, Hohenwarte in Thüringen und Markersbach in Sachsen.

Wirtschaftlicher Druck für Vattenfalls Pumpspeicher

Indem der Konzern die Technik nutzt, die an den Standorten der Pumpspeicher schon vorhanden ist, entstehen Synergien. Das kann die Projekte wirtschaftlicher machen. Vattenfall hatte letztes Jahr einen Sparkurs für seine Wasserkraftsparte angekündigt und baut seitdem Stellen ab. Der Konzern begründet dies damit, dass sinkende Preise am Strommarkt sowie anfallende Netzentgelte zu wirtschaftlichem Druck in der Sparte führen. Der Pumpspeicher in Geesthacht ist seitdem nicht mehr durchgehend in Betrieb. Und das, obwohl Pumpspeicher als wichtig für die Energiewende gelten.

100 Millionen Euro für Solarenergie

Das Projekt „pv@hydro“ sieht Vattenfall als „exzellentes Beispiel dafür, wie sich die bestehende und die neue Energiewelt im Rahmen der Energiewende in Deutschland miteinander kombinieren lassen.“ Man wolle innerhalb einer Generation frei von fossilen Brennstoffen werden und den Ausbau der erneuerbaren Energien weiter fördern. Und das besonders dort, wo man mit Pumpspeicherwerken seit Jahrzehnten fester Teil der lokalen Energieinfrastruktur sei, heißt es. Daneben erweitert Vattenfall die Photovoltaik-Sparte besonders in den Niederlanden und baut im Jahr 2018 insgesamt rund 30 Megawatt neuer Photovoltaik-Anlagen auf. Für dieses und nächstes Jahr plant der Konzern Investitionen von 100 Millionen Euro in die Solarenergie.

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Quellen / Weiterlesen


Vattenfall kombiniert Pumpspeicher mit Solarstrom | energate messenger
Vattenfall will Wasserkraft um Sonnenstrom ergänzen | Vattenfall
Bildquelle: © Vattenfall GmbH
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7 KOMMENTARE

  1. Nunja, Alex1, bedeutet Ihr kommentar, dass Sie Ihren Strom zukünftig nicht mehr aus skandinavischen Wasserkraftwerken beziehen, sondern von Vattenfall?

  2. Danke Alex1, dass Sie sich mit mir darüber aufregen, dass offizielle Stellen wie das Umweltbundesamt beim Verursacherprinzip ausschließlich den Endkunden als Verursacher sieht.

    Dennoch nachträglich einige Aussagen aus einer vom Umweltbundesamt beauftragten und veröffentlichten Arbeit:

    „Der direkte Energieverbrauch und damit verbundene Emissionen der Haushalte sind über die verbrauchte Menge an Energieträgern im Bereich Wohnen und Individualverkehr relativ leicht zu bemessen. Im Bereich Konsum wird eine exakte Aufzeichnung schwierig, da hauptsächlich der indirekte Energieverbrauch während der Herstellung eines Produkts für die persönliche Bilanz eine Rolle spielt. Der indirekte Energieverbrauch umfasst die Energiemenge, die während des gesamten Produktionsprozesses im In- und Ausland für ein bestimmtes Konsumgut verwendet wurde. Der Energieverbrauch ist wiederum hauptsächlich für die Emission von Treibhausgasen verantwortlich.

    Der allgemeine Verbrauch oder auch öffentliche Konsum bezieht sich auf Aktivitäten, die der Staat im Auftrag und zugunsten der Bürger unternimmt. Theoretisch sollten allen Bürgern in gleichem Maße davon profitieren. Der Staat versorgt seine Bürger mit öffentlichen Gütern wie z.B. Infrastruktur und Bildung, garantiert Recht und Ordnung und sorgt für die allgemeine Sicherheit. Insgesamt ist es Aufgabe des Staates, den reibungslosen Ablauf des öffentlichen Lebens zu gestalten und zu erhalten. Deshalb werden Emissionen, die durch staatliche Institutionen entstehen, in der Bilanz gleichmäßig auf alle Bürger verteilt.“
    https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/publikation/long/3327.pdf

    Auf gut Deutsch: Immer wenn z.B. ein Ministerpräsident samt Begleittross mit den Schlachtkreuzern quer durch die Republik reist, hat das keine Auswirkung auf seine CO2-Bilanz, sondern wird auf alle Einwohner seines Bundeslandes umgelegt. Und wenn das Rathaus einer kleinen Kommune aus Kostengründen noch immer eine uralte Ölheizung betreibt, dann ist dieser CO2-Ausstoß nicht etwa durch die Gemeindeverwaltung verursacht, sondern durch die Einwohner des Ortes.

  3. An sich keine schlechte Idee. Der sehr gut im Voraus berechenbare Solarstrom kann direkt vor Ort gespeichert werden. So werden 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

    Noch ein paar Windräder dazu, und die optimale Versorgung ist komplett.

  4. Hentinger ist nicht nur ein nachgewiesener dreckiger Lügner, er ist auch völlig weltfremd:

    „Verursacher sind demnach nicht die Konzerne, sondern die Bürger, die angeblich die Produkte dieser Konzerne kaufen.“

    Suuuper! Die Konzerne produzieren also so vor sich hin, damit sie sich selbst genügen. Dass Bürger die Produkte kaufen, ist nur ein Unfall bei der ganzen Sache und hat keinerlei Bedeutung.

    Wenn Henti auch laufend nervt durch seine verdammten dreckigen Lügen, manchmal ist er besser als jeder Comedian. Klimatrolle sind einfach ganz besonders bescheuerte Individuen.

  5. Tja Nico, die Politik – vor allem aber die Umweltverwaltung – hat sich aber nunmal für den anderen Weg entschieden. Verursacher sind demnach nicht die Konzerne, sondern die Bürger, die angeblich die Produkte dieser Konzerne kaufen. Deshalb ist der Bürger zu bestrafen, während die Konzerne sogar noch (natürlich finanziert durch die Bürger) gefördert werden.

    Am genialsten funktioniert dieses System natürlich mit der Erfindung der Erbsünde CO2-Ausstoß. Deshalb denkt man beim Umweltbundesamt bereits laut über die Einführung einer CO2-Steuer nach. Dass auch diese ausschließlich die Endverbraucher trifft, weil die als einzige die Kosten nicht weiter verrechnen können, ist nicht nur bekannt, sondern ausdrücklich gewollt. Zitat aus der Studie:

    „Die Erhöhung der Energiesteuersätze in den Sektoren Wärme und Verkehr auf Basis des CO2-Gehalts birgt keine größeren Risiken, da diese wie bisher als Verbrauchsteuer auf den Endverbraucher abgewälzt werden können. Auch die Erstreckung der Energiesteuer auf die Verwendung zu Stromerzeugungszwecken begegnet keinen durchgreifenden Bedenken.“

    Dass eine Wirkung der CO2-Konzentration in der Atmosphäre auf die oberflächennahe Lufttemperatur noch immer nicht nachgewiesen ist, spielt deshalb bei diesen Überlegungen auch keine Rolle. Denn es geht dabei nicht um das Klima, sondern um die Schaffung einer neuen zuverlässigen Einnahmequelle, der sich kein Mensch mehr entziehen können wird – und die man anschließend sehr einfach je nach Bedarf erhöhen kann.

  6. Die Rückkehr zum Verursacherprinzip wäre wirklich mal eine gute Idee. Aber dann müsste man auch konsequenterweise deutlich weiter zurück gehen als nur bis zu den Stromerzeugern. Dies hieße eine vollständige Internalisierung externer Kosten bei Industrieunternehmen und Verbrauchergütern.

    Sei es Strom, Autos, chemische Produkte oder was auch immer.

  7. Genial – jetzt bauen also die paar Speicherbetreiber ihre eigenen Zufallsstromerzeuger und entziehen die Speicher somit der Nutzung durch die bereits vorhandenen Zufallsstromerzeuger.

    Logische Konsequenz wäre dann, dass die Betreiber von Zufallsstromerzeugern endlich auch ihre eigenen Speicher bauen (müssen). Das würde der Allgemeinheit Unsummen an Netzausbaukosten ersparen und wäre vor allem eine Rückkehr zum Verursacherprinzip – also wird es nie dazu kommen.

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