Lamborghini und das MIT haben einen neuen synthetischen Kunststoff entwickelt, der die Energiedichte von Superkondensatoren deutlich erhöhen soll. Auf Basis dieses patentierten Materials soll eine neue Generation von Superkondensatoren gebaut werden. Lamborghini setzt für zukünftige Sportwagen auf diese Art Energiespeicher.

Superkondensatoren als Hoffnungsträger der E-Mobilität

Der Sportwagenhersteller und das Massachusetts Institute of Technology (MIT) arbeiten seit drei Jahren zusammen. Ihr Ziel ist, die Energiedichte von Supercaps zu erhöhen. Diese sehr leistungsfähigen Energiespeicher können Energie sehr schnell aufnehmen und wieder abgeben, während dies bei herkömmlichen Batterien langsamer und gleichmäßiger abläuft. Superkondensatoren erreichen aber noch nicht die nötige Energiedichte, um heutige Batterien ganz zu ersetzen.

Lamborghini-ElektromobilitaetSuper-Caps werden aber schon überall dort eingesetzt, wo schnell sehr große Mengen an Energie aufgenommen und abgegeben werden müssen, etwa im Rennsport. Sie speichern die Bremsenergie der Fahrzeuge und geben sie beim Beschleunigen wieder ab. Auch das Hypercar Sion von Lamborghini hat Superkondensatoren unter der Haube. Auch Tesla-Chef Elon Musk prophezeit schon seit Jahren, dass diese Batterien die Zukunft der Elektromobilität sein werden.

Der neue Kunststoff verdoppelt die Energiedichte von Superkondensatoren

Lamborghini-ElektroautoDer neue Kunststoff ist das erste Ergebnis der Zusammenarbeit von Lamborghini und dem MIT. Er gehört zur Materialgruppe MOF (Metal Organic Framwork) und kann dank seiner Eigenschaften die spezifische Oberfläche der Elektroden von künftigen Superkondensatoren maximieren. Dadurch erhöht sich die Oberfläche im Verhältnis zur Masse und zum Volumen des Materials.

Lamborghini-ElektromobilitaetDas Material verspricht eine um bis zu 100 Prozent höhere Energiedichte für Superkondensatoren. Lamborghini und das MIT haben ein Patent auf den Kunststoff eingereicht, das die Grundlage für die nächste Generation von Superkondensatoren bilden soll. Doch auch mit dem neuen Material würden Superkondensatoren nur 20 Prozent der Energiedichte von Lithium-Ionen-Batterien erreichen. Die nächsten Schritte in der Forschung sind deshalb die Optimierung des Materials und seine Herstellung in größerem Maßstab. Am Ende des Projekts sollen Batterieprototypen stehen.

Lamborghini Supercars sollen ohne Lithium-Ionen-Batterien auskommen

Lamborghini-SupercapLamborghini will Supercars emissionsfrei machen, sie sollen nicht länger auf ressourcen-intensive Lithium-Ionen-Batterien angewiesen sein. Diese sind zu groß, zu schwer und nicht so leistungsfähig wie Superkondensatoren. Außerdem enthalten sie seltene Rohstoffe und sind längst nicht so langlebig. Ein Superkondensator ist bei gleicher Leistung drei Mal leichter als ein Lithium-Ionen-Akku. Das ist gerade bei Sportwagen wichtig, wo Gewicht eine entscheidende Rolle spielt. Bis Superkondensatoren so weit sind, dass sie Lithium-Ionen-Batterien ablösen, dürften aber noch einige Jahre Forschung nötig sein.

Quellen / Weiterlesen

Lamborghini, MIT patent supercapacitor technology | car advice
Hybrid Lamborghinis: Supercapacitor Technology Patented With MIT | Lamborghini
Lamborghini und MIT entwickeln Superkondensator | Autosieger
Lamborghini und MIT patentieren Materialentwicklung für Supercaps | all-electronics
Bilderquelle: © Automobili Lamborghini S.p.A.

3 KOMMENTARE

  1. Es würde mich sehr freuen, wenn Lamborghinis Superkondensator funktionieren wird. Die Lithiumionenbatterien sind in mehreren Punkten sehr problematisch: Gewicht, Volumen, Preis, Kapazität, Rohstoffe, etc. Zum Schluss kommt das schlimmste – Recycling! Diesen Batterien sind, leider, ein Sondermüll der muss ewig bewahren werden.

  2. Leider erreichen Super-Caps eben gerade bei Gewicht, Volumen und Kapazität NICHT die Werte von Lithium-Ionen Akkus. Im Artikel wird es in der Mitte kurz nebenbei erwähnt, dass selbst dieser Forschungsstand nur 20% der Energiedichte von Akkus erreicht. Und damit ist einem dann leider nicht viel geholfen. Eine tolle Leistungsdichte wie im letzten Absatz erwähnt, hilft einem nicht viel, denn dann kann ich zwar schön von 0 auf 100 beschleunigen aber nach 20 km ist die Energie schon verbraucht. Gerade weil auch bei Sportwagen das Gewicht eine große Rolle spielt, benötige ich eine hohe Energiedichte – und genau in dieser Disziplin schneiden Super-Caps schlecht ab.

    Zum Abfangen von Spitzenleistungen sind sie jedoch gut geeignet. Im Moment werden sie daher in Kombination mit einem klassischen Verbrennungsmotor genutzt. Vielleicht macht eine Kombination Super-Caps plus Batterie Sinn, aber für „normale“ Autos ist das wohl völlig unnütz, da die Batterie allein hier bereits ausreichende Leistungen liefert. Mehr als 700 PS braucht man wohl nicht im normalen Straßenverkehr 😉

  3. habe lange im netz suchen müssen, um eine antwort auf meine frage zu finden: bringt das was für ein normales e-auto. alle anderen – efahrerchip, autosieger und wie sie alle heißen – haben nur die pressemitteilung abgeschrieben. danke für die zusatz-info. bis jetzt ist das also nur was für supersportwagen. aber die forschung steht ja erst am anfang.

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