Teslas Großbatterie in Australien ist kurz vor ihrer endgültigen Inbetriebnahme in Brand geraten. Das Feuer brach bei den finalen Tests der „Victorian Big Battery“ aus, teilte der Betreiber Neoen mit. Die Ursache ist noch nicht geklärt.

Zwei Megapacks in Flammen

Medienberichten zufolge fing einer der Tesla Megapacks, aus denen die Großbatterie besteht, am Freitagvormittag Feuer. Inzwischen brennen zwei der jeweils 13 Tonnen schweren Batteriemodule. „Wir können bestätigen, dass während der ersten Tests heute um ca. 10 / 10:15 Uhr ein Feuer in einem der Tesla Megapacks in der Victorian Big Battery ausgebrochen ist“, so Louis de Sambucy, der Geschäftsführer des Energie-Unternehmens Neoen Australia. „Niemand wurde verletzt und der Standort wurde evakuiert.“

Anwohner sollen in ihren Häusern bleiben

Tesla und Neoen arbeiteten mit den Rettungsdiensten vor Ort zusammen, um die Situation in den Griff zu bekommen. Für die umliegenden Gebiete wurde eine Warnung vor giftigen Dämpfen herausgegeben. Anwohner wurden aufgefordert, in ihre Häuser zu gehen, Fenster, Lüftungsschächte und Kaminschächte zu schließen und ihre Haustiere nach drinnen zu holen.

Stromversorgung nicht beeinträchtigt

Die Feuerwehr will die Megapacks kontrolliert ausbrennen lassen. Auch Kühlungsmaßnahmen soll es nicht geben, da dies den Prozess nur unnötig verlängere, teilte die Feuerwehr mit. Der Speicher ist inzwischen vom Stromnetz getrennt und die Stromversorgung sei nicht beeinträchtigt, hieß es. Der Brand kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, denn er sollte pünktlich vor den Nachfragespitzen im Sommer die Stromnetze entlasten. Erst vor kurzem hatte Neoen die Fertigstellung des Projekts gemeldet.

Batteriespeicher und Australiens Energiewende

Der australische Bundesstaat Victoria will bis 2030 den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung auf 50 Prozent steigern, der Batteriespeicher gilt als Schlüssel dazu. Mit insgesamt 300 Megawatt Leistung und 450 Megawattstunden Kapazität kann die Victorian Big Battery eine halbe Million Haushalte über eine Stunde lang mit Strom versorgen.

Es ist schon das zweite Projekt dieser Art von Tesla und Neoen in Australien. Die Hornsdale Power Reserve in Südaustralien ging bereits 2018 in Betrieb. Der 100-MW/129-MWh-Speicher dient genau wie die Victorian Big Battery als Backup im Falle eines Stromausfalls und wurde inzwischen auf 200 Megawatt aufgerüstet. Solche Speicher nehmen überschüssigen Strom aus Windrädern und Solaranlagen auf und geben ihn in Spitzenverbrauchszeiten bzw. in sonnen- und windarmen Zeiten wieder ab.

Quellen / Weiterlesen

Australien: Teslas neue Riesenbatterie brennt | t3n
Fire breaks out at Tesla Big Battery; toxic smoke warning issued | The Sydney Mornig Herald
A Tesla Megapack caught fire at the Victorian Big Battery facility in Australia | TechCrunch
Bildquelle: © Neoen

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Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

2 KOMMENTARE

  1. „Die Feuerwehr will die Megapacks kontrolliert ausbrennen lassen. Auch Kühlungsmaßnahmen soll es nicht geben, da dies den Prozess nur unnötig verlängere“

    Clevere Kerlchen bei der Australischen Feuerwehr. 🙂

  2. 48 „kleine“ und 16 große Einheiten bilden den Megapack. Warum muss man selbst auf dem Bild nachzählen ?

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